Warum viele Spanien-Portugals gegen die eigene Nationalmannschaft anfeuern

Merinos Tor beendete den Protest nicht. Aus politischer Ernüchterung, Ablehnung des Geldes und Krise unterstützten viele Spanier Portugal gegen die eigene Nationalmannschaft.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Diejenigen, die Portugal gegen Spanien anfeuern: Entfremdung, Fußball und Politik

Mikel Merino traf in der 119. Minute, und Spanien besiegte Portugal mit 1:0 – ein Spiel, das statt zu einen die gesellschaftliche Spaltung rund um die Nationalmannschaft offenlegte. Während in den Rängen und Kneipen Spannung lag, wuchs in Foren und sozialen Medien ein Chor von Spaniern, die offen bekannten: „Ich bin mit Cristiano.“ Das war keine isolierte Provokation, sondern die Spitze eines Eisbergs aus Unmut, der politische Müdigkeit, Kritik am Fußballgeschäft und Ablehnung der offiziellen Erzählung vermischt.

Wirtschaftliche und politische Gründe: Ablenkungsmanöver

Unter den Gründen, sich die Niederlage der spanischen Auswahl zu wünschen, sticht die Wahrnehmung hervor, große sportliche Erfolge würden genutzt, um „Korruption und den Verfall der öffentlichen Dienste zu überdecken“. Eine Strömung vertritt die Ansicht, jeder mediale Triumph lenke von strukturellen Problemen wie Jugendarbeitslosigkeit oder prekärer Arbeit ab. Das Argument ist nicht neu, gewinnt aber in Zeiten von Inflation und sinkender Kaufkraft an Kraft.

Dazu kommt die Ablehnung des Bildes der „multimillionären Gören“, das der Kader verkörpert, dessen Hauptantrieb finanziell und nicht patriotisch ist. Für viele ist der Profifußball ein Zirkus der Eliten, der das nationale Gefühl kapitalisiert, ohne den Bürgern etwas Greifbares zurückzugeben. Der Vergleich mit Cristiano Ronaldo, der als zäher Kämpfer gegen das gilt, was sie als eine künstliche Mannschaft betrachten, verstärkt diese Neigung.

Die Identitätsspaltung: Vielfalt und Fahnen

Die Identitätsdebatte zieht sich durch die Ablehnung der Nationalmannschaft. Die Präsenz von Spielern mit vielfältigen Wurzeln, von manchen als Ausdruck eines pluralen Spanien gefeiert, empfinden andere als ideologische Zwangsauflegung. Der Fall Lamine Yamal, eines jungen Talents marokkanischer Herkunft, löst wütende Kritik aus, die Rassismus und Obsession mit nationaler Reinheit vermischt. „Ich hasse Yamine Yamal“, ist in den Nachrichten zu lesen, mit dem Vorwurf, er habe 2022 einen Sieg Marokkos gefeiert. Diese Strömung meint, die Nationalmannschaft vertrete sie nicht mehr.

Die Reaktion: Triumph und Verachtung

Merinos Tor löste die Euphorie der Mehrheit aus, aber auch die Abrechnung mit den „unpatriotischen“ Kritikern. „Pech gehabt, Idiot“, war eine der härtesten Antworten. Das Ergebnis heilte die Wunde nicht: Der Sieg wurde als Strafe für die Entfremdeten erlebt, nicht als kollektiver Erfolg. Manche Nutzer bemerkten, „selbst ein Sieg genügt ihnen nicht“, ein Zeichen der Radikalisierung der Positionen.

Eine Anomalie mit Daten

Cristiano Ronaldo hat inzwischen sechs verlorene Weltmeisterschaften hinter sich, mehr als jeder andere Spieler. Eine Zahl, mit der viele seine Größe gegenüber dem Weltmeister-Team ironisieren. Die Paradoxie: Der Portugiese hat trotz seiner Vereinsbilanz nie das Turnier gewonnen, das Spanien errungen hat. Doch das überzeugt diejenigen nicht, die – wie hier zu sehen – individuelle Heldenepik einer Mannschaft vorziehen, die sie als Instrument der offiziellen Erzählung wahrnehmen.

Fußball war schon immer ein Spiegel der Gesellschaft. Was dieses Spiel zeigte, ist ein Land, in dem selbst der heroischste Sieg die Risse nicht kitten kann. Solange die Nationalmannschaft für einen Teil der Bevölkerung ein Produkt aus dem institutionellen Labor bleibt, wird der Ruf „Hoch lebe Portugal“ weiter durch die Klatschkanäle hallen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (74 Antworten).

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