Wohnungen in Asturien für 30.000 Euro: Der Haken am Schnäppchen

Immobilien in Asturien für 20.000 bis 30.000 Euro bieten keine Aufzüge und Kohleheizungen. Ein Blick auf die versteckten Kosten des nordspanischen Immobilienbooms.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wohnungen in Asturien für 30.000 Euro: Der Haken am Schnäppchen
Wohnungen in Asturien für 30.000 Euro: Die Realität im leeren Spanien

Warum kostet eine Wohnung in Asturien so viel wie ein Garagenplatz in der Madrider Innenstadt? Im Immobilienmarkt des "leeren Spaniens" (España vaciada) werden Wohnungen zwischen 20.000 und 30.000 Euro angeboten, Häuser mit Grundstück mitten im Gebirge für 40.000 oder 50.000 Euro und sogar Apartments für 6.000 Euro in der Provinz Ourense. Homeoffice und Satelliteninternet stellen die unbequeme Frage neu: Wenn das Gehalt nicht mehr von der Stadt abhängt, warum sollte man 900 Euro für 30 Quadratmeter in Madrid zahlen? Die Antwort liegt im Kleingedruckten, und dieses ist lang.

Was kostet ein günstiges Haus im Norden wirklich?

Die Preisspanne liegt bei 20.000 bis 30.000 Euro für Wohnungen und 40.000 bis 50.000 Euro für Häuser mit Grundstücken in den asturischen Bergen oder dem León-Gebirge. Es gibt noch drastischere Vergleiche: 12.000 Euro für eine Wohnung in El Saladillo, Algeciras, und 6.000 Euro für eine Immobilie in der Provinz Ourense. Dem gegenüber steht die Referenzmiete in Madrid: 900 Euro für 30 m². Die Differenz ermöglicht einen Barkauf und lässt noch Spielraum für Renovierungen.

Der Knackpunkt ist jedoch, dass dieser Preis keine fertige Wohnung kauft, sondern nur einen Ausgangspunkt. Die Spanne von 20.000 bis 30.000 Euro konzentriert sich auf Gemeinden, die seit Jahrzehnten Einwohner verlieren. Die realen Kosten fallen nicht unter die Hypothek, sondern unter Zeit, Auto und Isolation. Die Rechnung geht auf; die Logistik bleibt abzuwarten.

Feuchtigkeit, Kohleherd und kein Aufzug im dritten Stock

Die Liste der Probleme ist wiederkehrend. Zweit- und Drittbesitz-Häuser mit Feuchtigkeitsschäden und schlechter Isolierung, Küchen, die früher mit Kohle oder Holz beheizt wurden und nun unrentabel sind, da Brennstoffe für Privatpersonen teurer geworden sind. In Häusern, die zum Schlafen und nicht zum dauerhaften Wohnen gedacht waren, ist es eine weitere Ausgabe, konstant 21 oder 24 Grad zu halten, wenn das Haus auch als Büro dient.

Dazu kommt die Höhe. Dreistöckige Gebäude ohne Aufzug – und ohne Aussicht auf Installation –, was auf dem Papier mit einem Achselzucken abgetan wird, aber mit fünfzig Jahren zu einem Knieproblem wird. Auch die Bahnverbindung hilft wenig: Der Zug fährt nur bis Ciaño, danach ist Umsteigen nötig. Mieten in Madrid hat ihren Preis; Leben in einem Tal hat mehrere.

Wovon lebt man in den Bezirken, wo Häuser übrig sind?

Hier taucht das weniger romantische Argument auf. Die lokale Beschäftigung verteilt sich auf Viehzucht mit Agrarsubventionen, öffentlichen Dienst und kaum anderes; wer nicht in diese Muster passt, wandert ab. Es ist der klassische Teufelskreis: Dienstleistungen gehen verloren, Geschäfte schließen, die Gemeindeverwaltung hat weniger Budget und repariert Verfallenes nicht mehr.

Die Ausnahme ist das zentrale Dreieck mit Gijón, Oviedo und Avilés, wo Neubauwohnungen erschwinglicher sind als in Madrid, aber nicht verschenkt werden. Das Bergbaugebiet selbst positioniert sich als Alternative: gute Infrastruktur, vernünftige Verbindungen und niedrige Preise, obwohl es ein Image mit sich trägt, das seine Rathäuser nie verkaufen konnten.

Mehr Nachbarn über 80 als unter 20

Die demografische Datenlage erklärt den Preis am besten: In diesen Bezirken gibt es mehr Menschen über 80 Jahre als unter 20, und dreimal so viele Rentner wie junge Leute. Das Angebot wächst, weil die natürliche Nachfrage erlischt. Mit asturischer Ironie wird angemerkt, dass die nächste Person zwischen 20 und 40 Jahren möglicherweise 50 Kilometer entfernt wohnt.

Wer den Umzug befürwortet, kontert mit einer anderen Zahl: Verschmutzung, Dreck und Chaos in den Großstädten, wo alles zehnmal so teuer ist wie es sein sollte. Manche erinnern daran, dass in Madrid oder Barcelona ein großer Teil der Bevölkerung im Überlebensmodus lebt: von der Arbeit zur billigsten Bar im Viertel. Das Dorf konkurriert nicht mit der Madrider Innenstadt; es konkurriert mit dem Speckgürtel, und dort gewinnt es haushoch.

Regnet es so viel, wie gesagt wird? Sonne, Feuchtigkeit und der Mythos der Trockenheit

Asturien verzeichnet zwischen 160 und 200 Sonnentagen pro Jahr, verglichen mit etwa 60 in einigen europäischen Hauptstädten, die als Vergleich dienen. Mit diesem Daten wankt der Ruf als Regenland. Was nicht diskutiert wird, ist die Feuchtigkeit, brutal im Winter und auch im Sommer, wobei September die einzige Atempause bietet.

Das lokale Gegenargument ist, dass Regen das Ausgehen nicht verhindert: Das soziale Leben ruht nicht wegen eines grauen Himmels. Und gegenüber steht die andere Hälfte des Arguments, die aus dem Süden der Halbinsel, wo extreme Hitze die Menschen tatsächlich halbjährlich einsperrt. Der Klimavergleich endet immer unentschieden.

Starlink, Homeoffice und ausländische Käufer: Bewegliche Preise

Der Faktor, der das Spielfeld verändert hat, ist die Konnektivität. Mit Satelliteninternet und Remote-Arbeit kann ein städtisches Gehalt in einem Tal ausgegeben werden. Und das haben andere bereits bemerkt: Es gibt Meldungen über Käufer aus Nordeuropa, die sich im Norden Spaniens niederlassen, sowie einige Versuche von US-Käufern, die nicht abgeschlossen wurden. Die Warnung, die umgeht, ist explizit: Man sollte nicht zögern, denn bestimmte Gebiete steigen plötzlich im Preis.

Die Konsequenz ist eine unbequeme Paradoxie. Je mehr über das Schnäppchen gesprochen wird, desto weniger Schnäppchen bleibt übrig. Das leere Spanien hat zwei Jahrzehnte lang günstigen Wohnraum gehabt und leert sich trotzdem weiter; vielleicht war der Preis immer das Einzige, was günstig war.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (376 Antworten).

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