Vermutlicher Attentäter auf Vidal Quadras erschossen

Der mutmaßliche Schütze des Anschlags auf Alejo Vidal-Quadras wurde in Alhendín ermordet, während Überwachungskameras kurz zuvor umgestellt worden waren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vermutlicher Attentäter auf Vidal Quadras erschossen
Vermutlicher Attentäter auf Vidal Quadras erschossen

Vier Schrotschüsse. Eine Hinrichtung. Und Verkehrskameras, die zwei Tage zuvor ihre Ausrichtung geändert hatten. Der mutmaßliche Schütze des Anschlags auf den katalanischen Politiker Alejo Vidal-Quadras wurde tot in Alhendín (Granada) aufgefunden, wie El Ideal de Granada bestätigte. Die Polizei suchte nach einem vierten Beteiligten. Jemand war schneller. Das Paradoxe ist unbequem: Je enger der Kreis wird, desto weniger sieht man.

Was über den Mord in Alhendín bekannt ist

Die Leiche des mutmaßlichen Täters des Anschlags auf den katalanischen Politiker wurde in der Gemeinde Alhendín in der Provinz Granada gefunden. Die Hinrichtung erfolgte mit vier Schrotschüssen, und laut ersten Berichten handelte es sich um eine Exekution. El Ideal de Granada bestätigte das Tötungsdelikt.

Erste Berichte legen nahe, dass der Mord verhindert werden sollte, dass er aussagt. Wer geschossen hat, wusste offenbar, wo und wann er ihn finden würde. Die Polizei verfolgte die Spur eines vierten Beteiligten an dem Komplott. Dieser vierte Beteiligte – oder sein Beschützer – war schneller.

Kameras, die nicht mehr hinsahen

Zwei Tage vor dem Mord änderten die Verkehrskameras in der Gegend ihre Blickrichtung. Das Ergebnis: Es gibt keine Aufnahmen von den Tätern. Die zeitliche Übereinstimmung ist zumindest auffällig. Wer die Befugnis hatte, diese Geräte umzustellen, schuldet eine Erklärung.

In Online-Diskussionen wird dies mit der Zerstörung eines U-Bahn-Wagens im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11-M verglichen. Jener Wagen sei innerhalb weniger Stunden zu Schrott gemacht worden. Hier sahen die Kameras einfach nicht mehr an den richtigen Ort.

Drei Festnahmen, die die Ermittlungen sabotierten

Laut zitierten Ermittlern hätten die voreiligen drei Festnahmen in Málaga und Granada die Operation von innen heraus zerstört. Die These lautet, dass Teile festgenommen wurden, die noch zu den Hintermännern führen könnten, bevor sie bereit waren. Durch die Verhaftungen wurden die Drahtzieher gewarnt. Und durch die Warnung wurde das Todesurteil für den mutmaßlichen Schützen unterschrieben.

Manche sehen darin eine Kette von Fehlern. Andere sehen etwas Schlimmeres: eine gezielte Leckage. Der Unterschied zwischen beiden Interpretationen liegt zwischen Inkompetenz und Komplizenschaft, und bisher gibt es keine schlüssigen Beweise für Letzteres.

Die Wohnung und der PSOE-Schatzmeister

Der Eigentümer der im Zusammenhang mit den Ereignissen stehenden Wohnung soll ein Schatzmeister der PSOE sein, so kursierende Daten. Für sich allein beweist dieser Umstand nichts. Aber er nährt die Hypothese einer politischen Verbindung, wie in einigen Beiträgen diskutiert wird.

In den Diskussionen wird Minister Fernando Grande-Marlaska und seinem Umfeld vorgeworfen, obstructioniert oder fahrlässig gehandelt zu haben. Diese Vorwürfe sind derzeit gerichtliche ungeklärte Verdachtsmomente. Das macht sie nicht irrelevant, sondern offen.

Die iranische Spur und der Verschleiß der offiziellen Version

Einige Quellen berichten, dass der Anschlag auf Vidal-Quadras zunächst von bestimmten Medien einer iranischen Spur zugeschrieben wurde. In der öffentlichen Debatte wird diese Hypothese angezweifelt, da Festnahmen in Málaga und Granada erfolgten und der mutmaßliche Schütze nun nicht mehr aussagen kann. Laut diesen Stimmen wechselte die von einigen Medien verbreitete Version mehrfach, was das Misstrauen schürte.

Manche behaupten, die iranische Spur habe dazu gedient, von internen Verwicklungen abzulenken. Was gleich bleibt, ist das Ergebnis: Ein mutmaßlich Beteiligter ist tot, und die Kameras haben nichts gesehen.

Das Gespenst des 11-M und die Royuela-Akte

Im Hintergrund des Falls taucht die sogenannte Royuela-Akte auf, die ein mutmaßliches Netzwerk aus Auftragsmorden, Entführungen und Erpressungen unter Nutzung staatlicher Ressourcen beschreibt. Einige Analysen ziehen Parallelen zwischen diesem Material und der Hinrichtung in Alhendín. Der Vergleich ist stark, aber bei weitem nicht verifiziert.

Auch das Gespenst des 11-M kehrt zurück: Beweisvernichtung, abkühlende Spuren. Jeder Fall dieser Art reißt dieselbe Wunde auf: das Gefühl, dass es Bereiche des Staates gibt, in denen Ermittlungen scheitern, weil jemand sie stoppt.

Wie geht es weiter?

Die Kameras liefern keine Bilder. Die Polizei suchte nach einem vierten Beteiligten, so die ersten Berichte. Und die politische Frage – ob jemand im Apparat des Staates die Hinrichtung begünstigte – bleibt ohne juristische Antwort.

Wie viele Glieder müssen noch fallen, bevor jemand erklärt, warum die Kameras weggeschaut haben?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (195 Antworten).

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