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Warum Sánchez die spanische Einkommensteuer nicht an die Inflation anpasst
Bei 8 % Inflation bleiben die Tarifzonen der spanischen Einkommensteuer eingefroren: Die Löhne steigen, doch der Fiskus kassiert mehr. Eine Analyse, warum die Regierung ausweicht und wer dafür zahlt…
Warum Sánchez die spanische Einkommensteuer nicht anpasst: Der Fiskus gewinnt, der Bürger verliert
Bei einer kumulierten Inflation im zweistelligen Bereich hat die Regierung von Pedro Sánchez beschlossen, die Tarifzonen und Freibeträge der Einkommensteuer (IRPF, die spanische Einkommensteuer) nicht anzupassen. Die Entscheidung hat einen technischen Namen: kalte Pogre. Die Löhne steigen in nominalen Euro mit der Inflation, aber wenn Arbeitnehmer in höhere Steuerzonen rutschen, wächst ihre Steuerlast schneller als ihr Realeinkommen. Das Ergebnis: höhere Einnahmen ohne Tariferhöhung – ein rein automatischer Effekt, ganz ohne das Parlament.
Der Mechanismus des „stillen Kassierens“
Die Inflationsanpassung der Einkommensteuer bedeutet, die Schwellenwerte der einzelnen Tarifzonen sowie die Grund- und Familienfreibeträge an die Inflation anzupassen. Geschieht das nicht, zahlt ein Arbeitnehmer, der 2021 30.000 Euro verdiente und 2023 33.000 Euro erhält, nur um seine Kaufkraft zu halten, einen höheren Grenzsteuersatz – obwohl sich seine reale Leistungsfähigkeit nicht verändert hat. Die Steuerbehörde streicht die Differenz ein. Mehrere spanische Autonomous Regionen haben ihren Anteil an der Steuer angepasst; die Zentralregierung nicht.
Drei Gründe für die Nichtanpassung
In der ökonomischen Analyse kursieren verschiedene Argumente. Erstens: der Finanzbedarf. Mit nur verlängertem Haushalt verwaltet die Regierung die Einnahmen nach eigenem Ermessen per Erlass. Je mehr sie ohne Tariferhöhung einnimmt, desto weniger muss sie verhandeln. Zweitens: die Ideologie. Für manche ist die echte Pogre der Einkommensteuer ein Umverteilungsinstrument: die Nichtanpassung an die Inflation wirkt wie eine implizite Steuererhöhung, die mittlere und höhere Einkommen besonders trifft. Drittens, der zynischste Grund: Untätigkeit als Default. Solange die Opposition nicht energisch darauf drängt, ist der politische Preis des Nichtstuns geringer als der, der eigenen Basis eine Steuersenkung erklären zu müssen.
Die Ironie der „Wertschöpfung“
Manche bemerken spöttisch: Läuft die Inflation weiter und wird die Einkommensteuer nicht angepasst, werden in wenigen Jahren alle Steuerzahler in den höchsten Tarifzonen veranlagt und nominell „reich“ auf dem Papier sein. Eine eigenartige Art der Umverteilung: den Steuerzahler verarmen lassen, während die Steuerbehörde lächelt. Die Debatte ist offen: Die Daten sind hartnäckig, aber der politische Wille bemisst sich an den Haushalten, die nie kommen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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