20.000 Euro in Real: Der Ruin beim Umtausch zu 2,80 pro Euro
Ein Umzug nach Rio de Janeiro, ein Bankkonto mit Zinsen, die in Spanien wie Science-Fiction klangen, und eine Entscheidung, die vor drei Jahren getroffen wurde: 20.000 Euro in Real umzutauschen, als der Wechselkurs bei 2,80 lag. Heute steht der Euro bei 4,60 Real, und der Rücktausch verschlingt fast die Hälfte des Kapitals. Der Betroffene bringt es ohne Umschweife auf den Punkt: Es vergeht kein Tag, an dem er nicht innerlich weint, weil er das Geld mitgebracht hat. Die Frage, die er aufwirft, ist die jedes anderen, der in einer ähnlichen Lage steckt: Verkaufe ich jetzt und akzeptiere den Verlust, oder warte ich, bis sich die brasilianische Währung erholt?
Der Fall hat ein Ablaufdatum. Wer ihn schildert, lebt seit vier Jahren in Brasilien und plant, im August 2016 nach Galicien zurückzukehren. Es bleiben ihm zwei Reisen vor der endgültigen Rückkehr. Er braucht das Geld nicht dringend: Er hat Ausbildung, Familie und Ressourcen in Spanien. Das gibt ihm Spielraum, durchzuhalten, aber auch, weiter zu verlieren, wenn der Real seinen Abwärtstrend fortsetzt.
Warum hat sich der brasilianische Real so stark gegenüber dem Euro abgewertet?
Die am häufigsten genannte Erklärung verweist auf den Verfall des Öl- und Rohstoffpreises, bei dem Brasilien Nettoexporteur ist. Hinzu kommt der expansive Kreditzyklus, den das Land während der Boomjahre verfolgte, mit einem Modell, das manche offen mit dem vergleichen, das dem Ausbruch der spanischen Immobilienblase vorausging. Die Auslandsschulden in Dollar, die Dürre in der Region São Paulo und die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft vervollständigen das Bild, das mehrere Analysen als perfekten Sturm beschreiben.
Die Diagnose ist nicht einhellig. Manche argumentieren, die Stärke des Dollars belaste alle Schwellenländerwährungen gleichermaßen – türkische Lira, südafrikanischer Rand, indische Rupie oder russischer Rubel stehen ebenfalls auf Tiefstständen – und der Real folge nur dem Trend. In diesem Szenario käme die Erholung, wenn die Federal Reserve die Zinsen erhöht und die Rohstoffpreise aufhören zu fallen. Das Problem ist der Zeitplan: Niemand nennt ein Datum.
Jetzt wechseln oder warten: das Dilemma, den Verlust zu realisieren
Die vorherrschende Meinung in der Diskussion drängt dazu, nicht in Panik zu verkaufen. Zum Tiefstkurs zu verkaufen, macht aus einem Buchverlust einen realen Verlust, und das Argument wiederholt sich: Wenn man das Geld nicht braucht, ist es besser zu warten. Die Gegenposition warnt dagegen, dass sich das Land weiter verschlechtern kann und dass das Warten Opportunitätskosten hat, die in keinem Chart auftauchen.
Die Zwischenlösung gewinnt Anhänger: jetzt einen Prozentsatz umtauschen – etwa 30% oder 40% – und den Rest auf einen Aufschwung warten lassen. Die Begründung ist eher psychologisch als finanziell. Wenn der Kurs auf 6 Real pro Euro steigen würde, würde die Panik dazu führen, alles zu jedem Preis zu verkaufen; einen Teil vorher abgesichert zu haben, mildert dieses Szenario.
Die Olympischen Spiele in Rio als Ausstiegsfenster
Der olympische Termin fungiert in der Diskussion als inoffizielle Frist. Mehrere Analysen stimmen darin überein, dass das Ereignis der brasilianischen Wirtschaft und dem Wechselkurs eine vorübergehende Atempause verschaffen kann und dass danach die eigentliche Anpassung folgen würde. Die wiederholte Empfehlung lautet, das Geld vor Ende der Spiele zu bewegen, nicht danach. Als Präzedenzfall wird der Einbruch nach den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona genannt.
Der Betroffene selbst räumt ein, dass sich der Weg des An- und Verkaufs von Gebrauchtelektronik – Spiegelreflexkameras, Telefone, Tablets – nicht mehr lohnt, wenn der Euro bei etwa 4 Real bleibt. Das war seine erste Idee, um den offiziellen Wechselkurs zu umgehen: Geräte in Brasilien kaufen und in Galicien wiederverkaufen. Er investierte auf diesem Weg etwa 5% des Gesamtbetrags, mit einem geschätzten effektiven Wechselkurs von 3,30 Real pro Euro. Ein Ergebnis, das er selbst als wunderbar bezeichnet, aber unzureichend, um den Großteil des Kapitals zu bewegen.
TransferWise, Bitcoins und andere Wege, das Geld aus Brasilien zu schaffen
Der Bereich der Alternativen zum traditionellen Bankwechsel ist der, in dem sich die Diskussion am meisten weiterentwickelt hat. TransferWise erscheint als die am häufigsten genannte Option, obwohl es zum Zeitpunkt der Diskussion den brasilianischen Real nicht unter seinen operativen Währungen anbot. Bitcoin spaltet die Meinungen: Die Idee wird als interessant anerkannt, um Geld kostengünstig zu transferieren, aber es wird vor seiner Volatilität gewarnt und davor, dass er in nur fünf Jahren mehrere Blasen erlebt hat. Die vorherrschende Empfehlung ist, ihn allenfalls mit einem kleinen experimentellen Betrag zu nutzen.
Auch die Möglichkeit, Konten in Dollar außerhalb Brasiliens zu eröffnen, wird angesprochen, da sie innerhalb des Landes nicht erlaubt sind. Währungsabsicherung existiert, erfordert aber Kenntnisse, die der Fragesteller nach eigenem Bekunden nicht hat. Das ist im Grunde der Ursprung von allem: eine Entscheidung, die ohne ausreichende Informationen und mit dem Versprechen von Zinsen getroffen wurde, die in Spanien undenkbar waren.
Der genaue Punkt, an dem die Analyse stockt
Der Real hat sich auf etwa 3,90 pro Euro erholt, weit entfernt von den 4,75, die er erreicht hatte. Der Brexit bewegte den Wechselkurs an einem einzigen Tag auf 3,64. Das Fenster der Olympischen Spiele schließt sich, und die Entscheidung ist noch immer nicht vollständig getroffen. Niemand weiß, ob der Aufschwung der Beginn einer Erholung oder nur eine Pause vor dem nächsten Fall ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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