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Tigretones kehren in die Läden zurück – jetzt aus Tunesien
Nach der Marmeladen-Kontroverse sind die Tigretones wieder im Handel, werden nun aber in Tunesien hergestellt und schmecken, wer sie probiert hat, anders als früher.
Tigretones kehren zurück – hergestellt in Tunesien und ohne den Geschmack von früher
Nach monatelanger Abwesenheit vom Regal wegen des Aprikosenmarmeladen-Skandals sind die Tigretones wieder da. Sie kommen mit derselben Marke, ähnlicher Verpackung und einer Neuheit, die viele Fans hart getroffen hat: Auf der Packung steht jetzt „hergestellt in Tunesien“. Der Snack von damals, den man in der Schulpause kaufte, wird hier nicht mehr gebacken. Die Nachricht kam wie ein Schlag ins Gesicht für alle, die die Erinnerung an den ursprünglichen Geschmack hüteten und nun ein Produkt vorfinden, das dem alten ihrer Meinung nach „so ähnlich ist wie ein Ei einer Kastanie“.
Was war mit der Aprikosenmarmelade los?
Der Grund für die Rückrufaktion war, so wird in der Diskussion erinnert, der Verdacht, die enthaltene Aprikosenmarmelade sei krebserregend gewesen. Eine offizielle Entscheidung, die das bestätigt oder widerlegt, gibt es im Material nicht: Die Rede ist von dem, was die Läden sagten, und vom Verschwinden des Produkts, nicht von einem Gesundheitsbericht. Gerücht und Beweis sollte man trennen. Fest steht: Die Tigretones waren eine Zeit lang nicht erhältlich und sind jetzt zurück.
Die Rückkehr wurde nicht mit Begeisterung aufgenommen. Die erste Reaktion ist Enttäuschung: Der Geschmack ist nicht derselbe, die Größe scheint kleiner, der industrielle Ursprung hat sich geändert. Manche fassen es spöttisch zusammen: „Sicher haben sie ihn jetzt kleiner und weniger krebserregend gemacht“. Ironie ist die mildeste Form, es auszudrücken.
Warum werden sie in Tunesien und nicht in Spanien hergestellt?
Die Millionenfrage. Die Verlagerung der Produktion nach Tunesien wird im Thread als Symptom gelesen, nicht als Anekdote. Manche führen es auf die Lohnkosten zurück: Ein Arbeiter in Tunesien ist billiger als einer in Spanien. Andere ergänzen den Steuerdruck: Einkommensteuer, Sozialabgaben und die Belastung der Unternehmen treiben dazu, Länder mit niedrigeren Kosten zu suchen. Das ist eine Erklärung, die es in vielen Branchen gibt, nicht nur bei industriell hergestellten Süßgebäck.
Das Ergebnis ist eine bittere Paradoxie: Das Produkt wird im Ausland hergestellt, aber zum gewohnten Preis oder teurer verkauft. „Der Preis ist natürlich nicht tunesisch, sondern schweizerisch“, fasst ein Beitrag zusammen. Die Marke gehört einem internationalen Konzern, die Produktion wurde verlagert. Der Verbraucher zahlt für die Marke und die Erinnerung, nicht für die Fabrik.
Das Problem ist nicht nur der Ursprung: Es ist der Geschmack
Die häufigste Beschwerde ist nicht wirtschaftlich, sondern sensorisch. Die heutigen Tigretones schmecken nicht wie früher. Und das ist kein Einzelfall: In der Diskussion werden Chocapic erwähnt, deren Geschmack sich mit dem Nutriscore A änderte, und Bollycao, deren Füllung mit der der Achtziger nichts mehr zu tun hat. „All diese Geschmäcker unserer Kindheit existieren nicht mehr“, klagt jemand.
Die Umformulierung von Produkten zur Verbesserung des Nährwertprofils hat ihren Preis: Fett geht verloren, Zucker geht verloren, Geschmack geht verloren. Und der Verbraucher merkt es. Die Industrie nennt es Verbesserung; der Gaumen nennt es Verrat.
Nostalgie als Geschäft
Der Tigretón ist kein Gebäck: Er ist ein Erinnerungsstück. Man kaufte ihn in der Pause, tauschte ihn auf dem Schulhof, aß ihn im Vorbeigehen. Deshalb fällt die Enttäuschung größer aus. „Das kaufe ich nicht für den Körper; ich kaufte es für die Seele“, sagt ein Beitrag, der die allgemeine Stimmung trifft. Nostalgie ist ein riesiger Markt, und die Marken wissen das. Aber wenn das Produkt der Erinnerung nicht standhält, ist die Wirkung die gegenteilige: Die Bindung bricht.
Manche haben beschlossen, sie nie wieder zu kaufen. Manche kaufen sie trotzdem, eines pro Jahr, zur Erinnerung. Und manche stellen fest, dass das Problem nicht Tunesien ist, sondern die industrielle Logik, die aus einem Gebäck eine globale Ware macht.
Die beunruhigende Zahl
Am Ende ist die Diskussion über die Tigretones eine Diskussion über das Land. Darüber, was hier hergestellt wird, was importiert wird und was von der spanischen Lebensmittelindustrie übrig bleibt. Ein Nachmittagsgebäck als Thermometer einer Wirtschaft, die selbst das Trivialste verlagert. Unterdessen steht die Packung weiter im Regal, mit derselben Marke und anderem Ursprung. Der Geschmack allerdings ist nicht mehr derselbe.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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