Warum Oliver und Benji nicht mehr so heißt: die japanischen Namen

Streamingplattformen verabschieden sich von den alten Synchronnamen: Aus Oliver wird Tsubasa Ozora. Das Namenschaos, das für Diskussionen sorgt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Von Oliver und Benji zu Tsubasa Ozora: Der Name, der nicht mehr synchronisiert wird

Die Streamingplattformen nennen Oliver nicht mehr Oliver. Der Stürmer, der eine halbe Ewigkeit brauchte, um das Feld zu überqueren, antwortet jetzt auf seinen japanischen Namen Tsubasa Ozora, und der Torwart hört nicht mehr auf Benji. Die Synchronfassung, die diese Namen in die Köpfe einer ganzen Generation eingebrannt hat, ist aus dem Geschäft gefallen: Wo früher eine freie Adaptation dafür sorgte, dass der spanische Zuschauer nicht den Faden verlor, sorgt heute eine Lizenzpolitik dafür, die ursprüngliche Namensgebung zu respektieren. Das Ergebnis ist eine Kuriosität wie aus dem Lehrbuch: Ein Teil des Publikums streitet über den Namen einer Zeichentrickfigur, die nicht mehr die ist, die er kennengelernt hat.

Warum die Plattformen die originalen japanischen Namen verwenden

Die Änderung ist keine Laune eines gelangweilten Übersetzers. Als der Comic in Spanien als „Captain Tsubasa“ erschien, existierten bereits beide Versionen nebeneinander: Der Manga kam mit dem japanischen Titel, während das Fernsehen die Synchronfassung mit spanischen Namen ausstrahlte. Diese Koexistenz brach auseinander, als der Konsum zum Streaming wechselte und die Lizenzen in der Sprache des Rechteinhabers reisten.

Manche argumentieren, das heutige Kriterium strebe nach Treue zum Originalmaterial und wolle Katalogkonflikte zwischen Vertrieibern vermeiden. Dagegen hält wer, dass die Synchronfassung kein Fehler war, sondern eine Schicht Popkultur mit eigenem Wert. Die komplette Serie ist seit rund zehn Jahren auf YouTube, der Manga ist seit mehr als fünf Jahren zurück, und manche erinnern sich: Damais hat niemand dieses Aufsehen veranstaltet.

Das FIFA-Regelwerk-Video, das das Problem auf den Punkt bringt

Der beste Gradmesser für das Durcheinander liegt nicht im Anime selbst, sondern in den Videos, die analysieren, ob die Spielzüge der Serie nach dem FIFA-Regelwerk legal wären. Mit den ins Japanische geänderten Namen weiß der Zuschauer, der mit der spanischen Synchronfassung aufgewachsen ist, weder wer wer ist noch wer die legendären Spielzüge verantwortet. Die Treue zum Original hat einen konkreten Preis: Sie zerstört die gemeinsame Referenz zweier Generationen, die mit diesen Namen gelernt haben, über Fußball zu diskutieren.

Von Chicho Terremoto bis Juana und Sergio: Die Synchronisation als Schlachtfeld

Die eigentliche Frage ist, was mit dem Rest des Katalogs geschieht. Attacker You! ist der Grenzfall: In Spanien hieß die Serie immer Juana und Sergio. Sie jetzt umzubenennen klingt, gelinde gesagt, seltsam. Und die Sache driftet in rauere Gefilde ab, wobei ein Teil des Publikums darauf beharrt, dass die heutigen Kriterien dafür, was gesendet werden darf und was nicht, inkohärent und schwer erklärbar sind – eine Diskussion, die direkt mit der Frage kreuzt, ob Chicho Terremoto heute einen TV-Filter passieren würde.

Abgesehen vom kulturellen Lärm hat der umlaufende Fußballvergleich durchaus seinen Witz. Ein echter Tsubasa Ozora wäre ein japanischer Offensivspieler wie aus dem Lehrbuch: Er schafft den Durchbruch in der Bundesliga, wird danach vom Brighton für dreißig Millionen verpflichtet, reißt sich ein paar Monate raus und scheidet am Ende in der Conference League gegen einen Rayo Vallecano mit Kiez-Namen aus. Und von dort zum Talavera, ohne dass jemand weiß, wie.

Die japanische Namensgebung wird sich mit ziemlicher Sicherheit im gesamten neuen Katalog durchsetzen: Das Geschäft läuft in diese Richtung, und Lizenzen verhandeln nicht über Gefühle. Ob die synchronisierte Generation das akzeptiert, ist eine andere Frage. Die entscheidende Zahl wird sein, ob sich ein Vertrieb zutraut, neu zu synchronisieren, um die alten Namen zurückzuholen. Darauf würde ich nicht allzu viel wetten.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (18 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver