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Geboren zu werden als Strafe: Der Antinatalismus ist zurück im Gespräch
Geboren zu werden – nicht Knast oder Krankheit – sei die größte Strafe, so die antinatalistische These, die wieder in die öffentliche Debatte zurückkehrt.
Die größtmögliche Strafe: geboren zu werden – eine These, die nie stirbt
Die Frage klang rhetorisch und endete im Dunkelsten. Was ist die größte Strafe, die man bekommen kann? Die häufigste Antwort war weder das Gefängnis noch der Ruin noch die Krankheit. Es war: geboren zu werden. Die Idee ist alles andere als neu – schon Calderón de la Barca hielt sie schriftlich fest: Das größte Verbrechen des Menschen ist, geboren zu sein.
Warum Geborenwerden als größte Strafe gilt
Die Strömung, die darin, jemanden in die Welt zu setzen, einen Schaden statt eines Geschenks sieht, blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Ihre Verfechter sprechen nicht von einer Strafe, die ein Richter verhängt, sondern von einem Urteil ohne Schuldigen: Man wird geboren, ohne darum gebeten zu haben, und ohne Rechtsmittel. Der feine Unterschied in der Debatte: Die Strafe erschöpft sich nicht im Geborenwerden, sondern in ihrer Dauer. Die härteste Variante denkt sich eine noch schlimmere Strafe aus: immer wieder geboren zu werden, gefesselt an ein unerwünschtes Dasein ohne Ausweg.
Das Interesse verlieren: die Strafe, über die kaum gesprochen wird
Dem metaphysischen Pessimismus hält eine irdischere Antwort die Stirn. Das schlimmste Urteil wäre nicht geboren zu werden, sondern dass einem alles gleichgültig wird, das Interesse zu verlieren. Eine stille Strafe ohne Henker, die weder Knast noch Urteil braucht. Zu einem Konsens kommt die Debatte freilich nicht: Auf eine Frage, die Philosophie, Biografie und Streitlust vermischt, gibt es keine objektive Antwort.
In diesen Debatten taucht immer wieder der Gedanke auf, das Leben sei keine Pflicht und man könne gehen, wann man wolle – ein Gedanke, der mit Vorsicht zu behandeln ist. Taucht er in der Ich-Form auf, ist er kein Kaffeetafel-Thema mehr, sondern ein Grund, professionelle Hilfe zu suchen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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