Wohnen und Migration: Der Faktor, der in die Rechnung gehört

Die Zahl, die kursiert: eine halbe Million Zuzüge pro Jahr seit der Pandemie und fast 24 Millionen Beitragszahler in Spanien

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wohnen und Migration: Der Faktor, der in die Rechnung gehört
Wohnen und Migration: Der Faktor, der in die Rechnung gehört

Wie viel Schuld trifft die massive Zuwanderung beim Preis für Wohnraum? In Spanien sind manche überzeugt, dass alles andere Nebelkerzen sind: Ohne Wohnungen für alle und ohne Hände, die sie bauen, bleibt jede Diskussion über Mieten unvollständig. Manche verweisen auf ein seit der Pandemie anhaltendes Zuzugstempo und einen Nachfragedruck, der in keinem Lehrbuch stand. Doch das Etikett „multifaktoriell“ verbirgt ein Problem: mehrere reale Ursachen, die gleichzeitig um Wirkung konkurrieren.

Wie viele Menschen kommen an und warum das zählt

Manche behaupten, die tatsächliche Zahl der Zuzüge sei jahrelang unterschätzt worden. Eine Rechnung, die in diesen Kreisen kursiert, beziffert den Zustrom seit der Pandemie auf eine halbe Million pro Jahr und auf mehr als eine Million in den letzten drei Jahren für das ganze Land. Andere rechnen über den Arbeitsmarkt: Spanien habe mit fast 24 Millionen Beitragszahlern einen Rekord erreicht, wobei ein großer Teil der neuen Verträge von Neuzugezogenen unterschrieben wurde.

Das Argument hat Marktlogik: Wächst die Nachfrage schneller als das Angebot, steigen die Preise. Und das Angebot kommt per Definition zu spät, weil Bauen Zeit braucht. Die Frage ist, ob diese Lücke ausreicht, um zu erklären, was bei den letzten Preisanstiegen zu sehen war.

Ist Migration die alleinige Ursache des Anstiegs oder nur ein Baustein?

Hier spaltet sich das Lager. Eine Strömung hält Spekulation für eine Folge, nicht für die Ursache: Wenn eine Wohnung von monatelangem Liegenzeiten dazu übergeht, in einer Woche zum doppelten Preis weggegangen zu werden, dann, weil enorm viele Menschen um dasselbe Produkt konkurrieren. Das genutzte Gleichnis ist das Spiel der Stuhlwandeln.

Auf der anderen Seite relativiert ein anderes Lager das Gewicht der Migration: Nicht alle, die ankommen, suchen eine eigene Wohnung, viele behelfen sich mit einem geteilten Zimmer, und die Wirkung verliert sich unter den übrigen Faktoren. Dazwischen erscheinen ausländische Käufer, Ferienvermietungen und Eigentümer, die Wohnungen horten.

Die offizielle Passivität kostet ebenfalls. Verwiesen wird auf kommunale Bürokratie, fehlende ausgewiesene Flächen, fehlende öffentliche Bauvorhaben und eine Gesetzgebung, die nach mehreren Stimmen jeden Ziegel verteuert, bevor er überhaupt gesetzt ist.

Ohne Arbeiter keine Kräne: der Engpass im Bauwesen

Selbst wenn ganz Spanien Bauland umgewidmet würde, fehlten die Leute, die es bebauen. Wie ein Teilnehmer zusammenfasst, geht die Rechnung nicht auf: eine Miete von 1.500 Euro gegen ein Gehalt von 1.200. Niemand nimmt eine harte, schlecht bezahlte Arbeit an, wenn der Lohn vollständig von der Miete aufgefressen wird. Und ohne Arbeiter gibt es keine neuen Bauprojekte.

Das ist die doppelte Falle, die dem Thema jeden sichtbaren Ausweg nimmt: Es muss gebaut werden, um die Preise zu senken, und es fehlen sowohl Arbeitskräfte als auch der Spielraum, sie zu bezahlen.

Die Hypotheken fügen eine weitere Ebene hinzu. Manche stellen fest, dass die Banken den Hahn längst zugedreht haben: Ohne rund 50.000 oder 60.000 Euro Eigenkapital bleibt die Tür zum Kaufen verschlossen, und der kleine Angestellte mit rund tausend Euro Monatslohn fliegt sowohl bei der Miete als auch bei der Hypothek raus.

Der Tourismus, der den Mietmarkt auffrisst

Ein wiederkehrendes Thema ist die Kurzzeitvermietung. Das Phänomen entstand nicht mit der Pandemie: Es wuchs seit Jahren, beschleunigt sich aber, wenn ein Vermieter lieber den langjährigen Mieter rauswirft, um einem Besuch mit Flugticket Platz zu machen. Eine Regulierung wird als überparteiliches Anliegen gefordert, stößt jedoch auf das Privateigentum.

Das Problem bleibt ungelöst. Und mit jedem Monat, der vergeht, wird die Liste der Bewerber pro Wohnung ein wenig länger.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (52 Antworten).

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