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1.900 € Gehalt: Rückkehr zu den Eltern statt 1.500 € Miete
Ein junger Spanier kehrt wegen der hohen Mietpreise zu seinen Eltern zurück. Berechnungen zeigen, dass für eine Immobilie fast 100.000 € Eigenkapital nötig sind.
1.900 € Gehalt, 1.500 € Miete: Rückkehr zu den Eltern
Ein junger Mann mit einem monatlichen Einkommen von 1.900 Euro ist zu seinen Eltern zurückgezogen und hat dies offen kommuniziert: Er weigert sich, 1.500 Euro Miete zu zahlen. „Dass ein Erwachsener sein Lebensprojekt in einem Zimmer entwickeln muss, ist unwürdig“, fasst er zusammen, wie La Sens berichtet. Die Situation wirft die unbequeme Frage auf: Ab welchem Gehalt wird das Ausziehen in Spanien unzumutbar? Bei diesem Lohn würde die Miete mehr als drei Viertel des Monatseinkommens verschlingen.
Wie viel muss man sparen, um vom Mieter zum Eigentümer zu werden?
Die im Zusammenhang mit dem Fall kursierende Rechnung ist schonungslos. Demnach muss man für einen Kauf zunächst 20 % des Preises plus 10 % Steuern und Kosten aufbringen: Bei einer Wohnung zwischen 300.000 und 350.000 Euro entspricht das fast 100.000 Euro Eigenkapital. Danach folgt die Rate: etwa 950 Euro pro Monat über 30 Jahre, also die Hälfte des Gehalts des Protagonisten.
Hinzu kommt das Risiko, dass der Plan scheitert. Eine Kündigung oder ein Stellenabbau in dieser Dekade verwandelt die Ersparnisse in einen reinen Verlust, ohne dass bei der Bank etwas vorzeigbar wäre. Einige erinnern daran, dass das Problem nicht nur darin besteht, die Anzahlung zu leisten, sondern die Zahlungen auch dann aufrechtzuerhalten, wenn die Inflation das Gehalt auffrisst und die Raten steigen.
Die wiederkehrende Schlussfolgerung: Ohne zwei Gehälter oder ohne eine bereits abbezahlte Wohnung der Eltern ist der Sprung vom Mieter zum Eigentümer für Anfänger unerreichbar. Würde man drei Jahre lang 1.500 Euro monatlich sparen, kämen etwa 54.000 Euro zusammen – und das bei einem Leben wie ein Einsiedler, ohne Auto, ohne Urlaub und unter ständiger Angst vor der Kündigung.
Wie viel kann ein Gehalt von 1.900 Euro für Wohnkosten ausgeben?
Als Referenz dient eine einfache Regel: Die Miete sollte 30 % des Einkommens nicht überschreiten. Bei 1.900 Euro liegt diese Obergrenze bei rund 570 Euro. Eine Wohnung zu diesem Preis in einer Großstadt zu finden, ist heutzutage eine Ausnahme; 1.500 Euro sind keine willkürliche Übertreibung, sondern das Ergebnis eines entgleisten Marktes.
Um einzuordnen, was dieses Gehalt bedeutet, gibt es weitere Daten: Der Mindestlohn (SMI) liegt bei 1.350 Euro (aufgeteilt auf 12 Monatsgehälter). 550 Euro mehr als der Mindestlohn zu verdienen, befreit kaum aus der Kategorie der Geringverdiener; nach einer Analyse ist es heute, mit 1.900 Euro zu leben, Teil der Unterschicht zu sein, wobei Inflation und Steuerlast als Schuldige gelten. Ein historischer Vergleich: Im Jahr 2004 verschlang die erste Miete bereits 40 % eines Gehalts von 1.000 Euro.
Alternativen, die von außen vorgeschlagen werden
Gegen das Argument des jungen Mannes wird oft angeführt, dass es Wohnungen für 800 Euro und weniger gebe; ein Inserat für 85 Quadratmeter zu diesem Preis diene als Beweis. Die Antwort bleibt immer gleich: Nicht alle günstigen Wohnungen liegen dort, wo die Arbeit ist, und wer 1.900 Euro verdient, sucht keine 150 Quadratmeter im Zentrum, sondern möchte nicht finanziell ersticken.
Das Niveau zu senken führt zu Lösungen, die der Protagonist selbst als unwürdig bezeichnet. Ein WG-Zimmer in Madrid kann für 150 Euro gefunden werden, erfordert aber das Zusammenleben mit Fremden ohne sicheren Vertrag. Mieten außerhalb der Stadt ermöglichen Hypotheken von 300 Euro monatlich für 60-Quadratmeter-Wohnungen unter 100.000 Euro, jedoch mit dem Nachteil der Entfernung und der Lage an Hängen.
Dies ist kein neues Phänomen. Eine im Gespräch zitierte Filmsynopse beschreibt ein Paar, das seit zwölf Jahren zusammenlebt und keine Wohnung für die Heirat findet; die Verwicklung endet damit, dass einer von ihnen einer alten Frau einen Heiratsantrag macht, um deren Mietvertrag zu erben. Die Geschichte klingt wie eine schwarze Komödie aus einer anderen Zeit, bis man den Preis pro Quadratmeter betrachtet.
Fehlt es an Wohnungen oder gibt es zu viele Bewerber?
Hier spaltet sich die Analyse in zwei Lager. Das eine weist auf den Mangel an Neubauten hin: Es werden jährlich etwa 100.000 Wohnungen gebaut, während die Einwohnerzahl, so heißt es, viel stärker wächst. Das andere Lager konzentriert sich auf den Tourismus: 94 Millionen Besucher im Jahr 2024, 230 Milliarden Euro Ausgaben und eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von sechs Tagen, was es schwierig macht, den täglichen Druck auf den Wohnraum durch Touristen zu bestätigen.
Der Zahlenstreit löst nichts. Es wird argumentiert, dass Hotelgäste nicht mit Bewohnern eines Arbeiterstadtteils um Wohnungen konkurrieren, woraufhin geantwortet wird, dass touristische Unterkünfte dies in den Zentren sehr wohl tun. Was beide Lager teilen: Die Nachfrage ist explodiert, das Angebot hat nicht Schritt gehalten. Außerhalb dieses Konsenses driftet die Diskussion schnell in Bereiche mit mehr Lärm als Fakten ab.
Der Vermieter, der nur Beamten vermietet
Unter den konkreten Fällen gibt es einen, der den Markt besser zusammenfasst als jede Statistik. Ein Unternehmer mit 4.000 Euro monatlichem Einkommen ruft an, um eine Wohnung für eine ausländische Freundin zu mieten, und erhält eine klare Absage: Der Eigentümer vermietet nur an Beamte. Ihn interessieren weder Bürgschaft noch Firma noch Gehalt; ihn interessiert das Risiko.
Diese Logik erklärt, warum Bonitätsprüfungen und Mietausfallversicherungen zu einer Mauer geworden sind. Wer 1.900 Euro mit befristetem Vertrag verdient, fällt durch, selbst wenn er drei Monate im Voraus zahlt. Der Vermieter sucht nicht den Höchstbietenden, sondern den Mieter mit der geringsten Wahrscheinlichkeit, die Zahlung einzustellen, und rechnet dabei so kalt wie eine Bank.
Mit diesen Zahlen wird die Rückkehr zu den Eltern kein Generationenversagen mehr, sondern die sinnvollste Strategie. Es bleibt zu klären, wann Sparen aufhört, eine Strategie zu sein, und zur Strafe wird: Der junge Mann hat 1.900 Euro, ein Zimmer und keinen klaren Horizont, wann er sich eigenes Eigentum leisten kann, ohne dass alles davon aufgezehrt wird. Genau dort stockt die Analyse.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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