USA warnt: Europa wird in 20 Jahren kein verlässlicher Partner mehr sein

Trumps nationale Sicherheitsstrategie prognostiziert den Niedergang der europäischen Zivilisation und warnt vor dem Verlust der verlässlichen Allianz.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

USA warnt: Europa wird in 20 Jahren kein verlässlicher Partner mehr sein
USA geben Europa 20 Jahre, bevor es kein verlässlicher Partner mehr ist

Trumps nationale Sicherheitsstrategie behauptet, dass Europa „nicht über die wirtschaftliche und militärische Stärke verfügen wird, um in zwei Jahrzehnten verlässliche Verbündete zu bleiben“. Das Dokument, über das El Mundo berichtet, geht über eine rein militärische Diagnose hinaus und warnt vor dem „Verschwinden der europäischen Zivilisation“ aufgrund von Migration, der Zensur der Meinungsfreiheit, der Unterdrückung politischer Opposition und „dem gescheiterten Fokus auf regulatorische Erstickung“. Die Reaktion erfolgte prompt: Für viele gilt dieser Zeitraum als zu großzügig.

Was das Dokument genau über Europa sagt

Der Text kombiniert drei verschiedene Vorwürfe. Der erste ist wirtschaftlicher Natur: Die EU würde nicht über die ausreichende industrielle und fiskalische Basis verfügen, um eine eigene Armee zu unterhalten. Der zweite ist demografisch und kulturell, mit der Warnung vor einem angeblichen „Verschwinden der europäischen Zivilisation“. Der dritte ist regulatorisch: Die bürokratische „Erstickung“ würde Innovation und Wachstum bremsen.

Die Diagnose kommt aus Washington, nicht aus Brüssel, und dieses Detail ist nicht unerheblich. Es gibt Stimmen, die daran erinnern, dass die USA kein neutraler Partner sind: „Sie verkaufen dich für drei Seltene Erden“, fasst ein Kommentar zusammen, der auf die technologische und rohstoffbedingte Abhängigkeit hinweist. Die Kritik richtet sich in jedem Fall sowohl gegen den Überbringer als auch gegen die Botschaft.

Der Zeitrahmen: 20 Jahre, 10 Jahre oder fünf

Die offizielle Zahl lautet zwei Jahrzehnte. Die vorherrschende Meinung in der Debatte ist, dass dies zu lang gegriffen ist. „Das ist immer noch ziemlich optimistisch... er sagt 20 Jahre“, merkt der erste Kommentar an. Andere reduzieren den Spielraum auf zehn Jahre, und einige halten es für nur fünf Jahre in großen spanischen Städten, mit dem Argument, dass die einheimische Mehrheit schneller verwässert wird.

Es gibt keinen Konsens darüber, welcher Indikator die Uhr bestimmt. Die einen schauen auf die Demografie, die anderen auf die industrielle Kapazität, wieder andere auf den politischen Zusammenhalt. Das Ergebnis bleibt gleich: Fast niemand glaubt, dass der tatsächliche Zeitraum dem ist, der im Dokument steht.

Die europäische Armee und die Energierechnung

Die zweite Front der Warnung ist militärisch. Die am häufigsten wiederholte Kritik ist, dass Europa in einem hypothetischen Konflikt „zum Gespött“ werden würde, mit unterausgestatteten Kräften und fragwürdigen Führungen. Demgegenüber verteidigen manche, dass die gemeinsame Verteidigung nicht von der Anzahl der Soldaten abhängt, sondern von der technologischen Kapazität und der Industrie, die sie stützt.

Das Problem ist, dass diese Industrie ebenfalls umstritten ist. Die Elektrifizierung des Transports erfordert beispielsweise Strom, Ersatzteile und Rohstoffe, die heute in Europa nicht in dem erforderlichen Maß produziert werden. Ein Kommentar fasst es sarkastisch zusammen: Man schlage vor, alles mit erneuerbaren Energien anzutreiben, ohne vorher gelöst zu haben, woher die Komponenten kommen sollen.

Die unbestrittene Achse: die externe Abhängigkeit

Hier erscheint der unangenehmste Punkt. Ein Großteil der Diskussion stellt nicht infrage, ob Europa schwächer wird, sondern wer es verursacht. Eine Strömung behauptet, Washington habe jahrzehntelang daran gearbeitet, dass die EU keine strategische Autonomie entwickelt, unter Komplizenschaft der europäischen Regierungen. Eine andere Antwort lautet, dass es eine bequeme Art sei, die Schuld auf das Ausland zu schieben, um keine eigenen Entscheidungen treffen zu müssen: Grenzen, Regulierung und Verteidigungsausgaben werden in Brüssel verwaltet, nicht im Weißen Haus.

Der dritte Akteur, der auf die Bühne tritt, ist China, das als das Land bezeichnet wird, das sowohl über Produktionskapazitäten als auch über qualifiziertes Personal verfügt. Parallel dazu wird der BRICS-Block im Zusammenhang mit der Einführung einer auf Blockchain basierenden Recheneinheit erwähnt, die laut einem Kommentar im Thread zu 40 % durch Gold und zu 60 % durch die Hauptwährungen seiner Mitglieder gedeckt ist. Sollte dieses Instrument vorankommen, wird das Argument des europäischen Niedergangs von einer Meinung zu einer finanziellen Konsequenz.

Der unangenehme Konsens zur Migration

Das Washingtoner Dokument setzt Migration in denselben Absatz wie Zensur und Überregulierung, und diese Mischung überträgt sich auf die Debatte. Ein Teil der Beteiligten verknüpft sie direkt mit dem vermeintlichen wirtschaftlichen und sozialen Niedergang Europas. Andere antworten, dass das Problem nicht die Ankunft von Menschen sei, sondern die Unfähigkeit, sie zu integrieren und öffentliche Dienste mit einer alternden Bevölkerung aufrechtzuerhalten.

Bemerkenswert ist, dass beide Strömungen in der grundlegenden Diagnose übereinstimmen: Die europäische Demografie kann das aktuelle Modell nicht tragen. Sie streiten über die Ursache und vor allem über die Lösung.

Der Verbündete, der auch nicht verlässlich ist

Die am häufigsten wiederholte Ironie ist, dass die USA selbst den Test nicht bestehen, den sie Europa abverlangen. Es wird von Kriegsveteranen gesprochen, die nach ihrer Rückkehr als Invaliden sich selbst überlassen wurden, von der internen Adiktionskrise und dem sozialen Verfall ihrer Großstädte. „Immer spricht der Ungeeignetste“, fasst eine Intervention zusammen.

Das Argument hat eine härtere Version: Wenn Washington Europa seit vierzig Jahren diagnostiziert, ist das richtige Verb vielleicht nicht „glaubt“, sondern „erwartet“. Der zugrunde liegende Verdacht ist, dass die Schwächung Europas keine Vorhersage, sondern ein Ziel ist.

Was, wenn nicht der Zeitraum das Problem ist, sondern wer die Uhr stellt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (100 Antworten).

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