Schlecht bezahlte Überstunden in Spanien: Wenn sich Plackerei nicht lohnt

Ein Arbeitnehmer in Spanien erhält 15 € für 1,5 Überstunden, kaum 10 €/Stunde. Der gesetzliche Zuschlag von 75 % wird nicht gezahlt. Eine Analyse der Überstunden-Krise in Spanien.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Überstunden für 10 Euro die Stunde: die Geschichte vom harten Rackern, die sich nicht lohnt

Ein Arbeitnehmer im Dienstleistungssektor erzählt, dass er sich "durch Überstunden plagt" – für einen Zuschuss von 15 Euro pro zusätzlicher Stunde und einer halben. Die Rechnung ist einfach: 10 Euro pro Stunde. Weit entfernt von den 150 %, die das spanische Gesetz für Überstunden vorschreibt. Die Anekdote, die in sozialen Medien geteilt wurde, spiegelt eine gängige Praxis in Branchen wie Logistik, Gastronomie oder körperlicher Arbeit wider: Überstunden werden zwar bezahlt, aber zum selben Preis wie die reguläre Stunde, ohne gesetzlichen Zuschlag.

Das Estatuto de los Trabajadores (das spanische Arbeitnehmerstatut, das zentrale Arbeitsgesetzbuch) legt fest, dass Überstunden mindestens mit einem Zuschlag von 75 % auf den normalen Stundenlohn vergütet werden müssen. Das heißt: Liegt der Basislohn bei 10 Euro pro Stunde, sollte die Überstunde mindestens 17,5 Euro kosten. Hier ist die Zahl ernüchternd: 10 Euro im Durchschnitt pro Überstunde, exakt derselbe Preis wie für die normale Arbeitszeit. Der gesetzliche Zuschlag fehlt vollständig.

Auf die Geschichte eines Arbeitnehmers, dessen Vertrag nicht verlängert wurde und der sich beim Vorgesetzten darüber beschwerte, stets Überstunden gemacht zu haben, kam eine vernichtende Antwort: "Wurden sie dir bezahlt? – Ja – Dann schulde ich dir nichts." Das ist die vorherrschende Mentalität: Überstunden sind eine Transaktion, kein Zeichen von Loyalität. Und wenn sie bezahlt werden, schuldet der Arbeitgeber nichts weiter. Der Arbeitnehmer hingegen bleibt mit dem Gefühl zurück, mehr gearbeitet zu haben für dasselbe.

Die eigentliche Debatte dreht sich nicht darum, ob man Überstunden leisten soll oder nicht, sondern ob die spanische Unternehmenskultur die Beschäftigten weiter auspresst – gegen einen erbärmlichen Zuschuss, der den wahren Wert ihrer Zeit nicht widerspiegelt. Solange der gesetzliche Zuschlag in vielen Tarifverträgen oder mündlichen Absprachen nur Papier bleibt, wird das "Rackern in Überstunden" ein schlecht bezahltes Zeichen von Ehrgeiz bleiben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (29 Antworten).

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