Sánchez plantiert Steuer auf Vermögen für '100 Leben'

Sánchez besteuert Vermögen, das für '100 Leben' reicht: Die Top-100-Vermögen summieren sich auf 143 Mrd. €, zwei Monate Staatsausgaben.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sánchez plantiert Steuer auf Vermögen für '100 Leben'
Steuererhöhung für Vermögen, die 'für 100 Leben' reichen

Bei der Eröffnung des politischen Jahres kündigte Pedro Sánchez an, dass die Regierung „neue Maßnahmen zur Begrenzung unverhältnismäßiger Privilegien bestimmter Eliten“ ergreifen werde. Auf Euro gemünzt bedeutet dies eine Steuererhöhung für „jenen, die bereits genug Geld auf dem Konto haben, um 100 Leben zu finanzieren“. Das Problem liegt in der Maßeinheit. Niemand hat definiert, was ein „Leben“ kostet oder wie viele davon in einen Einlagensaldo passen. Aus dieser Ungenauigkeit resultiert alles Weitere.

Wie viel Geld braucht man, um 100 Leben zu leben?

Diese Zahl findet sich in keinem offiziellen Dokument. Sie hängt davon ab, was unter „Leben“ verstanden wird. Die Begründung der Ankündigung – Millionäre zu besteuern, um „die Mittelschicht und Arbeitenden vor einem weiterhin extrem ungerechten System zu schützen“ – klärt nicht, ob ein Lebensjahr 12.000 oder 40.000 Euro kostet. Die Schätzungen reichen von jenen, die den tatsächlichen Schwellenwert bei 100.000 Euro sehen, bis hin zu denen, die die wörtliche Interpretation anwenden und folgern, dass wenn ein Leben mit null eigenem Geld gelebt werden kann, auch 100 Leben null kosten und jeder positive Saldo ins Visier gerät. Mit dieser Bandbreite lässt die Ankündigung jede Lesart zu.

Es gibt eine zweite, unbequemere Diskrepanz: Der Text vermischt Vermögen mit Liquidität. „Auf dem Bankkonto haben“ ist nicht dasselbe wie „besitzen“. Ein Investor mit 4 Milliarden in Aktien besitzt genau diesen Wert, doch auf dem Girokonto, das der Fiskus zuerst prüft, könnte er nur sein Monatsgehalt haben.

Warum das Geld für 100 Leben nicht auf einer spanischen Bank schläft

Die häufigste Analyse-Linie besagt, dass die Ankündigung genau dort zielt, wo das große Geld nicht ist. Hohe Vermögen parken keine Millionen auf Tagesgeldkonten: Sie stecken in Beteiligungen, Immobilien, Holdinggesellschaften und Strukturen, die die Agencia Tributaria (spanische Finanzverwaltung) spät oder gar nicht erreicht. „Große Kapitalien sind unantastbar, weil sie liquide sind“, fasst eine der meistzitierten Thesen zusammen. Was sich in Minuten bewegt, wird nicht über Monate besteuert.

Ein Teilnehmer nennt das Beispiel Galizien, um die Lücke zu illustrieren: Das größte Vermögen dieser Region erklärt allein mehr als alle Steuerpflichtigen zusammen, die zur Abgabe der Vermögenssteuer verpflichtet sind. Es klingt nach einem Additionsfehler. Ist es aber nicht, seiner Erklärung zufolge: Große Vermögen deklarieren in Spanien nur einen Bruchteil dessen, was sie besitzen, und einen guten Teil dieses Bruchteils legal. Hinsichtlich der Verteilung behauptet dieselbe Nachricht, dass das oberste Prozent mindestens 25–30 % des Reichtums konzentriert und die oberen 10 % über 50 % hinausgehen, eine deutlich stärkere Verzerrung als bei den Einkommen.

Wen trifft die Steuererhöhung am Ende wirklich?

Das weniger epische Szenario ist, dass das eigentliche Ziel Sparer und mittlere bis hohe Einkommen sind. In diesen Rahmen passt die Verteidigung der Finanzministerin María Jesús Montero, dass „Mittelschicht alle Bürger sind, die den Mindestlohn (SMI) beziehen“, mit dem Argument, dass diese Regierung ihn um 54 % erhöht habe. Wenn Mittelschicht der Mindestlohn ist und reich jemand, der Geld auf dem Konto hat, fällt die Zwischenstufe – jene, die 30.000 Euro verdienen und monatlich etwas zurücklegen – durchs Raster.

Die Stufen der IRPF (Einkommensteuer) stehen im Zentrum dieses Verdachts: Ein Steuersatz von 30 % auf Einkommen von 20.000 Euro oder 37 %, wenn das Gehalt um 15.000 steigt, enteignet niemanden, ist aber spürbar. Und das Label „obere Schicht“, das einige Medien auf Personen mit mehr als 30.000 Euro Einkommen anwandten, wurde als vorbereiteter Boden für neue Zuschläge gelesen. Hinzu kommt ein generationsspezifisches Detail: Einlagen eines gewissen Volumens sind nicht Sache von Millionären, sondern von Rentnern, die eine Wohnung verkauft haben oder eine Abfindung aufbewahren. Den Kontosaldo zu besteuern, trifft diese Gruppe eher als ein großes Vermögen.

Wie viel würde die Konfiszierung des Reichtums der Superreichen einbringen?

Um die Dimension der Ankündigung zu erfassen, wiederholt sich ein Datum: Die hundert reichsten Spanier hatten 2023 laut Forbes-Magazin ein Gesamtvermögen von 143 Milliarden Euro. Würde man ihnen 100 % dieses Reichtums konfiszieren – alles, ohne Ausnahmen, ohne Schutzstrukturen –, würde der Staat damit kaum zwei und einen halben Monat der öffentlichen Ausgaben decken. Hundert Prozent der Spitze, zweieinhalb Monate Rechnung.

Kommt es zum Kapitalabfluss, bevor das Gesetz in Kraft tritt?

In der Praxis prognostizieren mehrere Teilnehmer Fondsverschiebungen und betonen, dass Vermögen, die jeden vernünftigen Schwellenwert überschreiten, bereits aus Jurisdiktionen außerhalb des Einflussbereichs der Agencia Tributaria operieren; das am häufigsten genannte Ziel ist Lateinamerika, wobei die Dominikanische Republik mehrfach erwähnt wird. Eine andere Lesart des Threads ist, dass die Ankündigung darauf abzielt, vom eigentlichen Zahler der Steuererhöhung abzulenken.

Ein Teilnehmer behauptete, Sánchez habe bei derselben Gelegenheit auch vertreten, dass Spanien ein föderaler Staat sei. Es schien ein anderes Thema zu sein, war aber dasselbe: Der Rahmen wird per Dekret neu definiert, das Kleingedruckte folgt später. Mit der Steuer wird es genauso sein. Die Ankündigung spricht von Geld auf dem Bankkonto. Das Geld, das für 100 Leben reicht, ist nie auf dem Bankkonto.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (442 Antworten).

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