100€ für Schulmaterial: Hefte zu 7€, Stifte zu 3€

Ein Vater zahlt 100€ für das Schulmaterial seines fast achtjährigen Sohnes: Hefte zu 7€, Stifte zu 3€ und Lehrbücher zu 45€, obwohl die Bildung offiziell kostenlos ist.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

100€ für Schulmaterial: Hefte zu 7€, Stifte zu 3€
100€ für Schulmaterial zum Schulstart: Der Wutausbruch eines Vaters

Ein Kind von knapp acht Jahren hat gerade das neue Schuljahr begonnen. Sein Vater war an der Kasse und hat allein für Schreibwaren und Material 100 Euro ausgegeben: Hefte, Kugelschreiber, Tonpapier, Klebstoff und ein Wörterbuch. Die Hefte kosten 7 Euro pro Stück. Die Kugelschreiber liegen bei fast 3 Euro pro Stück. Und eines dieser Hefte muss orange sein, was es allein wegen der Farbe noch teurer macht. Das alles ohne die Lehrbücher, die separat aufgeführt sind und in der Liste mit 45 Euro pro Exemplar stehen. In einem Land, das jahrelang die allgemeine kostenlose Bildung als einen seiner großen Erfolge gepriesen hat, wird die erste Schulwoche doppelt bezahlt.

Die Aufschlüsselung: Vom 7€-Heft zum 45€-Lehrbuch

Addiert man die Posten, wirkt die Rechnung noch erschreckender. Laut der im Thread genannten Aufstellung kosten vier Kugelschreiber 11 Euro und vier Hefte 28 Euro. Ein Pack Kopierpapier kostet 7 Euro. Ein Wörterbuch 20 Euro. Im Thread wird angemerkt, dass es sich um Pilot Frixion-Stifte handelt, löschbare Stifte, die anderswo oft für 2,50 Euro pro Stück erhältlich sind, hier aber fast 3 Euro kosten. Dann gibt es noch das Kleingedruckte des Schuljahres: 100 Euro pro AG oder Nachmittagsangebot, ebenso viel für die Frühbetreuung, etwas mehr für die Nachmittagsbetreuung und eine Umlage für Ausflüge. Manche rechnen das in Peseten um — fast 17.000 für diese wenigen Dinge —, um die Dimension deutlich zu machen.

Das Bemerkenswerte ist nicht der Einzelpreis. Es ist die Summe. Und dass sich die Beschwerdeführer darüber ärgern, dass sie keine Wahl haben: Sie kaufen genau das, was auf einer festen Liste steht, in einer Schule, die angeblich staatlich ist.

Darf eine Schule den Kauf bestimmter Marken vorschreiben?

Einer der am meisten diskutierten Punkte war, ob die Schule bestimmte Marken verlangen darf. Es wird darauf hingewiesen, dass der Kauf von Heften einer bestimmten Marke nicht erzwungen werden kann und dass eine öffentliche Schule den Vorschriften für öffentliche Schulen unterliegen muss: Die Vorgabe einer Marke wäre zumindest fragwürdig. Die häufigste Empfehlung lautet, sich an den Schulbeirat (Consejo Escolar) zu wenden und, falls keine Antwort kommt, schriftlich mit Eingangsstempel beim Schulamt nachzufragen, um den Fall der Schulaufsicht vorlegen zu können.

Manche gehen weiter und behaupten, allein basierend auf ihrem eigenen Verdacht, dass bei der Auswahl von Büchern und Materialien kommerzielle Kriterien schwerer wiegen als pädagogische. Das sind Vermutungen, keine bewiesenen Tatsachen, aber sie erklären, warum alle zwei Jahre der Verlag gewechselt wird und die Tauschbörsen der Elternvereinigungen (AMPA) leer bleiben. Andere deuten an, dass manche Schulen als Eintrittshürde fungieren und das Problem nicht die Marke sei, sondern wer entscheidet, was gekauft werden muss.

China-Laden, Amazon oder Wiederverwendung: Wo wirklich gespart wird

Der erste Tipp ist der offensichtlichste: Nicht alles im Schreibwarenladen um die Ecke kaufen. Manche versichern, dass man in China-Läden normale BIC-Kugelschreiber für 50 Cent oder weniger findet, Pritt-Kleber für 1 Euro und günstigere Hefte, während ein anderer Beitrag auf Boxen mit 50 Kugelschreibern für 7 Euro bei Amazon hinweist.

Aber es geht nicht nur um den Einzelpreis. Gegen die Idee, dass der China-Laden immer die Lösung ist, wird ein technischer Einwand erhoben: Ein Teilnehmer warnt, dass viele billige Hefte Papier mit 60 Gramm verwenden, kaum dicker als Zigarettenpapier, und ein ganzes Schuljahr nicht überstehen; Packs mit 90-Gramm-Papier (Oxford, Artenik) kosten laut einem anderen Beitrag etwa 16 Euro für vier Stück. Und dann ist da noch der Klassiker weniger ist mehr: Prüfen, welches Material aus dem Vorjahr noch brauchbar ist, bevor man das Portemonnaie öffnet.

Wo der Schulstart nichts kostet

Der internationale Vergleich taucht schnell auf. In den Niederlanden stellt die Grund- und Sekundarschule die Lehrbücher bereit, und die Familie deckt nur Wörterbücher, einen Atlas und einen Laptop ab. Dieser Chromebook wird im Leasingverfahren für 13 Euro pro Monat gestellt, mit sofortigem Ersatz in der Schule selbst, wenn er kaputtgeht oder verloren wird, sodass der Schüler keinen Unterrichtstag verliert.

In Spanien hingegen umfasst die Familienrechnung Bücher, die häufig wechseln, AGs und das wachsende Gefühl, dass die öffentliche Schule zu einem Supermarkt geworden ist, in dem der Nutzer den Einkauf bezahlt.

Die Gesamtrechnung und wer das Material der Nachbarn zahlt

Die Ausgaben enden nicht beim Schreibwarenhändler. Zu den anfänglichen 100 Euro kommen die Bücher, die Aktivitäten, der erweiterte Transport und der Topf für Ausflüge. Und mit der zweiten Hälfte des Schuljahres kommt die nächste Rechnung: Der jüngere Bruder, in der dritten Klasse des Kindergartens (Infantil), hat seine eigene Liste.

An diesem Punkt entwickelt sich die Diskussion zu einer unangenehmeren sozialen Spannung. Ein Teil der Beiträge fragt, wer das Material für Familien übernimmt, die es nicht bezahlen können, und ob dies letztlich auf die anderen Eltern zurückfällt. Es ist ein sensibles Thema, das sich mit Misstrauen gegenüber bestimmten Gruppen vermengt, aber der Hintergrund ist ökonomisch: Wenn das System das Material nicht garantiert, muss es jemand finanzieren, und das ist oft eine andere Familie.



Bei diesen Preisen ist die Frage nicht mehr, was ein Hardcover-Heft kostet. Es ist die Frage, wie lange man noch eine Bildung als kostenlos bezeichnen will, die jeden September wieder im Schreibwarenladen bezahlt wird. Was, wenn das Problem nicht das Heft ist, sondern alles, was wir als normal hinnehmen?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (260 Antworten).

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