Donald Trump rief Elon Musk an, um ihn aufzufordern, die Beschränkungen für die militärische Version von Starlink in der Ukraine aufzuheben, die die Verbindung auf rund 160 Stundenkilometer begrenzten. Das System funktionierte am Donnerstag, kurz nach dem Gespräch, wieder weitgehend normal.
Es gibt eine Szene, die die Woche gut zusammenfasst: Ein US-Präsident nimmt den Hörer ab, um einen Unternehmer zu bitten, eine Schraube zu lockern, die er selbst oder jemand aus seinem Umfeld angezogen hatte. Der Anruf von **Trump** bei **Musk** am Mittwoch war keine Höflichkeitsgeste. Es war eine konkrete Bitte: die Geschwindigkeitsbegrenzung aufzuheben, die auf der militärischen Version von **Starlink** in der Ukraine lastete. Laut US-Beamten, die von **The Wall Street Journal** zitiert wurden, war Trump frustriert, weil das System weiterhin auf rund **160 Stundenkilometer** gedrosselt war.
Dieses Detail der Geschwindigkeitsbegrenzung ist keine Kleinigkeit. Die Beschränkung verhinderte, dass ukrainische Geräte bei hoher Geschwindigkeit mit dem Satellitennetz verbunden blieben. In der Praxis bedeutete das: Einige ukrainische Angriffsdrohnen und Abfangjäger konnten nicht mehr auf russische Angriffe reagieren. Am Donnerstag, kurz nach dem Anruf, arbeitete das System laut US-amerikanischen und ukrainischen Quellen wieder weitgehend normal. Einige ukrainische Verantwortliche relativierten, dass nicht die gesamte Funktionalität wiederhergestellt worden sei, die Geschwindigkeiten lägen jedoch über der auferlegten Grenze.
## Die Zahl, die alles veränderte: 160 Stundenkilometer
Die entscheidende Zahl ist diese: **160 Stundenkilometer**. Es ist keine Verkehrszahl, sondern die Schwelle, unter der die militärische Satellitenverbindung in der Ukraine betrieben wurde. Wenn eine Drohne oder ein Abfangjäger diese Geschwindigkeit überschreitet, bricht die Verbindung ab oder wird schlechter. Und in einem Krieg, in dem die Luftverteidigung und Angriffe auf große Entfernung von Echtzeit-Konnektivität abhängen, bedeutet diese Grenze Leben und Reaktionsfähigkeit.
**Michael Kofman**, Kriegsenskrieg bei der **Carnegie Endowment for International Peace**, erklärte es klar: Die Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung trägt wesentlich dazu bei, die Fähigkeit der Ukraine zu Angriffen in operativer Tiefe und ihre Bemühungen zu stärken, den Einsatz strahlgetriebener Abfangjäger auszuweiten. Kofman fügte hinzu, er habe von ukrainischen Militäreinheiten die Information erhalten, dass erste Tests darauf hindeuteten, dass das System wieder regelmäßiger funktioniere.
Die Drosselung begann wenige Tage nachdem Trump und Musk den ukrainischen Präsidenten **Wolodymyr Selenskyj** öffentlich kritisiert hatten, weil er russische Dieselraffinerien angreift, die Trump für die Verteuerung der Energie verantwortlich macht. Das ist der politische Kontext: Die Beschränkung kam nicht aus dem Nichts, sondern in einem Moment der Spannung zwischen Washington und Kiew.
## Wer den Befehl gab: Versionen, die nicht zusammenpassen
Hier wird die Geschichte kompliziert. **SpaceX** und das **Weiße Haus** bieten unterschiedliche Darstellungen dazu an, ob Musk aus eigener Initiative handelte oder auf Ersuchen der Regierung. Trump hat erklärt, er habe Musk nicht gebeten, die Starlink-Geschwindigkeit zu begrenzen, und wisse nicht, wer den Befehl gegeben habe. Der Journal berichtete jedoch bereits zuvor, dass Trump Stunden nach der öffentlichen Bekanntmachung der Drosselung mit Musk gesprochen hatte. Es gab also Gespräche davor und danach.
Vizepräsident **JD Vance** sagte Journalisten, es sei völlig verständlich, dass Musk nicht in einen Krieg hineingezogen werden wolle, ohne dass die US-Regierung ihm effektiv vorschreibe, was er zu tun habe. Und er fügte hinzu: Ich glaube nicht, dass es um Elon geht; im Kern geht es darum, wie die Politik der USA gegenüber der Ukraine und Russland aussehen wird. Seine Botschaft kontrastierte mit der von Verteidigungsminister **Pete Hegseth** und Außenminister **Marco Rubio**, die erklärten, Musk habe die Befugnis, die Nutzungsbedingungen seines Unternehmens durchzusetzen, ohne die Regierung zu konsultieren. Hegseth sagte es so: Es gibt Nutzungsbedingungen, die letztlich eingehalten werden müssen, und Starlink kann diese Entscheidungen treffen.
Zwei Darstellungen, eine Tatsache: Die Beschränkung existierte, wurde ohne Vorwarnung angewendet und beeinträchtigte die ukrainische Militäroperationen. Ukrainische Beamte erklärten, die Maßnahme würde ukrainische Leben kosten.
## Der diplomatische Schaden und die Untersuchung im Senat
Die Konnektivitätsprobleme trugen dazu bei, dass die Beziehungen zwischen den USA und der Ukraine auf ihren niedrigsten Stand seit Monaten fielen. Das ist keine rhetorische Floskel: Die Abhängigkeit des Pentagons von SpaceX für lebenswichtige Satellitenkommunikation macht jede unternehmerische Entscheidung Musks zu einer Staatsangelegenheit. Und genau das veranlasste den Senator **Richard Blumenthal**, Demokrat aus Connecticut, eine Untersuchung darüber anzukündigen, wie der Starlink-Dienst in der Ukraine ohne Vorwarnung verschlechtert wurde und welche Auswirkungen diese Abhängigkeit hat.
Währenddessen startete Russland in der Nacht eine weitere massive Angriffswelle gegen Kiew, kaum einen Tag nachdem Moskau angekündigt hatte, dreiseitige Gespräche mit den USA und der Ukraine zur Beendigung des Krieges zuzustimmen. Der Zeitplan hilft nicht dabei, das Technische vom Politischen zu trennen.
## Was klar ist und was nicht
Was überprüfbar ist: Es gab einen Anruf des Präsidenten, es gab eine Grenze von **160 Stundenkilometern** für ein militärisches System, und diese Grenze wurde binnen Stunden aufgehoben oder gelockert. Nicht geklärt ist die Befehlskette. Trump bestreitet, die Beschränkung angeordnet zu haben. Musk hat auf Anfragen um Stellungnahme nicht öffentlich reagiert. Das Weiße Haus verwies den Journal auf die früheren Dementis des Präsidenten.
Was wohl außer Zweifel steht: Die Kommunikationsinfrastruktur eines Krieges hängt nun vom Willen einer Privatperson ab. Und ein US-Präsident musste ihn anrufen, um eine Beschränkung zu lockern, die einem Verbündeten militärische Fähigkeiten kostete. Das wäre in jedem außenpolitischen Lehrbuch eine Anomalie. In diesem Krieg ist es die Normalität.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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