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Spaniens Steuerbehörde verschiebt Verifactu auf 2027: Inkompetenz oder Kalkül?
Spaniens Steuerbehörde Hacienda verschiebt Verifactu um ein Jahr, neue Termine 2027. Inkompetenz oder politisches Kalkül? Das Rechnungssystem überschneidet sich mit der E-Rechnung.
Spaniens Steuerbehörde verschiebt Verifactu auf 2027: mehr Zeit zum Anpassen oder zum Verwirren
Das spanische Finanzministerium hat eine einjährige Verschiebung von Verifactu angekündigt, des Rechnungsprüfungssystems, das eigentlich 2026 eingeführt werden sollte. Der neue Termin ist der 1. Januar 2027 für Unternehmen, die der Körperschaftsteuer unterliegen, und der 1. Juli desselben Jahres für alle übrigen. Die Entscheidung ist Teil eines mit Junts verhandelten Real Decreto Ley (Gesetzesdekret), wie Pedro Sánchez bestätigte.
Die Nachricht hat gemischte Reaktionen ausgelöst. Die einen deuten die Verschiebung als stillschweigendes Eingeständnis, dass weder die Verwaltung noch die Unternehmen bereit sind. Erzwungene Digitalisierung unter einer Regierung, die wenig Effizienz bewiesen hat, nährt Skepsis: „Das ist weder in einem, noch in zwei, noch in drei Jahren möglich“, lautet das Fazit mancher Analysen. Andere vermuten ein wahltaktisches Motiv: Die Maßnahme könnte vorgezogen worden sein, um das politische Risiko eines chaotischen Starts in einem Vorwahljahr zu vermeiden.
Die Verwirrung wächst, weil sich das System mit der verpflichtenden E-Rechnung überschneidet, die am 1. Juli 2027 für Rechnungen über 400 Euro in Kraft tritt. Das heißt: zwei getrennte Systeme mit kollidierenden Fristen. Wer sich frühzeitig darauf vorbereitet hatte, muss feststellen, dass drei Monate Anpassungsaufwand umsonst waren: „Jetzt ist wieder alles beim Alten“, heißt es enttäuscht.
Der endgültige Zeitplan steht noch nicht fest. Bis zur Veröffentlichung des Real Decreto sind die Termine nur orientierend. Angesichts der Erfahrungen mit früheren Digitalisierungsprojekten ist mit weiteren Verschiebungen oder einer laxen Anwendung zu rechnen. Unterdessen beobachtet die Privatwirtschaft das Geschehen und bereitet sich skeptisch vor. 2027 liegt noch in der Ferne, doch der Eindruck bleibt: Die Steuerbehörde hat Zeit gekauft, keine Lösungen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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