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Zimmer für 500 €: Spaniens Mietkrise trifft junge Akademiker
Eine 25-jährige Anwältin in Spanien tauscht ihre teure Einzimmerwohnung gegen ein WG-Zimmer, um die hohen Lebenshaltungskosten zu bewältigen.
Zimmer für 500 €: Spaniens Mietkrise trifft junge Akademiker
Wie viel muss man in Spanien verdienen, um allein leben zu können? Eine 25-jährige Anwältin mit exzellenten Abschlüssen an einer öffentlichen Universität, einem Master in internationalem und Handelsrecht sowie einem Vertrag bei einer internationalen Beratungsfirma hat diese Frage kürzlich durch einen Umzug beantwortet. Sie arbeitet zwölf Stunden täglich von Montag bis Freitag. Zuvor lebte sie in einer 45 Quadratmeter großen Einzimmerwohnung, die 950 Euro monatlich plus 95 Euro für die Garage kostete, da sie das Auto für Kundenbesuche benötigte. Zwischen Miete, Essen und laufenden Ausgaben – sie ist nicht verschwenderisch – blieb nichts zum Sparen übrig. Ihr Fazit: Es ergibt keinen Sinn, zwei Drittel des Gehalts für eine kleine Wohnung auszugeben, in der man nur schläft. Sie ist in ein 500-Euro-Zimmer in einer Wohngemeinschaft mit fünf Schlafzimmern und zwei Bädern gezogen.
Das Vermieten von Zimmern ist längst kein Phänomen mehr, das nur Studierende betrifft. Es ist die Marktreaktion auf ein Ungleichgewicht, das nun auch qualifizierte Fachkräfte mit Hochschulabschluss, festen Anstellungen und den typischen Arbeitszeiten der Beratungsbranche erfasst.
Wer verdient Geld mit einer Wohngemeinschaft?
Der Eigentümer dieser renovierten Immobilie, die zur Zimmervermietung hergerichtet wurde, erzielt Einnahmen von etwa 2.500 Euro pro Monat. Die Rechnung ist einfach und erklärt das Anlegerinteresse: fünf Zimmer à 500 Euro, Mieter, die dort nur schlafen, und eine Wohnung, die sich schnell amortisiert. Parallel dazu kursierte eine Anzeige für ein Zimmer zu 1.038 Euro, mehr als vor einigen Jahren eine ganze Wohnung kostete.
Es wird argumentiert, dass das Problem nicht die Gier eines einzelnen Vermieters sei, sondern die Knappheit des Angebots auf einem Markt, auf dem jeder Baugrund umkämpft ist. Auch das Gegenteil wird diskutiert: Ohne Tausende neuer Zimmer sinkt der Druck nicht. Die schnelle Umrüstung einer Familienwohnung in fünf Räume ist derzeit der schnellste Weg, um Immobilienrenditen zu erzielen.
Assistenzärzte und Krankenschwestern mit acht Jahren befristeter Verträge
Wer glaubt, dies betreffe nur Lieferfahrer mit Plattformverträgen, irrt sich. Berichten zufolge teilen sich Assistenzärzte praktisch alle eine Wohnung, wenn sie die Stadt wechseln, und zwar nicht nur untereinander, sondern auch mit Pflegekräften. Es werden zudem Fälle von Gesundheitsfachkräften geschildert, die acht Jahre lang prekäre Verträge aneinandergereiht haben und nach Überschreiten der Dreißig gezwungen waren, Zimmermieten in speziell dafür hergerichteten Wohnungen zu akzeptieren.
Der Unterschied zur klassischen WG-Erfahrung liegt im Rahmen. Früher waren es Freunde, eine begrenzte Zeitdauer und ein Ziel: Sparen für etwas Eigenes. Heute handelt es sich um ein fremdes Geschäft ohne Ausstiegsdatum und mit einer Tür, die sich nur öffnet, wenn ein weiteres Einkommen ins Haus kommt.
Von 500 Euro für zwei Personen im Jahr 2008 zu 500 Euro für ein einzelnes Zimmer
Der härteste Schlag dieses Falls ist der Generationenvergleich. Laut Berichten zahlte ein Paar, das sich zwischen 2008 und 2010 selbstständig machte, 500 Euro gemeinsam plus Nebenkosten und sparte bei vergleichbaren Einkommen deutlich mehr als heute. Ohne Dramatik oder offene Krisen: die schleichende Verarmung, der Frosch im langsam erwärmten Topf.
Die Kluft liegt nicht im Nennlohn. Sie liegt darin, was dieser Lohn auf dem Wohnungsmarkt kaufen kann. Jedes Jahr der Preissteigerung über dem Lohnniveau ist eine weitere Stufe auf dem Berg, und diese Stufe wird mit Arbeitsstunden bezahlt.
Ein Wechsel der Provinz lohnt sich nicht mehr
Hinzu kommt die Falle des Umzugs. Die Protagonistin zog nach Las Palmas de Gran Canaria wegen einer verantwortungsvolleren Stelle. In Madrid verdiente sie bei derselben oder einer niedrigeren Position relativ mehr und brauchte kein Auto; auf den Kanarischen Inseln ist das Gehalt niedriger und das Fahrzeug für Kundentreffen zwingend erforderlich. Die Berechnung versprach eine Verbesserung, lieferte aber eine Verschlechterung.
Der Umzug in eine andere Provinz ist zum Musikspiel geworden: Wer zuerst einen freien Stuhl findet, gewinnt, und wer zu spät kommt, steht und zahlt 500 Euro für ein Zimmer.
Der „entgangene Gewinn“, den die Vermieterin fordert
Nach dem Auszug kam das i-Tüpfelchen. Die ehemalige Vermieterin – die über einen Monat lang Ausreden fand, um die Waschmaschine zu reparieren, während sie pünktlich 1.000 Euro Miete kassierte – forderte 2.000 Euro, zwei Monatsmieten, als entgangenen Gewinn. Ihr Argument, wörtlich: Wie sollte sie die Hypothek zahlen, wenn die Mieterin auszieht?
Die Antwort lautete, dass dies nicht ihr Problem sei, dass sie fristgerecht gekündigt habe und das spanische Mietgesetz (Ley de Arrendamientos Urbanos) sie schütze. Die Vermieterin schwieg. Der Vorfall zeigt offen, wer in diesem Markt das Risiko trägt: immer der Mieter; der Eigentümer nur dann, wenn das Gesetz es verlangt.
Wohnraum als defekter sozialer Aufzug
Die häufigste Reaktion auf das Unbehagen der jungen Generation ist Schuldzuweisung. Dass sie sich nicht genug opfern, dass sie im Park Bier trinken und Sonnenblumenkerne essen, dass sie hedonistisch sind. Die Berechnung zerstört dieses Argument: Mit Durchschnittslöhnen ist es eine Illusion, 80.000 Euro für eine Anzahlung zu sparen und weitere 200.000 Euro zu finanzieren, besonders für Paare um die dreißig.
Ein anderer Teil der Analyse konzentriert sich auf das Angebot. Es wird daran erinnert, dass ein öffentliches Programm mit 184.000 Wohnungen angekündigt wurde, und kritisiert, dass die Liberalisierung des Bodens in der Autonomen Gemeinschaft Madrid von 2001 und deren Reform 2020 den Bodenpreis nicht gesenkt haben. Manche behaupten, die Knappheit sei absichtlich und der soziale Aufzug hebe keine Wohnungen mehr an, sondern vererbtes Vermögen. Wer keine Wohnung besitzt, soll seinen Gehaltseingang beim Vermieter domicilieren.
Der Vermieter der fünf Zimmer kassiert unterdessen seine 2.500 Euro jeden Monat. Für ihn stimmt die Rechnung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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