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Spanien streicht 85 „Zombie-Staudämme“ aus Wasserplan
Der neue hydrologische Plan in Spanien streicht 85 geplante Staudämme und verbietet eine Ausweitung der Bewässerung, während Abrisse selten sind.
Hydrologischer Plan streicht 85 „Zombie-Staudämme“: Keine zusätzliche Bewässerung
Das Ministerium für ökologischen Wandel (Ministerio para la Transición Ecológica) hat den Katalog geplanter Infrastrukturmaßnahmen durchforstet: 85 Talsperren und Wehre wurden aus den neuen hydrologischen Plänen gestrichen und als „Zombies“ eingestuft. Das Dokument verweigert zudem die Ausweitung des Wassers für die Landwirtschaft und reduziert neue Dammprojekte auf ein Minimum. Bis hierhin ist es reine Verwaltungssache. Der Konflikt entbrennt jedoch, wenn diese Details mit den bereits laufenden Abrissarbeiten an verschiedenen Orten in Spanien und dem weit verbreiteten Verdacht zusammentreffen, dass niemand die vollständige Liste der betroffenen Bauwerke veröffentlichen will.
Was bedeutet die Streichung von 85 „Zombie-Staudämmen“?
Das Wort „Streichung“ wurde gewählt, aber unterschiedlich interpretiert. Eine wörtliche Lesart besagt, dass es sich um geplante, aber nie begonnene Projekte handelt – Papiervorhaben, bei denen nie ein Spaten gestochen wurde, die nun vom neuen Plan verworfen werden. In diesem Sinne wird nichts abgerissen; es wird einfach nicht gebaut. Die andere, weiter gefasste Interpretation geht davon aus, dass die Regierung ein Programm zur Entfernung bestehender Stauseen gestartet hat, das schrittweise umgesetzt wird, ohne die Betroffenen zu informieren. Beide Deutungen passen in dieselbe Schlagzeile, was die Diskussion verkompliziert.
Ein wiederkehrendes Detail ist die Intransparenz. Die Liste der 85 genannten Objekte wurde nicht veröffentlicht. Ohne konkrete Namen können Gerüchte ungehindert kursieren und niemals vollständig widerlegt werden.
Ist Streichen gleichbedeutend mit Abreißen? Vom ungebauten zum gesprengten Damm
Man muss zwei Dinge trennen, die die Schlagzeile vermischt. Erstens: die ökologische Durchflussmenge, also die These, dass der beste Weg, einen Fluss fließen zu lassen, darin besteht, ihn nicht mehr aufzustauen. Zweitens: die bestehenden Infrastrukturen. Hier taucht das häufigste und einfachste Argument auf: Damit ein Fluss fließt, muss man den Damm nicht abreißen, es reicht, das Schütz zu öffnen. Offenes Schütz, Wasser fließt; geschlossenes, es bleibt stehen. Ein Abriss wäre nur gerechtfertigt, wenn das Ziel nicht der Fluss selbst wäre.
Gegenläufig ist das stärkste Argument chronologischer Natur: Informationen über die Streichung von 85 geplanten, aber nicht begonnenen Dämmen stammen aus dem Jahr 2013. Im ursprünglichen Plan beschränkt sich die Umsetzung auf wenige Fälle, und einige davon sind gar keine Versorgungstalsperren. Diese Nuance erreicht jedoch selten die Schlagzeilen.
Die konkreten Fälle: Torrelodones, Teruel und Robledo
Hier gibt es Namen. Der Peñascales-Damm (Presa de Peñascales) in Torrelodones ist zum Symbol geworden: Die Gemeindeverwaltung hat angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten, um seine Schließung zu stoppen, und das Melderegister brach unter der Flut von Unterschriften der Anwohner gegen die Schließung zusammen. Was besonders empört, ist, dass die Nachbarn erst durch die Presse von einem sie betreffenden Abriss erfuhren und nicht durch eine offizielle Mitteilung.
In Teruel häufen sich Proteste im Fall Los Toranes wegen der Schließung von Bewässerungskanälen, die von der Talsperre abhängig waren. In der Aufzählung finden sich auch ein Wasserkraftwerk – weder für die menschliche Versorgung noch für die Bewässerung – und ein Stausee in Extremadura, der als klarster Kandidat für einen Abriss gilt, obwohl dieser noch nicht durchgeführt wurde. Ein Faktum irritiert die Befürworter des Plans: Einer der Genannten war seit 2012 leer, ein anderer seit 1990 ungenutzt. Die naheliegende Frage lautet, warum es so lange dauerte, sie auf die Liste zu setzen.
Wasser für Brände und Felder: Das Argument, das fehlt
Jenseits der ökologischen Durchflussmenge gibt es eine Nutzung, die kaum berücksichtigt wird: Stauseen dienen als Löschwasserdepots. Hier wird die Rechnung unbequem. Verschwindet eine Barriere im Flusslauf, hängt die Wasserversorgung für die Brandbekämpfung von mobilen Mitteln ab, was längere Anfahrtzeiten bedeutet. In einem Land mit langen Trockenperioden und immer heißeren Sommern ist das kein Detail am Rande.
Hinzu kommt die Bewässerung. Der Plan schließt eine Ausweitung des landwirtschaftlichen Wasserverbrauchs explizit aus, in einem Kontext steigender Lebensmittelpreise. Die verschwörungstheoretische Deutung – Knappheit schaffen, um später rationieren und kassieren zu können – entbehrt jeder dokumentarischen Grundlage, findet aber fruchtbaren Boden: Während die Bewässerung eingeschränkt wird, bleiben andere Verbrauchsbereiche gut versorgt.
Mit einer unveröffentlichten Liste der 85 Objekte, konkreten Fällen vor Gericht und Abrissen, die man an einer Hand abzählen kann, stagniert die Diskussion immer am selben Punkt. Niemand kennt die vollständige Liste. Und ohne Liste verteidigt jeder seine eigene Version. Dies ist genau der Boden, auf dem Zweifel schneller wachsen als jede Staumauer.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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