2.300 Russen in Spanien wegen ihrer Staatsangehörigkeit entlassen

Ein Technologieunternehmen soll 2.300 russische Mitarbeiter fristlos gekündigt haben, während im Ausland Konten aufgrund der Nationalität eingefroren werden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

2.300 Russen in Spanien wegen ihrer Staatsangehörigkeit entlassen
Entlassung wegen russischem Pass: 2.300 Betroffene in einem Unternehmen

Man wirft einem Technologieunternehmen vor, 2.300 Mitarbeiter mit russischer Staatsangehörigkeit von heute auf morgen entlassen zu haben. Ohne Urteil, ohne Verfahren und ohne individuellen Grund. Nur ein Akzent, ein Nachname, ein Pass. Die Zahl verdeutlicht die Wende im Konflikt: vom Sanktionieren eines Staates zum Bestrafen dessen, der dort geboren wurde. Die Entlassungen von Russen aufgrund ihrer Herkunft – einschließlich eingefrorener Konten – werden nicht mehr als Einzelfall wahrgenommen, sondern beginnen wie eine Politik zu wirken.

Was passiert: Gesperrte Konten und gekündigte Verträge

Das Muster wiederholt sich in mehreren Ländern und Branchen. Russische Fachkräfte, die seit Jahren im Ausland leben, sahen sich mit gesperrten Konten und dem Verlust ihres Arbeitsplatzes konfrontiert, allein aufgrund ihres Geburtslandes. Techniker, Sportler, Künstler: Abgesagte Tourneen, aufgelöste Verträge, ausbleibende Gehälter. Diese Entscheidungen fallen zeitgleich, was kaum Zufall ist: Sie treten auf, wenn die Sanktionen gegen Russland auf den zivilen Bereich ausgeweitet werden.

Es gilt, zwei Dinge zu trennen, die oft vermischt werden. Das eine ist die Sanktionierung eines Staates, seiner Unternehmen oder seiner Führung. Das andere, völlig unterschiedliche, ist der Entzug des Arbeitsplatzes oder Vermögens eines Bürgers, der Tausende Kilometer vom Kreml entfernt lebt und in vielen Fällen dort nicht einmal Steuern zahlt. Befürworter dieser Maßnahmen argumentieren, dass niemand neutral sein kann in einem Land, das seine Regierung nicht bremst. Kritiker entgegnen, dass Nationalität keine Meinung sei.

Der rechtliche Einwand ist einfach zu formulieren und schwer zu widerlegen. Die Beschlagnahmung von Vermögen oder die Entlassung ohne Urteil verstößt gegen die Unschuldsvermutung und das Diskriminierungsverbot aufgrund der Nationalität, wie es in den Rechtsordnungen der Länder verankert ist, die diese Maßnahmen anwenden. Das EU-Recht erlaubt Ausnahmen bei Sanktionen, aber selten solche, die friedliche Einwohner bestrafen sollen.

Warum geschah dies nicht mit US-Bürgern nach dem Irak-Krieg?

Der häufigste Vergleich ist der doppelte Maßstab. Es wird argumentiert, dass die USA den Irak mit Beweisen überfielen, die sich später als schwach herausstellten, dass der Krieg eine Spur ziviler Opfer hinterließ – 100.000 nach den genannten Zahlen – und dass dennoch kein in Europa lebender US-Bürger seinen Job oder sein Konto verlor. Der Parallelismus hat Lücken, und wer ihn anführt, weiß das. Aber er stellt eine unbequeme Frage: Was macht eine Nationalität verdächtig und eine andere nicht?

Die dahinterliegende Logik ist die der kollektiven Verantwortung: Wenn dein Staat angreift, zahlst du dafür. Dies ist ein altes Prinzip mit Vorgeschichten, die für ihre Anwender wenig schmeichelhaft sind. Man muss nur betrachten, was im Zweiten Weltkrieg geschah.

Das Vorbild der Japaner in den USA

Damals sprach man nicht von verdächtigen Pässen, sondern von Lagern. Jeder US-Bürger japanischer Abstammung wurde interniert, markiert durch das, was er war, und nicht durch das, was er getan hatte. Auch Deutsche und Japaner, die in demokratischen Ländern lebten, wurden aus dem zivilen Leben ausgeschlossen. Jahrzehnte später werden diese Internierungen als Schandfleck studiert, und Dokumentarfilme prangern sie offen an. Die berechtigte Frage ist, ob in dreißig Jahren jemand dasselbe über diese Welle von Entlassungen tun wird. Das historische Material zu diesen Ereignissen ist nur einen Klick entfernt und wird intensiv diskutiert.

Der Nachbar, der seit zehn Jahren hier lebt und nie nach Moskau zurückkehren würde

Hinter den Zahlen stehen Menschen. Ein russisches Ehepaar, das seit einem Jahrzehnt in Spanien lebt, hat Angst vor einer Rückführung in ihr Heimatland. Sie befürworten keinen Krieg; im Gegenteil, sie wünschen sich für ihren Präsidenten dasselbe Ende wie für Ceaușescu. Dieses Detail zerlegt das Etikett: Nationalität stimmt nicht ab, unterzeichnet keine Dekrete und entscheidet keine Invasionen. Einen Pass mit einer Partei gleichzusetzen, ist ein Kalkulationsfehler, und dieser Fehler zerstört bereits Karrieren und Bankkonten.

Die „neuen Ungeschützten“ und der doppelte Maßstab bei der Verurteilung

Eine zweite Analyseebene verbindet dieses Ereignis mit dem der Nicht-Impften, die während der Pandemie mit ähnlichen Mechanismen ausgegrenzt wurden: Entlassung, soziale Ächtung, Ausschluss. Und es wird eine Inkonsistenz aufgezeigt: Während der Welle sarracinistischer Anschläge hieß es immer wieder, man dürfe nicht pauschalisieren und nicht eine ganze Gruppe beschuldigen. Derselbe Reflex, der damals gefordert wurde, fehlt nun. Je nachdem, wer als Verdächtiger gilt, ändert sich die Rhetorik. So zumindest sehen es viele Stimmen.



Einen Bürger wegen seines Passes sanktionieren? Heute scheint dies eine unvermeidliche Entscheidung; in einigen Jahren wird man es in einem Dokumentarfilm mit Unbehagen erklären müssen. Eine Aufschlüsselung, wie viele Jobs, in wie vielen Branchen und in wie vielen Ländern verloren gingen, verdient eine Prüfung, bevor entschieden wird, wem das Gehalt entzogen wird, weil er uns ähnlich sieht. Die Prognose, mit Vorbehalt: Wenn das Kriterium die Nationalität ist, endet die Liste nicht bei Russland.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (316 Antworten).

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