Spaniens Hypergamie-These stößt an den Spiegel des Auslands

Die Klage über Hypergamie in Spanien stützt sich auf Migrationserfahrungen und Vergleiche mit anderen Ländern, aber ohne Daten, die sie belegen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Hypergamie-These stößt an den Spiegel des Auslands
Die Klage über spanische Hypergamie prallt auf die Migrationserfahrung

Ein Teilnehmer erzählt, er habe acht Länder Südamerikas bereist, und beschreibt, dass er bei der Rückkehr nach Spanien eine spürbare Ablehnung durch spanische Frauen im Vergleich zu paraguayischen, argentinischen oder uruguayischen Frauen wahrnimmt. Die Anekdote, geworfen in ein aktuelles Forum, fasst die Unzufriedenheit zusammen, die den Thread durchzieht: die Überzeugung, dass die Hypergamie in Spanien — die Tendenz, sich nach oben zu paaren — ein Niveau erreicht hat, das es im Rest der Welt nicht gibt.

Ausgangspunkt ist eine Beobachtung auf Instagram: ausländische Männer, die «unscheinbar, mittelmäßig und sogar hässlich und pleite» seien, erscheinen an der Seite attraktiver Frauen aus ihrem eigenen Land. In Spanien dagegen gilt als selbstverständlich, dass jede attraktive Frau einen «tätowierten gutaussehenden Braungebrannten Traummann» anstrebt. Der internationale Vergleich wird so zum Dreh- und Angelpunkt eines Ventils, das Wahrnehmung, persönliche Erfahrung und eine gute Portie Mythologie vermischt.

Vom italienischen «Miststück» zur den spanischen Frauen zugeschriebenen Ablehnung

Die Nostalgie zeigt sich früh. In den Neunzigern, erzählt ein Teilnehmer, haben die Spanier über die Italiener gelacht, weil sie «bei jedem Miststück anbandelten». Jetzt hat sich der Spott umgekehrt: Derjenige, der sich über die Wählerische der spanischen Frauen beschwert, ist der Spanier. Die Entwicklung des Witzes veranschaulicht einen Paradigmenwechsel, in dem die Klage über den Partnermarkt zur Floskel geworden ist.

Der Vergleich mit anderen Ländern bleibt nicht bei Südamerika. Eine andere Nachricht stellt fest, dass nicht einmal Südkorea das Niveau der «Zickigkeit» der spanischen Frauen erreicht, denen eine Ablehnungshaltung zugeschrieben wird, die mit einer abwertenden Formel beschrieben wird. Die Härte des Urteils hindert den Verfasser selbst nicht daran einzugestehen, dass ihm nur die Frauen von Buenos Aires vergleichbar erschienen. Die Migrationserfahrung wird zum wichtigsten Autoritätsargument: Wer im Ausland gelebt hat, hat etwas zu sagen.

Die Geburtenrate als Schlachtfeld

Der Thread driftet in die Demografie ab. Die Hypergamie erscheint als «die wahre Ursache der niedrigen Geburtenrate», eine These, die ohne Daten in den Raum geworfen wird und von einem anderen Teilnehmer mit einer Feldbeobachtung widerlegt wird: Im Park und im Elternverein hätten ausgerechnet die «Proge» Kinder, während Traditionalisten und Konservative, so seine Behauptung, kaum Nachwuchs hätten. Der Streit darüber, wer mehr Kinder hat, wird zum Duell der Erzählungen, bei dem keiner Zahlen beibringt.

Auch die Ironie kommt zu ihrem Recht. Eine Nachricht schreibt das Phänomen dem «Plan von Soros und Pedro sánchez» zu, die Spanier durch Hypergamie auszulöschen. Sie ist die Karikatur einer Verschwörungstheorie, die im Thread als Witz verwendet wird, aber ahnen lässt, wie sehr sich die Unzufriedenheit in großspurigen Erklärungen entlädt.

Der Partnermarkt ohne Daten

Die Konversation bewegt sich zwischen persönlicher Erfahrung und Verallgemeinerung. Ein Teilnehmer erzählt, er habe jahrelang eine Beziehung mit einer paraguayischen Frau geführt, und reduziert seine Erfahrung mit Spanierinnen auf «zwei oder drei Nummern» und das Risiko, auf «die örtliche Verrückte» zu treffen. Ein anderer merkt an, dass die Einwanderung durch die Einführung von «500 neuen Schwänzen pro Tag» den Partnermarkt verändert. Das sind Eindrücke, keine Statistiken.

Der einzige Versuch, der Sache einen Preis zu geben, kommt als Vorschlag daher: Mit 100 Euro und einem Telefon lasse sich die Sache noch heute Nachmittag «lösen»; mit 200 «vögele man ein Model». Die Hyperbel veranschaulicht die Vorstellung, dass der sens und emotionale Markt eine ökonomische Komponente hat, die die Hypergamie verzerrt.

Die Schlussfolgerung, die sich aufdrängt, lautet: Die ursprüngliche These — im Rest der Welt gibt es nicht so viel Hypergamie — bleibt ohne Daten, die sie belegen. Was es gibt, ist eine Summe von Wahrnehmungen, Reisen und Vergleichen, die allerdings eine echte Unzufriedenheit zeichnen. Die Frage, die in der Luft bleibt, ist, ob diese Unzufriedenheit auf einen strukturellen Wandel des Partnermarktes zurückgeht oder auf eine optische Täuschung, die von den sozialen Netzwerken genährt wird.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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