Wohnen im Wohnwagen: 2.000 € Kaufpreis, 11 € pro Tag Campingplatz

Einen Wohnwagen für 2.000 € zu kaufen ist einfach; das Leben darin kostet 11 € pro Tag auf dem Campingplatz. Manche verweisen auf Wohnungen für 150 €/Monat in der entleerten spanischen Provinz.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wohnen im Wohnwagen: 2.000 € Kaufpreis, 11 € pro Tag Campingplatz
Wohnen im Wohnwagen: 2.000 € Kaufpreis, 11 € pro Tag Campingplatz

Einen gebrauchten Wohnwagen für 2.000 Euro zu kaufen ist möglich. Darin zu wohnen, in Spanien, ist eine andere Sache. Der Kaufpreis ist das kleinere Problem: Die wahren Kosten entstehen, wenn man ihn anschließen, mit Wasser befüllen und das Abwasser entsorgen muss. Und da geht die Rechnung nicht auf.

Die Frage, mit der das Thema eröffnet wird, ist konkret: Wie kauft man einen günstigen Wohnwagen mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, wie bekommt man Strom und Wasser ohne Campingplatz, gibt es jemanden, der eine Ecke in einer Halle oder ein Stück Land vermietet, und friert man im kalten Klima Spaniens? Die Frage ist nicht aus der Luft gegriffen: Wer sie stellt, zieht beruflich um, will sich nicht auf einen Einjahresmietvertrag festlegen und rechnet, dass ein Campingplatz-Bungalow für eine Person 400 Euro im Monat plus Nebenkosten kostet, Waschmaschine nicht inbegriffen.

Was der stehende Wohnwagen wirklich kostet

Der tägliche Campingplatz-Tarif inklusive Strom liegt bei etwa 10-11 Euro pro Tag. Das sind rund 330 Euro im Monat für einen Stellplatz mit Stromanschluss. Die Schlussfolgerung aus der eigenen Rechnung ist schonungslos: Für das Geld mietet man direkt einen Bungalow, mit Bad und ohne Wetterabhängigkeit. Manche weisen darauf hin, dass Campingplätze bei Langzeitaufenthalten Sonderpreise anbieten, aber niemand im Gespräch nennt einen festen Jahrestarif.

Das Problem ist nicht nur der Preis. Nach Angaben mehrerer Teilnehmer untersagt das spanische Recht, außerhalb eines Campingplatzes den Wohnsitz in einem Wohnwagen zu nehmen. Auf Bauland geht es durch, auf Agrarland nicht: Wohnwagen und Fertigunterkünfte sind verboten. Die Warnung ist deutlich: Wäre das erlaubt, wäre halb Spanien seit Jahren voller Wohnwagen. Das Gesetz unterscheidet nicht zwischen Wohnen und Sommerurlaub.

Strom, Wasser und das Problem mit dem Schwarzwasser

Wohnwagen haben Tanks für Frisch- und Grauwasser, lösen aber nicht den gesamten Kreislauf. Strom ohne Anschluss kommt von Solarmodulen oder einem Generator, die Heizung läuft mit Propan. Ein Nutzer mit Wohnmobil-Erfahrung liefert die nützlichste Zahl: Eine Propangasflasche für 13 Euro reicht für eine Woche Standheizung auf niedrigster Stufe. Er hat bei 10 Grad unter Null an der Skistation Formigal geschlafen und 40 Grad auf dem Asphalt ausgehalten.

Der wunde Punkt ist die Sanitärentsorgung. Chemietoiletten müssen irgendwo geleert werden, das Grauwasser ebenso. Das plus Wäschewaschen macht das Leben im Wohnwagen zu einer täglichen Logistikübung. Die Alternative, die auftaucht, ist das Wohnmobil: Weil es sich bewegt, ist es kein fester Wohnsitz mehr und umgeht das Campingverbot.

Die Kälte, der wahre Feind

Auf der spanischen Hochebene fällt die Antwort direkt aus: Man friert sich zu Tode. Tagsüber geht es, nachts im Winter nicht. Nahe dem Meer ist es erträglich. Im Sommer wird der Innenraum ohne Dach über 40 Grad heiß, aber wenn man ihn nur zum Schlafen nutzt, überlebt man.

Die günstigere Alternative zum Campingplatz

Gegen die 330 Euro monatlich für einen Stellplatz steht eine möblierte Wohnung in Tuéjar (Valencia) für 150 Euro im Monat, mit zwei Zimmern, Bad, Wohnküche mit Cerankochfeld, Kühlschrank, Waschmaschine und Elektroboiler. Mit Strom kommt man auf 200-210 Euro. Der Vertrag läuft auf ein Jahr und ist verlängerbar. Die Schlussfolgerung ist unbequem: Die klassische Miete, in der entleerten spanischen Provinz, schlägt den Wohnwagen.

Mit diesen Zahlen müsste das Nomadenleben ein Randphänomen sein. Und ist es auch – außer für diejenigen, die ihr Fahrzeug bereits abbezahlt haben und es jede Woche bewegen. Die Prognose, mit Vorbehalt: Solange Campingplätze Touristentarife verlangen und Bauland außerhalb verboten bleibt, bleibt der Wohnwagen ein Wochenendvergnügen, keine Wohnlösung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (21 Antworten).

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