Spaniens Bauwirtschaft: Hilfskraft kostet Arbeitgeber 2.600 € monatlich

In Spanien zeigt die Lohnstruktur im Baugewerbe, dass nicht mangelnde Arbeitsbereitschaft der Jugend das Problem ist, sondern zu niedrige Entlohnung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Bauwirtschaft: Hilfskraft kostet Arbeitgeber 2.600 € monatlich
Hilfskraft für 2.000 €: Die Rechnung, die das Narrativ der Unternehmer widerlegt

Fehlen wirklich junge Leute, die nicht arbeiten wollen, oder fehlt es an denen, die den Preis für Arbeit zahlen? In der Sendung Lasensla Xplica fasste ein Bauunternehmer es so zusammen: Es gebe ein „großes Problem bei der Arbeitskräfteversorgung“, weil die neuen Generationen keine relativ harten Jobs wollten, bei denen man sich „die Hände schmutzig machen“ müsse. Eine Gewerkschafterin widersprach ihm im Studio. Außerhalb des Studios drehte sich das Gespräch um das einzige Argument, das solche Debatten oft klärt: die Zahlen. Mit einer Bezahlung von tausend Euro für Hilfskräfte liegt der Unternehmer falsch.

Was der Bauunternehmer über junge Menschen sagte

Die Diagnose ist altbekannt. Junge Leute halten Gerüste, Sonne und Kälte nicht aus, dem Sektor fehlen Hände. Diese These taucht jedes Mal auf, wenn ein Bauleiter eine Stelle nicht besetzen kann, und klang in einer Nachrichtensendung mit derselben Selbstverständlichkeit wie immer: Das Problem seien die Hände, und diese kämen bereits dreckig. Die Antwort der Gewerkschaft war das Gegenteil: Wenn die Stelle unbesetzt bleibt, muss man nicht die Jugend hinterfragen, sondern den Vertrag.

Die Lohnskala, die sich ergibt, wenn man die Kosten durchrechnet

Übersetzt man den Konflikt in Euro, ergibt sich aus den häufigsten Diskussionen folgende Tabelle: Hilfskraft 2.000 €, Reaccionariorbeiter 2.145 €, zweiter Geselle 2.340 € und erster Geselle 2.700 €, jeweils brutto. Auf Unternehmenskosten gerechnet kostet die niedrigste Kategorie etwa 2.600 € monatlich. Überstunden lägen bei 23 €. Diese Zahl ist kein Wunschdenken der Gewerkschaft: Nach dieser Berechnung würde das Baugewerbe damit aufhören, mit anderen Branchen um dieselben Arbeitskräfte zu konkurrieren.

Andere argumentieren, dass der Lohn nicht das einzige Problem sei und viele Stellen auch bei höheren Angeboten unbesetzt blieben. Das Gegenargument kommt schnell: Wenn der Beruf Geld brächte, würden Kenner ihr eigenes Unternehmen gründen, statt sich unterzuordnen. Und hier folgt der nächste Punkt, der die Logik bricht.

Wie viel braucht man monatlich zum Leben ohne Sorgen?

Zum Leben allein benötigt man laut verbreiteter Aufstellung 1.360 €: 700 € Miete, 150 € Essen, 60 € Strom, 100 € Heizung, 150 € Benzin und 100 € Handy/Internet. Ohne Kinder, ohne Unvorhergesehenes und ohne Freizeit. Unter dieser Schwelle ist ein Bau-Lohn kein Lohn, sondern eine Falle mit Helm. Deshalb ziehen viele einen mittelmäßigen, aber sicheren Vertrag einem harten Job ohne Garantien vor, und deshalb fällt das Faulheits-Argument sofort in sich zusammen, wenn man es mit dem Mindestbedarf vergleicht.

Regen, Fahrten und eigenes Auto: Was niemand zahlt

Die am häufigsten wiederholte Geschichte handelt nicht von Zahlen, sondern von Erfahrungen. Ein Maurer, der alle Gewerke beherrscht, ist das Rückgrat seiner Firma, wird schlecht bezahlt und noch schlechter behandelt. Bei Regen gibt es kein Geld. Fahrtkosten trägt er selbst, oft im eigenen Auto. Er arbeitet mehr als jeder andere und ist danach so erschöpft, dass nur noch kleine Nebenjobs am Wochenende bleiben. Und er kann nicht wechseln: In kleinen Orten kennen sich die Unternehmer, und ein Wechsel erfordert Ersparnisse, die der Lohn nicht hergibt.

Hinzu kommt die körperliche Abnutzung, der Teil der Debatte, den niemand bestreitet. Es gibt Berichte über tödliche Unfälle auf Baustellen, einen durch Sturz von einer abgehängten Decke und einen durch Hitzekollaps. Das sind Zeugenaussagen von Arbeitern, keine offiziellen Statistiken, aber sie erklären, warum Arbeitsschutz das stärkste Argument gegen Behauptungen über fehlende Motivation ist.

1992, als das Baugewerbe gut verdiente

Wäre das Problem die Weichheit einer bestimmten Generation, passte der historische Vergleich nicht. 1992 erhielt ein Experte 1.000.000 Pesetas — damals etwa 6.000 € — für eine Systemanalyse mit Programmierung und Implementierung, kombiniert mit technischer Ausbildung, und kam auf rund 60.000 € netto jährlich. Er kündigte trotzdem. Sein Fazit stützt die halbe Debatte: Es ging nie darum, sich die Hände schmutzig zu machen, sondern darum, was dafür bezahlt wird.

50 Euro pro Stunde für eine 32-Meter-Zaunmontage

Und dann gibt es die Ausnahme, die das Problem bestätigt. Der Aufbau eines 32 Meter langen Metallzauns mit Heidekraut kostete zwei Arbeiter 8 Stunden und 800 € für reine Arbeitsleistung, Material ausgeschlossen: 50 € pro Stunde und Mitarbeiter bei schneller Aushärtung. Angesichts dieser Rechnung wirkt die Hilfskraft für tausend Euro weniger als Angebotsproblem, denn als Verteilungsproblem.



Mit diesen Fakten hat der Unternehmer in einem Punkt recht: Er hat ein großes Problem bei der Arbeitskräfteversorgung. Aber das Problem scheint nicht die Bereitschaft der jungen Leute zu sein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (272 Antworten).

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