WG-Suche mit 50: Wohnraum ohne Eigentum

550 € für eine 85-m²-Wohnung statt marktüblicher 750 € oder Leben von einer nicht beitragspflichtigen Rente von 650 €: So sieht der Alltag eines Mieterpaars aus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wohngemeinschaft mit 50: Späte Rente deckt die Miete nicht

Wie ein Teilnehmer berichtet, zahlen seine Mieter 550 Euro monatlich für eine 85 Quadratmeter große Wohnung, für die der Markt mindestens 750 Euro verlangen würde. Es ist kein Schnäppchen im Viertel: Dies ist die Rechnung, die ein Paar trägt, dessen Einkommen aus einem Zuschuss für Personen über 52 Jahren und einer nicht beitragspflichtigen Rente von 650 Euro besteht. Das ist das Kleingedruckte einer Situation, die sich langsam abzeichnet: Menschen, die die 50 überschritten haben, ohne Familie zur Kostenteilung und ohne Vermögen als Rückhalt, suchen Mitbewohner, um nicht vom Wohnungsmarkt ausgeschlossen zu werden.

Im beschriebenen Fall kostet das Anmieten eines Zimmers fast so viel wie das, was dieses Paar bereits für die gesamte Wohnung zahlt, sodass die Notlösung nicht günstig ist.

Warum suchen 50-Jährige Mitbewohner?

Weil sie die Hälfte des Lebens erreichen, ohne das selbstverständliche Sicherheitsnetz: keine stabile Partnerschaft, keine Kinder und keine abbezahlte Immobilie. Eine späte Trennung, ein gescheiterter Geschäftsentwurf – wie ein Teilnehmer anmerkt, nicht etwa der Metzgerladen im Viertel, sondern Projekte im Wert von vier Millionen Euro, die in der Pfändung enden – oder ein ganzes Leben zur Miete reichen aus, um jemanden mit 52 Jahren wieder am Anfang stehen zu lassen.

Auf dieser Basis lastet der Zeitplan. Ein Teilnehmer argumentiert, dass nach dem 50. Lebensjahr jeder an Krebs, Schlaganfall oder Herzinfarkt sterben kann, wie es Freunden von ihm vor dem 60. Geburtstag widerfahren ist. Dies ist das Argument, das er verwendet, um das Arbeiten bis zum 70. Lebensjahr abzulehnen.

Die Generation, die in Barcelona für 9.000 Euro kaufte

Der Kontrast zu den Eltern erklärt fast alles. Wie ein anderer Teilnehmer berichtet, kaufte sein Vater in den Achtzigern eine Wohnung in Barcelona für umgerechnet 9.000 Euro, wovon 3.000 Euro von den Großeltern beigesteuert wurden. Die Raten schienen untragbar, man verkaufte, die Familie zog zur Miete, kaufte erneut, verkaufte wieder und landete dennoch mit einem fast abbezahlten Eigenheim. Ohne Plan: Einfach weil die Umgebung jedes Jahr wuchs.

Dieser Spielraum hat sich laut derselben Erzählung geschlossen. Wer nicht vor 30 gekauft hat, verpasste den Zug, und wer jetzt ohne vermögende Familie im Rücken kommt, hat es direkt unmöglich. Der Satz, der diese Stimmung zusammenfasst, ist hart: Die Nachfolgenden sind „bei lebenden Zeiten tot“, wenn sie nichts erben.

Rente mit 70 und wer zahlt das Pflegeheim

Auf der anderen Seite des Kalenders steht der Ruhestand. Im Thread tauchen immer wieder Hinweise auf Arbeit bis 70, sogar bis 73, und darauf auf, dass mit 71 „alles egal“ sei.

Das gezeichnete Bild ist nicht freundlich. Ein Teilnehmer stellt sich ein Pflegeheim voller alter Menschen vor, die mit ihrer Videospielkonsole feststecken, weil es das Einzige war, was sie im Leben getan haben; ein anderer erinnert daran, dass die Alternative – ein Dorf im Landesinneren, ohne Familie in der Nähe und mit Teleassistenz als einzige Verbindung – nicht viel besser ist. Und eine Warnung durchzieht den Thread: Ohne Vermögen oder Kinder, wer bezahlt dann dieses Heim?

Kann man mit einer Rente WG leben?

Die Idee, die Miete zu teilen, kollidiert mit der Arithmetik. In dem Fall, der im Material auftaucht, tragen zwei Personen eine ganze Wohnung mit einem Zuschuss für Über-52-Jährige und einer nicht beitragspflichtigen Rente von 650 Euro; würden sie in ein Zimmer ziehen, zahlten sie fast dasselbe. Das Zusammenleben ändert die Rechnung kaum.

Und was bleibt vom Sozialstaat? Das ist die Frage, die den Thread durchzieht.

Eigentümer und der Kampf um die Miete

Parallel läuft ein weiteres Grundproblem: das derjenigen, die bereits Wohneigentum besitzen. Ein Teilnehmer behauptet, dass jene, die jetzt Maßnahmen zur Intervention des Mietmarkts fordern, gegen Käufer gerichtet sind, und antwortet mit einem „jeder muss seinen eigenen Ballast tragen“. Ein anderer erinnert an den gegenteiligen Trugschluss: Diejenigen, die über Vermieter mit dem alten Mietrecht lachten, landeten schließlich mit einer geschmälerten Rente und einem Vermieter, der das Haus nicht instand hielt.

Es ist das Pendelgesetz, das einer der Teilnehmer anführt: Alle paar Jahrzehnte wechseln Eigentum und Miete die Seiten, und jemand bleibt auf der falschen Seite hängen.

Mit diesen Zahlen sollte das WG-Leben mit 50 nur eine Übergangslösung sein. Im Thread erscheint es jedoch als Endstation für viele. Wie lange kann eine Gesellschaft dieses Schweigen noch aushalten?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (196 Antworten).

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