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Wie lange hält ein Bürostuhl: 90 Euro und 17 Jahre Nutzung
Ein Bürostuhl für 90 Euro hat 17 Jahre echten Gebrauch hinter sich, während dasselbe Modell heute 180 kostet. Die Schwachstelle ist nicht der Stahl, sondern der Polsterbezug.
Wie lange sollte ein Bürostuhl halten? Die Antwort der häuslichen Rechnung ist unbequem: 90 Euro Kaufpreis und 17 Jahre Dienst. Das ist die Bilanz eines Exemplars, dessen Besitzer es mit 15 schon abgeschrieben hatte und das zwei Jahre später immer noch den Arbeitstag durchhält. Der Wiederbeschaffungspreis hat derweil nicht stillgestanden: Dasselbe Modell kostet heute mindestens 180 Euro. Das Doppelte, um exakt dasselbe zu kaufen.
Zwölf, zwanzig, fünfundzwanzig und dreißig Jahre echter Nutzung
Fragt man nach der tatsächlichen Lebensdauer eines Computerstuhls, zeichnen die Antworten das Bild eines alten, unspektakulären heimischen Bestands. Zwölf Jahre für ein Ikea-Modell. Zwanzig für einen Steelcase, der buchstäblich noch fast wie am ersten Tag ist. Fünfundzwanzig für einen weiteren ohne jede Ermüdungserscheinungen. Dreißig für einen geerbten Schreibtischstuhl, dessen Polster langsam nachgibt und dessen Mechanik intakt ist.
Mit solchen Zahlen prahlt niemand mit dem Design. Geprahlt wird mit der Konstruktion: Rollen, die drehen, Rückenlehnen, die nicht wackeln, Armlehnen, die nicht abfallen. Die hohe Anfangsinvestition lohnt sich genau dann, wenn sie aufhört, eine Investition zu sein, und zur Routine wird.
Was kaputtgeht, ist nicht der Stahl, sondern das Polyurethan
Das Muster wiederholt sich mit fast verdächtiger Hartnäckigkeit: Der Polsterbezug versagt, nicht das Gestell. Der 30 Jahre alte Bürostuhl braucht eine neue Polsterung; eine vom Straßenrand gerettete Kunstleder-Stuhl hat zerstörtes Polyurethan und eine tadellose Mechanik, bereit für eine Billigreparatur. Die Schwachstelle von Arbeitsmöbeln ist nicht die Mechanik, sondern die Oberfläche.
Diese Diagnose erklärt, warum Gaming-Stühle aus dem Supermarkt mit geplatztem buntem Bezug auf dem Gehweg landen, während dreißig Jahre alte Bürogestelle weiter ihren Dienst tun. Sie erklärt auch den immer wiederkehrenden Rat: Netzstoff statt Kunstleder, Zertifizierung statt Optik, und Kopfstütze und Armlehnen, wenn der Arbeitstag lang ist. Wenn die Gaming-Laune stärker ist, dann wenigstens atmungsaktiv.
Weide, Holzperlen und 150 Jahre
Es gibt noch eine Stufe darüber, und die ist nicht technisch. Auf dem Land sind Stühle im Gebrauch, die über 150 Jahre alt sind und schon die Großeltern der heutigen Grauhaarigen gesehen haben. Ihre Pflege beschränkt sich darauf, das Weidengeflecht von Zeit zu Zeit zu erneuern. Für viele ist die zeitgemäße Alternative zum durchgelegenen Stuhl eine Sitzauflage aus Holzperlen: das ehrlichste Nebenprodukt der Büromöbel.
Der ramponierte Stuhl arbeitet weiter, die Laune wartet. Zweimal für dasselbe zu zahlen schien eine schlechte Idee, bis jemand feststellte, dass einmal für etwas zu zahlen, das 30 Jahre hält, genau das ist, was Haushalte mit alten Möbeln seit jeher unaufgeregt tun. Das Neue stapelt sich auf dem Gehweg.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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