Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Spanien: Mieterin verliert nach 36 Jahren günstiges Apartment
Eine 66-jährige Frau in Sevilla verliert ihre Wohnung, nachdem ihr Mietvertrag aus dem Jahr 1987 gekündigt wurde. Die Miete betrug damals umgerechnet nur etwa 100 Euro monatlich.
Kündigung nach 36 Jahren: Günstiger Alt-Mietvertrag endet
Ein Vertrag von 1987 mit einer Jahresmiete von 200.000 Peseten (ca. 100 Euro/Monat) hielt Soledad, 66 Jahre alt, 36 Jahre lang in derselben Wohnung im Zentrum Sevillas. Die neuen Eigentümer, eine Firma für Renovierung und Wiederverkauf, haben den Vertrag gekündigt. Das Paradoxon ist unangenehm: Je niedriger die Miete war, desto weniger Spielraum hatte die Mieterin, als sie ihren Status verlor.
Der Fall – der oft unter dem Schlagwort Tod des Kapitalismus kursiert – lässt sich nur durch drei Ebenen verstehen: der tatsächliche Preis, das Gesetz, das ihn einfroren hat, und der Markt, der ihn nun per Notarakt entsiegelt.
Was zahlte Soledad für die Wohnung im Zentrum Sevillas?
Die kursierenden Zahlen stimmen nicht überein, was Teil des Problems ist. Der reproduzierte Vertrag nennt 200.000 Peseten pro Jahr, also ca. 16.000 Peseten monatlich. Manche Quellen sprechen von effektiven Zahlungen um 110 Euro monatlich, andere von 250 Euro. Keiner dieser Beträge entspricht einem marktüblichen Mietpreis im Zentrum einer andalusischen Großstadt.
Während der 36 Jahre hätten Hausgemeinschaftskosten, Grundsteuer (IBI) oder Sonderumlagen laut dieser Lesart vom Vermieter getragen werden müssen. Dies stützt die These einer durch Normen geschützten Einkommensumverteilung vom Vermieter zum Mieter. Dagegen steht das Argument: Wer 36 Jahre lang pünktlich zahlt, lebt nicht auf Kosten anderer. In der Mitte liegt eine in manchen Versionen genannte Abfindung von etwa 5.000 Euro für die Kündigung.
Der Vertrag von 1987 und die abgeschaffte Zwangsverlängerung
Hier kommt das Ley Boyer ins Spiel (ein spanisches Mietgesetz zur Liberalisierung). Eine verbreitete Deutung besagt, dass das liberale Gesetz erst zwei Monate nach Vertragsunterzeichnung veröffentlicht wurde, wodurch der Vertrag an die alte Rechtslage mit Zwangsverlängerung gebunden blieb. Andere widersprechen: 1987 galt bereits das neue Regime, daher sei der Begriff „Alt-Miete“ hier unpassend. Das genaue Datum des Dokuments entscheidet, ob die Mieterin ein unbefristetes Recht oder nur eine abgelaufene Verlängerung hatte.
Verifizierbar ist der praktische Effekt. Solange das alte Gesetz die Verlängerung garantierte, konnte der Vermieter nichts tun. Als es nicht mehr angewandt wurde, verlor der Vertrag seine Kraft, und die Wohnung wurde zum Marktwert-Asset. Der Wechsel vom Privatbesitzer zu einer Gesellschaft, die renoviert und verkauft, hat das Ende beschleunigt.
Freier oder regulierter Markt? Ein uneinheitliches Bild
Eine Strömung argumentiert, dass bei Freigabe der Baugrundstücke und Bau dort, wo Bedarf besteht, die Preise automatisch sinken würden. Ein technisches Detail: Das entsprechende Bodengesetz wurde vom Verfassungsgericht gekippt. Eine andere Strömung dreht den Spieß um: Es handle sich nicht um Interventionismus, sondern um staatliche Spekulation, mit zurückgehaltenem Bauland und fehlender öffentlicher Förderung.
Dazwischen liegt ein Vorschlag mit innerer Logik: Sozialer Wohnungsbau sollte dauerhaft geschützt bleiben, ohne späteren Verkauf zum Marktpreis, keine geerbten VPOs (sozial geförderte Wohnungen) und keine Zuteilungen an Personen, die bereits Immobilien besitzen. Das sind Angebotsmaßnahmen. Und Angebot fehlt genau in dem Video der weinenden Dame.
Wer zahlt die Umsiedlung: Staat, Vermieter oder Fonds?
Hier gibt es kaum Konsens. Einige meinen, nur der Staat könne Wohnraum garantieren (Sozialwohnungen, öffentliche Mieten), da Private nicht verpflichtet seien, ihr Vermögen zu verschenken. Die Antwort lautet: Die Rechnung für diese Solidarität landet im selben Portemonnaie – 40% Erbschaftsteuer auf eine Wohnung von einer kinderlosen Tante, und danach wird der Eigentümer zum Pflicht-Social Worker.
Und die harte Tatsache bleibt: Der neue Eigentümer ist eine Firma, die kauft, renoviert und weiterverkauft. Sie hat keinen Anreiz, jemanden drinnen zu halten. Das macht sie nicht kriminell, sondern zu einem Akteur, der auf Preise reagiert, nicht auf Biografien. Ein Heuschrecken-Fonds tut genau das, was sein Name sagt: er frisst.
Die Lehre vom Beton: Mit 66 Jahren im eigenen Heim
Die häufigste Schlussfolgerung ist die banalste: Man muss im Ruhestand Eigentümer sein. Wer jung kaufte, zahlt heute eine Rate ähnlich dem Mietpreis anderer; wer eine variable Hypothek hatte, sah eine 400-Euro-Rate fast verdoppeln. Die Generation, die den guten Zyklus erwischte (die direkt nach dem Krieg Geborenen), kannte dieses Schwindelgefühl nicht.
Zudem gab es Zeiten mit jährlichen Zinsen bis zu 20%, was den Kaufdruck der heutigen „Privilegierten“ erklärt. Soledad kam bei fast allem zu spät: bei einfachen Beamtenstellen, billigen Wohnungen, stabiler Beschäftigung. Mit 66 stand sie plötzlich auf dem freien Markt. Wie viele Verträge aus den 80ern existieren noch in Spanien, und wie viele werden platzen, ohne dass jemand das Alter der Unterzeichner prüft?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (206 Antworten).
Nutzer diskutieren über Wohnungsnot in Spanien: Bodenknappheit, Steuern, Migration und Tourismus. Ein User betont das jährliche Wachstum um 500.000 Menschen.
Die spanische Sozialversicherung verlangt Ledigkeit, zwei Jahre wirtschaftliche Abhängigkeit und ein Jahreseinkommen unter 15.876 Euro für eine Hinterbliebenenrente von etwa 651 Euro.
Ein Nutzer berichtet in einem Forum, er habe eine Woche in Brest verbracht, mit Hummern für 60 bis 70 Euro und Kaffee für 8 Euro, ohne Unruhen zu sehen.
Die Festnahme eines Taschendiebs in der Metro von Barcelona löst eine Debatte über Gerechtigkeit, Moral und wirtschaftliche Kosten aus. Zwei gegensätzliche Sichtweisen…
Der Einsatz von Drohnenschwärmen gegen Waldbrände klingt gut, doch Verdunstung und Turbulenzen machen ihn unmöglich. Die Lösung? Boeing-737-Löschflugzeuge.