UK verbietet Tabakkäufen für ab 2009 Geborene

Großbritannien verbietet den lebenslangen Kauf von Tabakwaren für Personen, die seit 2009 geboren sind, was zu unterschiedlichen Rechten führt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

UK verbietet Tabakkäufen für ab 2009 Geborene
UK verbietet Tabakkäufen für ab 2009 Geborene

Ein Gesetz macht das Geburtsdatum zur Grenze zwischen zwei Staatsbürgerschaften. Wer ab 2009 auf die Welt kam, darf nie wieder Tabak kaufen, weder mit 20 noch mit 40 oder 70 Jahren. Wer einen Tag früher geboren wurde, darf es. Der britische Gesundheitsminister Wes Streeting stellte dies als einen «historischen» Moment vor: Die Kinder im Vereinigten Königreich werden, so sagte er, «die erste rauchfreie Generation sein, geschützt vor einem Leben voller Sucht und Schaden». Die Maßnahme verbietet nicht den Tabak: Sie verbietet den Tabak für manche.

Hier beginnt das Problem. Zwei Erwachsene im Alter von 30 und 31 Jahren, dieselbe Straße, derselbe Laden, dieselben Lungen, unterschiedliche Rechte. Es ist keine Einschränkung aufgrund von Fähigkeit oder Verhalten: Es ist eine Zählung. Und eine Zählung, die auf ein Produkt angewendet wird, das weiterhin legal verkauft wird, lässt dem Verkäufer die unmögliche Aufgabe, das genaue Alter jedes Kunden zu erraten.

Was genau verbietet die britische Norm?

Der Mechanismus ist ein Verkaufsverbot, das an das Geburtsjahr gebunden ist, nicht an das Erreichen eines Mindestalters. Der Unterschied ist alles. Ein Mindestalter wird überschritten: Der Minderjährige von heute ist der Erwachsene von morgen. Dies wird niemals überschritten. Der 17-Jährige von heute wird auch mit 47 Jahren noch kein Tabak kaufen dürfen.

Manche verteidigen den Ansatz als gut gezieltes Social Engineering: Anstatt das Produkt der gesamten Bevölkerung auf einmal wegzunehmen, lässt man den Markt durch generationelle Erschöpfung aussterben. Jedes Jahr altert die Gruppe der legalen Kunden und wird nicht erneuert. Es ist ein Verbot mit langem Countdown.

Kritiker sehen im selben Design seinen Schwachpunkt. Wenn die Norm acht Jahrzehnte hält, werden im Jahr 2100 ein 92-jähriger Mann Zigaretten kaufen und sein 91-jähriger Enkel dafür bestraft werden. Niemand hat bisher erklärt, wie dies an der Tür eines Supermarkts überprüft werden soll.

Zwei Erwachsene, ein Laden und unterschiedliche Rechte

Das am häufigsten wiederholte juristische Argument ist die ungerechtfertigte Altersdiskriminierung. Autofahren diskriminiert ebenfalls nach Alter, aber mit funktionalen Kriterien: die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu bedienen. Hier ist das Kriterium das Geburtsdatum selbst. Ein 30-jähriger Bürger darf nicht rauchen, ein 31-jähriger darf es, ohne dass es einen relevanten Unterschied zwischen beiden gibt.

Daraus folgt die Schlussfolgerung, die sehr unterschiedliche Sensibilitäten teilen: Entweder wird Tabak für alle verboten, oder die Norm hält einer ernsthaften Prüfung der Gleichheit vor dem Gesetz nicht stand. Derselbe Einwand taucht auch von der anderen Seite des Tabaks auf. Wer die Gewohnheit verabscheut und jede Maßnahme zu ihrer Reduzierung begrüßt, räumt jedoch ein, dass das gewählte Instrument ein juristisches Absurdum ist.

Es gibt eine dritte, praktischere Front. Ein Verkaufsverbot, das nicht von einem Konsumverbot begleitet wird, lässt die Nachfrage intakt und verschiebt das Geschäft in den illegalen Bereich. Der Vergleich mit der amerikanischen Prohibition taucht immer wieder auf: Das Produkt verschwindet nicht, es wechselt nur die Hände und den Preis.

Der Schwarzmarkt und der Lockruf-Effekt

Die am häufigsten wiederholte Vorhersage ist nicht, dass junge Menschen aufhören zu rauchen, sondern dass sie früher und schlimmer damit beginnen. Tabak zu einem verbotenen Objekt für eine bestimmte Kohorte zu machen, verwandelt ihn in ein Symbol der Rebellion. Was ein Laster gelangweilter Erwachsener war, wird nun eine Geste des generationellen Herausforderungsgeists. Und was heimlich gekauft wird, wird ohne Gesundheitskontrolle, ohne Rückverfolgbarkeit und ohne Steuern gekauft.

Hinzu kommt das Problem der Überprüfung. Auf den ersten Blick zu erkennen, ob jemand vor oder nach 2009 geboren wurde, ist ab einem gewissen Alter unmöglich. Die Alternative besteht darin, jedem mittelalten Raucher Ausweisdokumente zu verlangen, was jeden Kauf zu einer Identitätskontrolle und jeden Laden zu einer Zollstelle macht.

Die zugrunde liegende Berechnung ist wirtschaftlicher Natur. Tabak ist vor allem eine Einnahmenmaschine: hohe Steuern auf einen gefangenen Konsum. Eine ganze Generation außerhalb des legalen Marktes ist eine ganze Generation außerhalb der Steuerbasis, wobei die damit verbundenen Gesundheitsausgaben jahrzehntelang intakt bleiben.

Die schiefe Ebene: heute Tabak, morgen was?

Das Argument der schiefen Ebene hallt in fast allen Phasen der Diskussion wider. Wenn der Staat entscheiden kann, welches Produkt ein Erwachsener basierend auf seinem Geburtsjahr kaufen darf, muss das Prinzip nicht beim Tabak Halt machen. Alkohol, zuckerhaltige Getränke, Wurstwaren, Backwaren, rotes Fleisch: Alle haben Befürworter, die sie aus gesundheitlichen Gründen einschränken wollen.

Der Einwand gegen diese schiefe Ebene ist, dass Tabak mit nichts vergleichbar ist. Nikotin erzeugt schnell eine körperliche Abhängigkeit, und der Schaden erreicht sogar Nicht-Konsumenten durch Passivrauch. Verteidiger der Maßnahme argumentieren aus dieser Ausnahmestellung heraus: Es ist nicht irgendein Laster, es ist das einzige legale Konsumprodukt, das die Hälfte seiner regelmäßigen Nutzer tötet, wenn es genau wie vom Hersteller angegeben verwendet wird.

Das Gegenargument lautet, dass die gesundheitliche Ausnahme den Fehler im rechtlichen Design nicht behebt. Man kann Räume einschränken, Behandlungen finanzieren, aufklären und Steuern erhöhen, ohne zwei Kategorien von Bürgern zu schaffen. Das kohortenbasierte Verbot reduziert den Konsum nicht: Es verlagert ihn.



Die Frage, die niemand mit Zahlen beantwortet hat, bleibt bestehen: Wenn Tabak vom legalen Markt für ab 2009 Geborene verschwindet, wer füllt diese Lücke und zu welchem Preis? Die Antwort wird in Form von Daten kommen, nicht in Form von Reden.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (123 Antworten).

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