Trump enttäuscht seine Wähler: Bilanz der zweiten Amtszeit

Trumps Versprechen zu Preisen und Löhnen halten nicht. Die Bilanz seiner zweiten Amtszeit spaltet die Wählerschaft und wirft Fragen zur Macht auf.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Trump enttäuscht seine Wähler: Bilanz der zweiten Amtszeit
Trump und die Enttäuschung derer, die mehr erwartet hatten

Der Milliardär versprach sinkende Preise, höhere Löhne und günstigere Medikamente. Nach einer gewissen Zeit passt die Bilanz seiner zweiten Amtszeit nicht zum Wahlprogramm. Wer einen Erdbeben im Establishment erwartete, sieht nun die fernsehtauglichste Version desselben Systems: Die US-Außenpolitik folgt weiterhin Interessen, die über Legislaturperioden hinausgehen, der militärisch-industrielle Komplex lässt sich nicht per Tweet steuern und die Federal Reserve gehorcht niemandem außer sich selbst. Die Enttäuschung ist keine Stimmung, sondern eine Bilanz.

Was versprochen wurde und was davon übrig blieb

Das Paket war ambitioniert: Preise senken, Beschäftigung fördern, Ausgaben für Arzneimittel kürzen. Auf dieser Basis entstand eine Koalition, die auch Wähler umfasste, die selten bei Kundgebungen waren. Heute erscheint dieses Programm in kritischen Analysen als Katalog guter Absichten ohne Umsetzung. Die große Neuerung bei den Zöllen, die als Verhandlungsinstrument präsentiert wurde, wird von weiten Teilen als eklatantes Scheitern gewertet. Und das Argument, der Wähler sei naiv gewesen, weil er dem Programm glaubte, wird klar zurückgewiesen: Wenn das System nicht einmal ein Minimum an Erfüllung garantiert, liegt die Verantwortung nicht beim Wähler, sondern beim Versprechenden.

Die solideste Verteidigung des Präsidenten kommt nicht von seinen Anhängern, sondern von jenen, die behaupten, seine Außenpolitik sei eigentlich dieselbe wie immer. America first klingt gut auf einer Kundgebung; im Golf, im Iran oder im Südchinesischen Meer herrscht jedoch das Staatsinteresse, nicht das des jeweiligen Amtsinhabers. Unter diesem Blickwinkel wäre Trump keine Anomalie, sondern die groteskeste und medienwirksamste Version eines bereits bestehenden Systems.

Außenpolitik: Die Front, die niemand versteht

Hier wird die Verwirrung quer durch alle Lager deutlich. Der durchschnittliche Wähler der Koalition, die versprach, sich nicht in fremde Kriege einzumischen, versteht nicht, was im Iran geschieht. Der Konflikt wird als fremd, israelisch wahrgenommen, wobei die USA nur eine Nebenrolle spielen. Die These, Washington fungiere als Kolonie fremder Interessen, kursiert stark: Es wird argumentiert, dass eine Gemeinschaft, die nur einen minimalen Prozentsatz der Bevölkerung ausmacht, unverhältnismäßig starke Positionen in Justiz, Medien, Anwaltschaft und hohen Ämtern besetzt. Dies ist eine Behauptung, die in Debatten ohne dokumentarische Grundlage geäußert wird und die dieser Artikel als das darstellt, was sie ist: eine zugeschriebene Meinung, kein bewiesener Fakt.

Das beunruhigendste Szenario ist nicht das aktuelle, sondern das kommende. Wenn der Konflikt andauert, wird die Inflationskontrolle schwieriger und der Peine keine bloße Hypothese mehr. In dieser Gleichung gewinnt nur der regionale Partner; verliert der amerikanische Steuerzahler, der glaubte, anders gewählt zu haben.

Physischer Verschleiß und der Schatten des Nachfolgers

Das Alter ist das offensichtliche Problem. Der Präsident wird als älterer Mann beschrieben, angeblich mit Zeichen kognitiven Verfalls, der bei öffentlichen Veranstaltungen einschläft und zusammenhanglose Erklärungen abgibt. Der Vergleich mit seinem Vorgänger ist unvermeidlich und beruhigt das System letztlich: Wenn man bereits mit einem sichtbar beeinträchtigten Präsidenten regiert hat, was hindert daran, die Formel zu wiederholen? Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist unbequem: Das Amt ist weniger wichtig als die Struktur, die es trägt.

Und hier taucht die Figur des Vizepräsidenten auf, der als natürlicher Nachfolger derselben Operation gilt. Die schwebende Frage ist nicht, wer die nächsten Wahlen gewinnen wird, sondern in welcher Position der normale Wähler nach der Erfahrung steht, dass seine Stimme die wirklich wichtigen Hebel nicht bewegt.

Die Bilanz, die niemand unterzeichnet

Einige behaupten, dass diese Amtszeit für die Interessen Washingtons die beste seit einem Jahrhundert sei: Der Wokismus sei neutralisiert, die globale Vorreiterrolle bestätigt und gezeigt worden, dass dem Präsidenten die öffentliche Meinung egal sei. Das Problem, geben sogar Befürworter zu, ist, dass die Nebeneffekte Europa treffen und indirekt auch Spanien.

Am anderen Ende ist das Urteil vernichtend: Ein Mann, der nichts von dem tut, was er versprach, umgeben von einem begrenzten Team, mit einer Bewegung, die nach dem Verschwinden einer ihrer Schlüsselfiguren als tot gilt. Zwischen beiden Extremen eine unbehagliche Mehrheit: jene, die anerkennt, dass es keine echte Alternative gab, die andere Kandidatin mehr vom Gleichen nur in anderer Geschwindigkeit repräsentierte und das Spendensystem jede Wahl zu einer Fiktion macht.

Der verwirrendste Punkt ist keiner der genannten. Es ist, dass die öffentliche Debatte nach all dem immer noch um eine einzige Person kreist. Als wäre er das Problem.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (174 Antworten).

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