Spanische Wohnungsbauministerin nennt Besetzungsopfer "Peperos"

Spaniens Wohnungsbauministerin Isabel Rodríguez nannte Opfer von Wohnungsbesetzungen beim Verlassen des Senats "Peperos". Die PAO-Plattform beklagt Verachtung und Entmenschlichung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanische Wohnungsbauministerin nennt Besetzungsopfer "Peperos": Verachtung als Wohnungspolitik

Letzten Dienstag, beim Verlassen des Senats, sah sich Spaniens Wohnungsbauministerin Isabel Rodríguez einer Delegation der Plattform der Betroffenen von Wohnungsbesetzungen (PAO) gegenüber. Wie die Betroffenen selbst berichten, wich Rodríguez ihnen zunächst an einem Eingang aus und willigte dann ein, an einem anderen Ausgang mit ihnen zu sprechen. Die Antwort, die sie erhielten und die OKDIARIO dokumentierte, war eine politische Beleidigung: "Peperos" (Anhänger der Partido Popular).

Die PAO-Vertreter erklären, sie hätten sich als Opfer vorgestellt, nicht als Aktivisten. "Wir sagten ihr, dass wir leidende Opfer seien, und da begann sie verächtlich zu sagen, wir gehörten zur Partido Popular", schildert einer von ihnen. Die Ministerin habe laut Zeugen nicht nur ihre Opferrolle ignoriert, sondern sie wegen ihrer angeblichen Ideologie entmenschlicht.

Die Szene ereignete sich wenige Stunden nach Rodríguez' Auftritt im Senat, wo sie bekräftigt hatte, dass Spaniens größtes Wohnungsproblem nicht die Besetzung von Wohnungen sei, sondern der Zugang zu Mietwohnungen und die finanzielle Belastung der Familien. Die PP-Senatorin Paloma Martín warf ihr vor, rechtliche Unsicherheit zu schaffen und das Privateigentum zu schwächen.

Die Beleidigung als Ablenkungsmanöver

Entscheidend ist nicht das Schimpfwort, sondern was es verrät: eine Ministerin, die Opfer einer Straftat zu politischen Gegnern degradiert. "Man entmenschlicht uns wegen der Ideologie, als wären wir keine Menschen", klagt die PAO. Die implizite Botschaft ist klar: Wer nicht zur Regierungspartei gehört, dessen Problem verdient keine Aufmerksamkeit.

Die Reaktion in den sozialen Medien war sofort. Während manche den Vorfall als "Anmaßung" und "Ekel" bezeichnen, sehen andere darin ein Symptom des Verfalls der politischen Klasse. "Sie sind inzwischen nicht mehr von Gästen von Klatschsendungen zu unterscheiden", urteilt ein gewohnter Kommentator.

Die unbequeme Zahl

Der Kontrast ist brutal: Während die Ministerin die Betroffenen mit einer Beleidigung abfertigt, ist ihr Mann — laut Berichten — Vorstandsmitglied eines IBEX-35-Unternehmens (Solaria), das Millionen an öffentlichen Geldern erhalten hat. Die Frage, die in der Luft liegt: Wie viele weitere Opfer werden ignoriert, während sich die Macht gegen Kritik abschottet?

Verwandte Diskussionen im Forum

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (21 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver