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Warum wir immer wieder in Online-Debatten zurückkehren, die uns schaden
Eine Debatten-Community wegen ihrer Toxizität zu verlassen und Tage später zurückzukehren, ist häufiger, als man denkt. Die Analogie zum Glücksspiel erklärt, warum.
Zurück in die Debatte, die einen zur Weißglut bringt: der Sog feindseliger Communities
Er verließ die Community wegen ihrer negativen Stimmung, müde von Beiträgen, die tiefe Mutlosigkeit zeichneten. Wenige Tage später war er zurück, mit einer Warnung: "das macht süchtig". Er ist kein Einzelfall. Manche lassen sich für ein bis zwei Wochen sperren, wie auf Wettseiten, wo sich Süchtige selbst ausschließen, um nicht spielen zu können.
Der 'Urlaubsmodus', der die Sucht verrät
Der Vergleich mit dem Glücksspiel ist kein Zufall. In diesen Communities wirkt die argumentative Konfrontation wie eine intermittierende Belohnung: Mal gewinnt man, mal wird man zerlegt. Die Abwesenheit von Zensur ist der Köder, aber die sachliche Gegenargumentation ist das, was brennt. Draußen in den sozialen Medien bekommt jeder Einfall den Beifall der eigenen Blase. Hier nicht: Es wird mit Zahlen geantwortet, und das nervt. Es nervt, aber es macht süchtig. Wer zurückkehrt, gibt zu, dass das Umfeld hart ist, zieht es aber der Echokammer vor.
Der Vorschlag eines "Urlaubsmodus" ähnelt den Selbstkontroll-Werkzeugen des Glücksspiels: Eine Person lässt sich von der Plattform ausschließen, um nicht hineinzukommen. Die Metapher vom Glücksspiel funktioniert, weil eine echte Abhängigkeit vom dialektischen Schlagabtausch besteht. Kann man es Sucht nennen, an einen Ort zurückzukehren, an dem man mit Fremden diskutiert? Die Teilnehmer selbst machen sich darüber lustig, aber der psychologische Mechanismus ist ernst.
Natürliche Selektion, keine Zensur
Ein weiteres Thema ist der Unterschied zwischen Zensur und redaktioneller Filterung. Es gibt keinen Moderator, der unbequeme Meinungen löscht, aber es gibt eine darwinistische Selektion: inhaltsleere Ideen werden so lange widerlegt, bis sie lächerlich gemacht sind. Das vertreibt diejenigen, die einfache Zustimmung suchen, hält aber diejenigen, die das Duell genießen.
Die Frage bleibt offen: Wenn die faktenbasierte Debatte ohne Sicherheitsnetz süchtig macht, was sagt es über uns aus, dass wir diesen Adrenalinkick brauchen, um uns zu fühlen, dass wir denken? Vielleicht ist es nur eine weitere Form des Konsums, genauso abhängig machend wie das Glücksspiel.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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