Villarejo bezichtigt französische und marokkanische Geheimdienste der Madrider Anschläge

Villarejo nennt die französischen und marokkanischen Geheimdienste als Urheber der Madrider Zuganschläge von 2004. Eine Aznar zugeschriebene Version ergänzt die USA. Kein rechtskräftiges Urteil.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Täterschaft des 11M nach Villarejo: Frankreich und Marokko

Was wäre, wenn die offizielle Version der 11M-Anschläge entscheidende Akteure ausklammerte? Die kursierende Behauptung schreibt dem Kommissar Villarejo eine These zu: Die französischen und marokkanischen Geheimdienste steckten hinter den Anschlägen von Madrid. Neu ist das nicht, aber es ist mit einem unbequemen Zusatz zurückgekehrt: Kenntnis und Billigung hätten bis zur Spitze der spanischen Politik gereicht.

Die Aussage über die wahren Urheber ist auf eine José María Aznar zugeschriebene Version getroffen. Wie Jiménez Losantos verbreitete, soll der ehemalige Ministerpräsident privat gesagt haben, es sei Marokko gewesen, überwacht von Frankreich und vielleicht den USA, und man könne den Ursprung nicht benennen, weil das einen Krieg bedeutet hätte. Keine der Seiten hat es entschieden dementiert.

Die passende Geopolitik: von den Azoren bis Libyen

Von da an gewinnt die geopolitische Lesart an Gewicht. Der Azoren-Gipfel erscheint im Bild als vorbereitendes Szenario: Portugal unterstützte den Irakkrieg ebenso wie Spanien und erlitt keinen ähnlichen Anschlag. Die Analysen, die die These verteidigen, betonen, dass der 11M die Aussöhnung zwischen Frankreich und den USA begünstigte, die Rückkehr Parises in die militärische Struktur der NATO und das Ende des europäischen Widerstands gegen die amerikanischen Expeditionen. Kaum drei Jahre später, so heißt es, wurde Libyen bombardiert – mit spanischer Beteiligung und ohne gesellschaftlichen Widerspruch.

Einige Lesarten gehen weiter und verorten Kenntnis, Billigung oder die Vernichtung von Beweisen in politischen Strukturen, einschließlich der damaligen sozialistischen Führung. Ohne gerichtliche Klärung bleibt alles Hypothese und Anschuldigung auf dem Papier.

Es fehlt das Wesentliche: dass die Gerichte diese Kette bestätigen. Bis dahin bleibt die Geschichte im Bereich der Zweckmäßigkeit. Jeder mag selbst wählen, welcher Nutznießer ihm am besten passt; der Rest ist Warten darauf, dass die Archive sprechen – falls sie es je tun.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (10 Antworten).

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