Spaniens härteste Jobs: 12-Stunden-Tage und Löhne ab 800 Euro

Mechaniker mit schwarzen Nägeln, Kellner mit 12-Stunden-Schichten für 800 Euro und Kanalarbeiter mit rund 2.000 Euro: die ungeschönte Liste der schlechtesten Arbeitsplätze.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens härteste Jobs: 12-Stunden-Tage und Löhne ab 800 Euro
Der schlimmste Job in Spanien: 12 Stunden täglich und schwarze Nägel

Was ist der schlechteste Job überhaupt? Wenn man diese Frage Menschen stellt, die schon diverse Tätigkeiten ausgeübt haben, kommt die Antwort nicht aus offiziellen Rankings, sondern aus dem Gedächtnis des Körpers. Mechaniker mit dauerhaft schwarzen Nägeln, Elektriker, deren Kollegen im Müllwagen landeten, und Kellner, die nur vier von zwölf geleisteten Stunden gemeldet bekommen. Das wiederkehrende Muster ist nicht nur der Schmutz: Es ist die Kombination aus niedrigem Lohn, brutaler Arbeitszeit und einer Umgebung, die einen innerlich wie äußerlich zermürbt.

Bemerkenswert ist, dass kaum jemand das Podium infrage stellt. Diskutiert wird die Reihenfolge, nicht die Kandidaten.

Mechaniker und Elektriker: Fett, Gase und kurze Rente

Der Kfz-Mechaniker ist meist der erste Name, der fällt. Ganze Tage voller Fett, giftige Stoffe, Gase und Dauerlärm. Dazu kommen Arbeitstage, die als 12 Stunden beschrieben werden, kaltes und schmutziges Werkzeug sowie ein feindseliges Umfeld. Die Bilanz, so heißt es, ist eine kurze Ruhestandsphase: wenige Jahre Erholung nach einem Leben, in dem man Dreck atmete.

Die Elektrobranche steht dem in nichts nach, doch das Problem liegt weniger im Beruf selbst als in der Art der Aufträge bei Anstellung durch Dritte. Es gibt Berichte über Kollegen, die im Inneren von Müllwagen endeten, bis zu den Knöcheln in Sickerwasser stehend und mit Schuhen, die man wegwerfen musste. Extreme Fälle existieren. Und das Grundgefühl, wenn man nicht sein eigener Chef ist, ist das der Gefangenschaft. Idealisierte Berufe, lautet die Zusammenfassung, bis man sie von innen kennt.

Warum taucht die Gastronomie immer unter den schlechtesten auf?

Weil es ein Sektor ist, in dem lange Arbeitszeiten, niedrige Löhne und Kundenkontakt fast automatisch zusammentreffen. Das sich wiederholende Bild: zwölf Stunden im Stehen, wahrscheinlich in zwei Blöcken, wobei nur vier Stunden gemeldet und acht bezahlt werden. Manche behaupten, Arbeitgeber hätten lieber drei unerfahrene Kräfte für 800 Euro eingestellt als zwei Profis für 1.300 Euro. In dieser Erzählung sank die Servicequalität, während der Gewinn stieg.

Der Abwäscher, besonders derjenige, der Töpfe und Paellas reinigt, hat seinen eigenen Status: Man ist eingeschlossen, die Arbeit ist hart, das Klima schlecht und der Lohn gering. Der Kellner fügt eine weitere Ebene hinzu: das Aushalten von Betrunkenen und Unhöflichen sowie das Bedienen von Personen, die jede Gelegenheit nutzen, um sich überlegen zu fühlen. Das Ergebnis lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Es kostet dich dein Leben.

Wenn der Lohn den Geruch kompensiert: Kanalarbeiter, Schlachthof und Bestattung

Nicht jeder harte Beruf ist ein schlechter Job. Der Kanalarbeiter polarisiert: Es wird behauptet, er verdiene in Kleinstädten rund 2.000 Euro brutto, sei körperlich nicht extrem belastend und das Gehalt sei angesichts von Gummi, Schlamm und Ratten angemessen. Die Reinigung von Tatorten nach Verbrechen, Bränden oder Unfällen zahlt besser als Hausmeisterdienste. Am anderen Ende steht der Schlachthof: Geruch, Blut überall, Gittergeräusche und Tierkreischen über Stunden hinweg. Wer ihn in jungen Jahren gemacht hat, erinnert sich daran als den schlimmsten Job seines Lebens.

Friedhöfe und Bestattungsunternehmen fallen in eine andere Kategorie. Es heißt, man verdiene gut und dass die Arbeit nach dem ersten Schock zur Routine werde.

Der schlechteste Job ist der, den du nicht kündigen kannst

Hier kommt die Nuance, die die gesamte Liste neu ordnet. Der schlimmste Beruf wäre nicht der härteste, sondern der, den man braucht: Egal, ob er gut bezahlt, bequem oder angenehm ist – wenn die reale Möglichkeit, alles hinzuschmeißen, nicht existiert, bist du gefangen. Der Unterschied zwischen einem freien Mann und einem Sklaven liegt nicht in der Tätigkeit, fasst ein Teilnehmer zusammen. Mit diesem Maßstab verschieben sich die Plätze.

Denn es gibt Berufe, die auf andere Weise binden. Der Bodenabfertiger (Handling) an Tourismusflughäfen verbringt Jahre ohne freies Wochenende, mit geteilten Schichten und Haltungen, die die Vorschriften verbieten, während die Frachträume der Flugzeuge trotzdem voll werden müssen. Die Ölförderung auf hoher See wird als extrem hart beschrieben, mit einem Detail, das alles sagt: Es ist keine einzige Frau an Bord. Im industriellen Anlagenbau summieren sich Arbeitstage von 12 und 14 Stunden von Montag bis Samstag, das Betreten von Kesseln und Öfen in unmöglichen Positionen und das Ertragen bestimmter Kollegen. Jemand schaltete sein Handy aus und warf die Uniform in den Müll nach 22 Tagen ohne Pause. Der Bierfassentlader hat seine eigene Legende: Einer hielt nur eine halbe Stunde durch und brauchte zehn Tage zur Erholung.

Das Büro brennt auch aus, nur mit Klimaanlage

Der letzte Vergleich ist unbequem. Fünf Jahre im Büro reichten aus, um fluchtartig zu gehen, gibt jemand zu, der jetzt Klimaanlage, Computer und Bürostuhl in den Himmel lobt. Der Scheißjob hängt im Grunde nicht nur vom Schweiß ab: Er hängt vom Umgangston, den Arbeitszeiten und dem Gefühl ab, dass die Anstrengung nirgendwohin führt.

Mit dieser Logik ist der schlechteste Job der Welt immer nur einen Platz entfernt. Im Büro gegenüber. Oder, häufiger als lieb, auf dem Stuhl, auf dem du gerade sitzt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (214 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver