Spaniens Mietmarkt schrumpft: Fast 400.000 Wohnungen fehlen

Das Angebot an Mietwohnungen in Spanien ist seit 2021 um 390.443 Einheiten gesunken, während die Durchschnittsmiete auf 1.211 Euro stieg.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Angebot an Mietwohnungen in Spanien ist seit 2021 um 390.443 Einheiten auf voraussichtlich 660.993 im Jahr 2026 gesunken, während der Durchschnittspreis von 819 auf 1.211 Euro gestiegen ist. Katalonien verzeichnet den stärksten Rückgang mit über 120.000 weniger Wohnungen, was einem Minus von 56,4% entspricht.

## Das Mietangebot schrumpft: 390.443 Wohnungen weniger
Seit 2021 hat der spanische Mietmarkt **390.443 angebotene Wohnungen** verloren. Das **Observatorio del Alquiler** (Mietbeobachtungsstelle) beziffert den Rückgang auf **37,1%**: von 1.051.436 Einheiten auf die für 2026 prognostizierten 660.993. Dies ist keine geringfügige Anpassung. Es handelt sich um einen Teil des Wohnungsbestands, der nicht mehr auf Portalen erscheint, anderen Nutzungen zugeführt wird oder einfach leer steht, weil die Eigentümer nicht vermieten wollen.

Der Durchschnittspreis entwickelte sich gegenläufig. Im selben Zeitraum stieg er von 819 Euro auf 1.211 Euro, ein Plus von 47,9%. Das sinkende Angebot und die steigenden Mieten erklären, warum das Mietproblem zu einer alltäglichen Sorge für Mieter und Vermieter geworden ist.

## Katalonien: Von 217.678 auf 94.947 Mietwohnungen
Katalonien ist der auffälligste Fall. Die Region hat seit 2021 mehr als 120.000 Wohnungen auf dem Mietmarkt verloren. Die Datenreihe des Observatorio del Alquiler zeigt einen Rückgang von **217.678 Einheiten** auf **94.947**, was einem Minus von **56,4%** entspricht. Keine andere große autonome Gemeinschaft weist in den Daten einen derart starken Einbruch auf.

Die Mietpreisbremse in mehr als 200 katalanischen Gemeinden stellt eine Zäsur dar. Im Jahr vor ihrer Einführung lag das Angebot bei 154.663 Wohnungen. Seitdem ist es um 38,6% gesunken. Kritiker der Maßnahme argumentieren, dass Preisobergrenzen die Vermietung unattraktiv machen und Teile des Angebots in den Tourismussektor oder ganz aus dem Markt drängen. Diese These ist umstritten, aber die Zahlen des Observatorio del Alquiler deuten in diese Richtung.

## Auch Madrid verliert, jedoch weniger als Katalonien
Die Autonome Gemeinschaft Madrid wendet dieselbe Politik der Mietpreisbremse nicht an. Dennoch ist auch dort das Mietangebot gesunken. 2021 gab es **216.579 verfügbare Wohnungen**; für 2026 wird eine Prognose von **150.244** Einheiten erwartet, was einem Rückgang von **30,6%** entspricht. Der absolute Verlust beläuft sich auf 66.335 Einheiten.

Der Vergleich zwischen beiden Regionen ist unvermeidlich. 2021 lagen sie auf ähnlichem Niveau: 217.678 in Katalonien und 216.579 in Madrid. Katalonien hat 122.731 Wohnungen verloren; Madrid 66.335. Der Unterschied ist erheblich. In den jüngsten Daten sank das Angebot in Katalonien seit 2024 weiter, während Madrid leicht anstieg: von 149.928 auf 150.244 Einheiten.

## Steigende Preise und Diskussion über Maßnahmen
Die Regierung unter Pedro Sánchez präsentierte als Lösungen ein Dekret gegen Zwangsräumungen, eine Hotline für Beratung und eine Website mit Angeboten für sozialen Wohnungsbau. Diese Maßnahmen koexistieren mit einem Rückgang des Mietangebots um **37%** seit 2021 und jährlichen Preiserhöhungen. Das Wohnraumgesetz (Ley de Vivienda) und die Mietpreisgrenzen werden als Ursachen für den Rückzug von Wohnungen vom Markt genannt.

Eine Zahl fasst die Ungleichgewichte zusammen: Der Durchschnittspreis stieg von **819** auf **1.211 Euro**, während 390.443 Wohnungen aus dem Mietmarkt verschwanden. Für Wohnungssuchende bedeutet dies weniger Angebot, mehr Konkurrenz und höhere Mieten. Für Eigentümer ist die Entscheidung zur Vermietung unsicherer geworden.

Wohnraum ist eine Frage von Geld und Rechten. Jede Entscheidung bezüglich Miete, Kauf oder Investition sollte fachkundig beraten werden, wobei lokale Daten vorab geprüft werden sollten.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver