Sumar fordert Enteignung von Maricarmens Wohnung – Streit mit der PSOE

Sumar verlangt von der PSOE, Maricarmens Wohnung im nächsten Ministerrat zu enteignen – mitten im Streit der Koalitionspartner über die Wohnungspolitik.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sumar fordert Enteignung von Maricarmens Wohnung – Streit mit der PSOE
Sumar will Maricarmens Wohnung enteignen, und die PSOE weiß nicht, wohin mit sich

Die Wohnung im dritten Stock von Maricarmen — einer zwangsräumten Mieterin — hat sich von einer anonymen Räumung zu politischer Munition entwickelt. Sumar hat von der PSOE gefordert, diese Wohnung im nächsten Ministerrat zu enteignen – mitten im offenen Konflikt zwischen den Koalitionspartnern über die Wohnungspolitik. Das Manöver ist keine rhetorische Laune: Es ist ein Härtetest dafür, wie weit die Regierung bereit ist zu gehen, um eine Zwangsräumung zu verhindern, die sich nicht per Erlass stoppen lässt.

Denn, wie in der Debatte argumentiert wird, der Anti-Räumungs-Erlass wurde im Congreso bereits abgelehnt, und da liegt das erste Problem. Was im Parlament nicht durchkam, soll nun über den Ministerrat geregelt werden – eine Abkürzung, die vielen wie eine Brücke zu weit für eine einzige Wohnung erscheint.

Was Enteignung bedeutet und wer die Rechnung zahlt

Enteignen ist nicht konfiszieren. Der Staat bekommt die Wohnung nicht gratis: Er zahlt eine justiprecio (angemessene Entschädigung), die in der Praxis dem Marktpreis entspricht. Und da zeigt sich das Paradox, das mehrere bemerken. Hat ein Investmentfonds die Immobilie günstig gekauft und der Staat zahlt ihr nun den echten Wert, kann das Geschäft am Ende, wie manche Teilnehmer meinen, das Geschäft des Jahrhunderts für den Eigentümer sein, den man eigentlich bestrafen wollte. Ein runder Abschluss: Der Fonds kassiert, der Staat behält die Immobilie, und der Steuerzahler zahlt die Differenz.

Nach Angaben eines Teilnehmers bot die Verwaltungsgesellschaft des Fonds an, die Wohnung für 250.000 Euro zu kaufen – ein Betrag, der damals wohl bereits unter dem Wert der Immobilie lag. In der Debatte wird auch erwähnt, dass das Wohnungsministerium einen Kauf prüfte. Der Fonds lehnte alles ab, und das ist sein gutes Recht. Ebenso, so das Argument, wäre es das Recht der Regierung, diesen Fonds bei künftigen Geschäften nicht zu bevorzugen oder ihm auf administrativem Weg das Leben schwer zu machen.

Warum ist daraus ein politisches und nicht nur ein juristisches Problem geworden?

Weil der Fall mit allem anderen kollidiert ist. Parallel dazu sind unangenehme Nachrichten für beide Lager aufgetaucht: Die Staatsanwaltschaft des Obersten Gerichtshofs hat die Beschwerde gegen Ayuso wegen des Kaufs ihres Penthouse eingestellt, da sie auf spekulativen Vermutungen beruhte. Und zugleich wird daran erinnert, dass in L'Hospitalet de Llobregat — wo, so ein Teilnehmer, die PSOE seit mehr als vier Jahrzehnten regiert — eine 54-jährige Frau sich das Leben nahm, nachdem sie aus der Wohnung zwangsgeräumt wurde, in der sie über zwanzig Jahre gelebt hatte. Zwei Erzählungen, die jede Seite nach Belieben schwenkt.

Das Ergebnis ist ein Schmutz-Austausch, bei dem Wohnen nur den Hintergrund bildet. Manche halten es für diskriminierend, genau diese Wohnung zu enteignen: Mit demselben Geld ließen sich zehn Wohnungen in ärmeren Vierteln bauen.

Das Kleingedruckte, das niemand laut vorlesen will

Eine Zwangsenteignung erfordert eine Erklärung des öffentlichen Nutzens oder des sozialen Interesses, die sie rechtfertigt – und hier beginnt das Labyrinth. Ohne diesen Schirm öffnet jede selektive Enteignung die Tür dafür, dass morgen jemand anderes dran ist. Die Kritischsten warnen vor rechtlicher Unsicherheit; die Befürworterinnen und Befürworter erinnern daran, dass die Verfassung selbst diese Figur vorsieht und dass soziales Interesse kein leeres Wort ist.

Das Detail, das alles durcheinanderbringt: Kauft der Staat zum Marktpreis, um darunter zu vermieten, ist die Hilfe nicht gratis – sie kommt aus der Tasche aller. Und tut er es nicht, wird die Wohnung verkauft, teuer vermietet, und Maricarmen ist wieder am Anfang, diesmal mit einem Foto in jeder Nachrichtensendung.



Am Ende wird der Vorgang weder in einem Ministerrat noch in einem Tweet entschieden: Er wird in einer Entschädigungsbewertung, vor einem Gericht und auf einem Girokonto entschieden. Der Rest ist Wahlkampf.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (72 Antworten).

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