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Spanische Arbeiterschaft: Auch im Aufschwung steigen die Löhne nicht
Weder in der Krise noch im Aufschwung steigen die Löhne der spanischen Arbeiterschaft, während die Wohnungskosten jeden Lohnzuwachs auffressen.
Arbeiterschaft in Spanien: Das Wachstum kommt nicht im Gehalt an
Die spanische Arbeiterschaft – diejenigen, die ausschließlich von ihrem Gehalt leben und ihre Miete bezahlen müssen – geht selbst dann leer aus, wenn die Wirtschaft wächst. Diese These wird beharrlich wiederholt: In jeder Rezession verliert sie den Job oder Gehalt; in jeder Expansion erholt sie sich ebenfalls nicht. Das klingt nach Klageliedern beim Nachmittagskaffee, doch dahinter steckt eine ökonomische Logik, die man prüfen sollte, bevor man sie als Urteil akzeptiert.
Das Gehalt, das sich nicht bewegt, obwohl das BIP steigt
Das Wachstum des letzten Konjunkturzyklus hat sich nicht in gleicher Geschwindigkeit in Lohnerhöhungen übersetzt. Als Teil der Erklärung wird der Arbeitsmarkt angeführt: Je größer das Angebot an verfügbaren Arbeitskräften ist – auch durch Zuwanderung –, desto weniger Druck haben die Unternehmen, die Entgelte anzuheben. Das ist eine umstrittene Hypothese, kein gesicherter Fakt. Die Produktivität, die Befristung von Arbeitsverhältnissen und das Gewicht von Sektoren mit geringer Wertschöpfung konkurrieren um dieselbe Erklärung.
Die Wohnung frisst die Lohnverbesserung auf
Steigt das Gehalt nur wenig, bewegt sich der Wohnungspreis in die entgegengesetzte Richtung. Kauf und Miete belasten dasselbe Gehalt, sodass jeder Bruttozuwachs in der Monatsrate zerfließt. Die Abfolge wiederholt sich: Aufschwung, steigende Preise und mehr Arbeitsstunden, um denselben Wohnraum zu bezahlen.
Gibt es die Arbeiterschaft überhaupt noch?
An dieser Stelle spaltet sich die Analyse. Eine Strömung vertritt die Auffassung, die Arbeiterschaft sei eine verbrauchte Kategorie, eine ideologische Erfindung ohne reale Grundlage, und heute erhielten sowohl derjenige ein Gehalt, der kaum über die Runden kommt, als auch derjenige, der Aktien und mehrere vermietete Wohnungen besitzt. Die Gegenantwort lässt nicht lange auf sich warten: Wer ein Gehalt bezieht und darauf Steuern zahlt, gehört bereits dazu. Das Kriterium – Gehalt versus Vermögen – verändert die Schlussfolgerung vollständig.
„Früher waren wir reich und wussten es nicht“
Ein anderer Blick richtet sich auf die Vergangenheit. Die Arbeitnehmer der 80er- und 90er-Jahre und der frühen 2000er, so die Behauptung, lebten besser als die heutigen: Man kaufte ein Haus, sparte und hatte schon ab dem ersten Job Geld übrig. Das ist die These vom generationellen Niedergang – im Detail anfechtbar, aber im Alltagsempfinden schwer zu widerlegen.
Der Streit bleibt offen. Definiert man die Arbeiterschaft über das Gehalt, existiert sie weiterhin und verliert weiter an Boden. Definiert man sie über das Vermögen, löst sie sich bis zur Unkenntnis auf. Und an diesem Punkt – mit stagnierenden Löhnen, explodierenden Wohnkosten und keinem Konsens darüber, wessen Problem das eigentlich ist – kommt die Analyse nicht weiter.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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