Spanischer Beamter langweilt sich wegen geringer Arbeitslast

Ein spanischer Beamter gesteht, dass er sich nach einer Beförderung aus Arbeitsmangel langweilt. Die Debatte über die Ineffizienz des öffentlichen Sektors in Spanien.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der gelangweilte Beamte: Wenn die Beförderung die Arbeitslast verringert

Ein Beamter der spanischen Staatsverwaltung (Administración General del Estado) gesteht, dass seine Arbeitslast nach Jahren von Beförderungen so weit gesunken ist, dass er sich langweilt. Was ihm früher den ganzen Vormittag nahm, erledigt er heute in zwei Stunden. Er ist kein Einzelfall: Der Thread zeigt eine institutionelle Kultur, in der individuelle Effizienz bestraft und Untätigkeit belohnt wird.

Die Beförderung als Strafe
Im spanischen öffentlichen Dienst bringt ein Aufstieg oft weniger mehr Verantwortung, sondern beseitigt sie häufig ganz. Die Schilderung des Beamten deckt sich mit der anderer, die beim Aufstieg in höhere Besoldungsgruppen nur noch inhaltsleere Aufsichtsaufgaben übernehmen. "Je höher man aufsteigt, desto weniger macht man", fasst ein Teilnehmer zusammen. Die Beförderung wird zur Strafe: Man entfernt sich von der operativen Arbeit und wird zu einem überflüssigen Knotenpunkt.

Der Kontrast zur Privatwirtschaft
Während in der Privatwirtschaft der Erfolgsdruck ständigt vorhanden ist, erzeugen im öffentlichen Sektor fehlender Wettbewerb und Kündigungsschutz ein Umfeld, in dem geringe Arbeitslast möglich ist. Ein Programmierer, der in den öffentlichen Sektor gewechselt ist, beschreibt, wie sich Fristen ohne Konsequenzen verlängern und wie der Versuch, schnell zu arbeiten, die Harmonie des Umfelds stört. "Was die Privatwirtschaft in Tagen verlangt, kann man hier über Wochen hinziehen", erklärt er.

Eine Lösung? Keine, wie immer
Die Debatte endet mit einem ironischen Abwinken: "Wir werden nichts unternehmen, um das zu lösen." Die meisten gehen davon aus, dass das System auf Bestand, nicht auf Effizienz ausgelegt ist. Manche berichten sogar von bestraften Beamten: Ein allzu pingeliger Mitarbeiter wurde für zwei Jahre in ein Büro ohne Arbeit geschickt. Die Frage, die in der Luft bleibt: Wer zahlt die Rechnung für diese Ineffizienz? Die Antwort, solange die öffentliche Finanzierung es erlaubt: niemand.



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