Spaniens Gesundheitswesen zahlt Testosteron und Hormone nur bei medizinischer Indikation

Osakidetza übernimmt die Kosten für Testosteron nur bei diagnostizierter medizinischer Ursache, nicht aus ästhetischen Gründen. Menopause-Medikamente sind von Lieferengpässen betroffen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Gesundheitswesen zahlt Testosteron und Hormone nur bei medizinischer Indikation
Hormone auf Rezept: die Lücke, die niemand finanziert

Warum übernimmt das öffentliche Gesundheitssystem in Spanien die Kosten für Testosteron bei Männern mit Diagnose und für Hormone bei Frauen in den Wechseljahren, lehnt beides aber ab, wenn der Grund ästhetisch oder leistungsbezogen ist? Die Antwort liegt im Kleingedruckten der öffentlichen Finanzierung: Osakidetza übernimmt die Testosteron-Ersatztherapie (TRT) für cisgeschlechtliche Männer nur, wenn eine begründete und diagnostizierte medizinische Ursache vorliegt. Nicht bei natürlichem Altern und nicht zur Steigerung der sportlichen Leistung. Dieselbe Logik gilt für die Hormonersatztherapie (HRT) in den Wechseljahren, die in Spanien unter Lieferengpässen bei Medikamenten wie Lenzetto und Evopad leidet, wie die spanische Arzneimittelagentur einräumte.

Der Lieferengpass, der Patientinnen zu Detektivinnen macht

Rebeca Marín, 49 Jahre alt und wohnhaft in Cuenca, macht seit Januar eine Hormontherapie. Zuerst ein transdermales Estradiol-Spray, Lenzetto, mit 56 Dosen zu je 1,53 mg pro Packung. Vor dem Sommer begann der Lieferengpass. Ihre Gynäkologin stellte sie auf 25-Milligramm-Pflaster um, Evopad. Auch die findet sie nicht. „Mir bleiben zwei Packungen“, erzählt sie. Die spanische Arzneimittelagentur versprach, die Versorgung mit Lenzetto im November wieder aufzunehmen und das Problem „bis 2027“ zu lösen; Evopad sollte in der Woche des 5. Oktober zurück in die Apotheken kommen. Katalonien gab den Pharmaunternehmen einen Monat, bevor magistrale Rezepturen erlaubt wurden.

Der Gynäkologe Jesús Presa, Generalsekretär der Spanischen Gesellschaft für Wechseljahrsforschung, warnt: „Ein Wechsel zu einer anderen Behandlung ist nicht so einfach.“ Jede Frau reagiert individuell, und ein abruptes Absetzen „kann das kardiovaskuläre Risiko“ und das Thromboserisiko erhöhen. Die Symptome, die Rebeca beschreibt —Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Migräne, Müdigkeit, Konzentrationsverlust, zwölf Kilo Zunahme ohne veränderte Ernährung— sind genau die, die die HRT lindert.

Das doppelte Maß, das Männer anprangern

Auf der anderen Seite der Waage steht die Auffassung, dass das öffentliche Gesundheitssystem Hormone für Frauen in den Wechseljahren finanziert, während die männliche TRT unter dem Verdacht steht, ein ästhetischer Luxus zu sein. „TRT für Männer ist ein vorher und nachher“, wird argumentiert, „was den Staat nicht interessiert, denn Männer könnten anfangen, leben zu wollen und nicht nur einzuzahlen.“ Die institutionelle Antwort darauf: TRT wird nur bei diagnostizierter medizinischer Ursache übernommen, nicht bei natürlichem Altern.

Manche gehen weiter und rechnen vor, dass Frauen wegen Gesundheitskosten und Lebenserwartung mehr als das Dreifache der Männer einzahlen sollten. Die Rechnung trägt ohne Daten nicht, aber die Diskussion darüber, wer was im Gesundheitssystem bezahlt, ist eröffnet. Andere erinnern daran, dass die HRT nicht harmlos ist: „Einer Freundin meiner Mutter wurde nach zwei Jahren Brustkrebs diagnostiziert, sie hat fast verloren“, heißt es. Die wissenschaftliche Evidenz verknüpft die Hormontherapie mit Risiken, die im Einzelfall abgewogen werden müssen.

Was passiert, wenn die Hormontherapie abrupt abgesetzt wird?

Ein abruptes Absetzen ist gefährlich. Es beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich und kann das kardiovaskuläre Risiko erhöhen, zudem besteht ein Thromboserisiko beim Absetzen und Wiedereinsetzen. Die Wechseljahresbeschwerden —Hitzewallungen, unregelmäßige Perioden, starke Schmerzen, Gedächtnisverlust, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Gewichtszunahme, Migräne— machen nicht arbeitsunfähig, beeinträchtigen aber den Alltag. Die Hormonersatztherapie reguliert und ersetzt die Hormone, die der Körper nicht mehr produziert.



Die Frage ist nicht, ob Hormone finanziert werden sollen, sondern nach welchen Kriterien. Solange Testosteron nur mit Diagnose übernommen wird und die Wechseljahre als Krankheit behandelt werden, bleibt die Lücke zwischen dem, was als medizinisch gilt, und dem, was als ästhetisch gilt, ungelöst. Und währenddessen zieht Rebeca von Apotheke zu Apotheke, mit zwei Packungen in der Tasche.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (19 Antworten).

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