Schrödingers Katze: Was das berühmte Gedankenexperiment wirklich besagt

Schrödingers Gedankenexperiment von 1935 stellt die Frage, ob objektive Realität ohne Beobachter existiert. Feynman und die Viele-Welten-Deutung sind zentral für die Debatte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Paradox von Schrödingers Katze, formuliert 1935, behauptet nicht, dass die Realität ein Produkt des menschlichen Bewusstseins ist, sondern verweist auf das Problem der Messung eines Quantensystems. Die Physik debattiert noch immer, ob die Beobachtung die Wellenfunktion kollabieren lässt oder ob mehrere Welten existieren.

## Was das Experiment von Schrödinger aussagt

**1935** schlug der österreichische Physiker **Erwin Schrödinger** ein Gedankenexperiment vor. Eine Katze befindet sich in einer Box mit einem Mechanismus, der sie je nach dem Zerfall eines radioaktiven Atoms töten kann. Nach der Quantenmechanik befindet sich das Atom bis zur Messung in einer Überlagerung von Zuständen. Das würde bedeuten, dass die Katze gleichzeitig lebendig und tot ist. Schrödinger brachte dies als Kritik vor, nicht als Beschreibung der Realität.

Die Superposition ist keine Besonderheit der Katze. Sie ist das normale Verhalten von Teilchen wie dem Elektron, das sich in zwei Zuständen gleichzeitig befinden kann, bis es mit seiner Umgebung wechselwirkt. Das Problem tritt beim Übergang von der Mikro- zur Makrowelt auf.

## Der Kollaps der Welle und die Rolle des Beobachters

Die **Kopenhagener Deutung**, seit den zwanziger Jahren vorherrschend, besagt, dass die Wellenfunktion bei der Messung kollabiert. Vor der Messung gibt es keinen definierten Wert. Das bedeutet nicht, dass das Bewusstsein die Realität erschafft. Den Kollaps verursacht jede physikalische Wechselwirkung; ein menschlicher Beobachter ist nicht nötig.

Der Physiker **Richard Feynman** popularisierte in den vierziger Jahren die Pfadintegral-Formulierung. Darin folgt ein Teilchen nicht einer einzigen Bahn, sondern alle möglichen werden summiert. Dies gab Anlass zu der Idee, dass es mehrere alternative Geschichten gibt.

## Viele Welten und die geteilte Realität

Die **Viele-Welten-Interpretation**, vorgeschlagen von **Hugh Everett** **1957**, schafft den Kollaps ab. Jede Messung verzweigt das Universum in Zweige, in denen alle möglichen Ergebnisse eintreten. Es gibt nicht eine einzige reale Welt, während die anderen verworfen werden. Alle sind gleichermaßen real, kommunizieren aber nicht miteinander.

Das beantwortet die Frage, ob jedes Individuum seinen eigenen Kollaps erzeugt. In der Kopenhagener Deutung erhält jeder Beobachter dasselbe Ergebnis, wenn er dasselbe misst. Die Realität ist intersubjektiv, nicht privat. Bei vielen Welten hat jeder Zweig seinen eigenen Beobachter. Keine der Deutungen ist bis heute experimentell bestätigt.

## Warum das über die Physik hinaus wichtig ist

Das Paradox wird oft verwendet, um Schlüsse über das Bewusstsein oder die Metaphysik zu ziehen. Das geht über das hinaus, was die Physik behaupten kann. Das Gedankenexperiment beweist nicht, dass die Realität ein Nebenprodukt des Geistes ist. Es zeigt nur, dass die Quantenmechanik die klassische Intuition bricht.

Experimente mit isolierten Teilchen, wie die mit **Photonen** in den achtziger Jahren von **Alain Aspect** durchgeführten, bestätigen die Quantenverschränkung. Aber sie bestätigen nicht, dass das Bewusstsein die Welle kollabieren lässt. Die Grenze zwischen Quanten- und Klassik bleibt ein ungelöstes Problem.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver