Tauchen für 600 €: Der Hai ist dein geringstes Problem
Jemand, der zehn Kilometer von der Küste entfernt lebt, fängt an zu rechnen. Einerseits: zwischen den Felsen mit einer 60-Euro-Ausrüstung fischen. Andererseits: eine Actionkamera und eine Flasche, um Fischschwärme zu fotografieren, mit einer Mindestausgabe von 600 Euro. Bevor er sich entscheidet, stellt der angehende Taucher seine Gefahrenliste auf: gefährliche Mittelmeerarten, Dekompression, Stöße gegen Felsen beim Ausstieg, Verheddern in Algen und Haie. Jemand, der seit Jahren unter Wasser ist, antwortet mit einer anderen Liste, und einer deutlich weniger filmreifen.
Was kostet es wirklich, mit dem Tauchen anzufangen?
Die Spanne von 600 Euro lässt die Veteranen lachen. Einer von ihnen schätzt, dass mit Neoprenanzug, Flasche, Jackett und Stages die realistische Zahl eher bei 1.000 Euro liegt, und das ohne Kurs. Den Tauchschein in einer Strandschule zu machen kostet rund 250 Euro, mit Erlaubnis, bis auf 18 Meter abzutauchen: wenig horizontal, fast ein Gebäude vertikal. Die billigste 5-Liter-Flasche, die in der Unterhaltung auftaucht, kostet 168 Euro und lässt sich sogar in Raten finanzieren. Die Jahresversicherung liegt zwischen 30 und 50 Euro, eine Ausgabe, die niemand bestreitet.
Es gibt ein Element, das fast niemand ins Startbudget einrechnet und das die Erfahrensten an erste Stelle setzen: den Tauchcomputer. 160 Euro im Durchschnitt, gebraucht weniger. Das ist keine technische Laune. Er warnt vor Tiefe, Expositionszeit und davor, wann man in die Deko geht. Blind mit Flasche zu tauchen ist wie einen Blankoscheck zu unterschreiben.
Gibt es gefährliche Haie im Mittelmeer?
Die Antwort, die mehrere Taucher im Thread geben, ist kurz: an der Küste nicht. Der Blauhai und der Mako sind pelagisch, jagen Thunfische auf offener See und tauchen nur in Küstennähe auf, wenn eine Strömung ein krankes Exemplar herantreibt. In flachen Zonen leben kleine Haie — Katzenhaie, Fuchshaie —, die nicht mehr Schaden anrichten können als ein kleiner Finger. Ein Teil der Teilnehmer schreibt die Panik der Der weiße Hai-Filmreihe zu, die ihrer Meinung nach für viele immer noch als Zoologie-Handbuch funktioniert.
Die echte Gefahr hat keine Kiemen. Sie hat einen Motor.
Die Gefahren, die nicht in Dokumentationen vorkommen
Ein Teilnehmer fasst den am häufigsten genannten Feind zusammen: Freizeitboote, die eine Taucherflagge nicht von einem Supermarktschild unterscheiden können. Anker, die ohne Hinsehen fallen. Jetskis, die mit voller Geschwindigkeit über einen untergetauchten Kopf fahren. Das erklärt, warum viele nicht ohne ein am Bein befestigtes Messer ins Wasser gehen. Nicht um mit Fauna zu kämpfen, sondern um eine fremde Ankerleine zu durchtrennen oder aus einem verlassenen Netz zu entkommen.
Verlorene Netze und Langleinen sind in stark frequentierten Gebieten eine wiederkehrende Bedrohung. Dazu kommen Algen, Seeigel — manche berichten von Stacheln, die über ein Jahr eingewachsen waren — und Felsausstiege, die eher mit Handschuhen und Stiefeln als mit Mut bewältigt werden. Die wiederholte Empfehlung: über den Strand ein- und aussteigen, nicht über das Felsgeröll.
Ohr und Druck: das Risiko, das wirklich real ist
Hier wird die Unterhaltung ernst. Ohrenbarotraumata erscheinen unter den genannten Verletzungen, und manche haben mehrere Trommelfelloperationen hinter sich. Auch die Exostose kommt zur Sprache, ein Knochenwachstum im Gehörgang, das mit Kälte zusammenhängt und laut den beschriebenen Fällen den Kanal verschließen kann. Ein Teilnehmer behauptet, sie sei bei Tauchern häufig und erfordere selten mehr als Beobachtung; ein anderer berichtet vom Fall eines Bekannten, der sein Gehör verlor. Beide Versionen stehen im selben Thread nebeneinander, ohne dass jemand sie auflöst.
Was keine Position bestreitet, ist die Dekompression. Schneller aufzusteigen als die eigenen Blasen erzwingt Stopps in geringer Tiefe, und wer sie überspringt, landet in der Druckkammer. Der Tauchcomputer ist wieder das Instrument, das die Grenze setzt. Ein Teilnehmer beschreibt, eine plötzliche Dekompression auf 210 Metern überlebt zu haben, mit einem Herzen, das den Brustkorb sprengt, als einziger Überlebender von fünf Personen in einer Kammer. Das sind 22 Atmosphären, die auf einmal freigesetzt werden. Die Geschichte soll kein Beispiel geben.
Warum wird so sehr darauf bestanden, nicht allein zu tauchen?
Weil das Meer nicht warnt. Wer seit Jahren Freiwasserschwimmen und Tauchen praktiziert, fasst es ohne Pathos zusammen: Er hat noch nie einen schweren Unfall erlitten, aus dem er sich nicht selbst befreien konnte, und genau deshalb besteht er darauf, nicht allein zu gehen, so gut er die Gegend auch kennt. Erfahrung misst sich nicht in Tauchgängen, sie misst sich im verfügbaren Fehlerspielraum.
Am Ende ist dem angehenden Taucher, der die Unterhaltung eröffnet hat, klar: Das Gesetz beäugt ihn streng, die billige Ausrüstung ist immer noch teuer, und die Gefahrenliste, die er von zu Hause mitgebracht hat, ist ohne Haie ausgegangen. Die echte Rechnung wird nicht von der Angst beglichen. Sie wird von dem 160-Euro-Computer beglichen, der entscheidet, wann man aufhören muss aufzusteigen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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