S&P 500 nähert sich 8.000 Punkten bei Warnungen vor Blow-Off-Top

Der S&P 500 strebt auf 8.000 Punkte zu, während der Nasdaq in einem Monat um 35 % steigt. Die Warnungen vor einem Blow-Off-Top mehren sich angesichts geplanter Börsengänge.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

S&P 500 nähert sich 8.000 Punkten bei Warnungen vor Blow-Off-Top
S&P 500 nahe 8.000 Punkten löst Alarme wegen Blow-Off-Top aus

Der S&P 500 nähert sich den 8.000 Punkten, und manche sehen darin nicht Euphorie, sondern die letzte Phase einer klassischen Distribution. Ein Forennutzer behauptet, der Nasdaq habe in einem Monat 35 % zugelegt, ein Tempo, das in Lehrbüchern der technischen Analyse als Blow-Off-Top und nicht als nachhaltige Stärke gelesen wird. Die Diskussion dreht sich nicht darum, ob der Markt teuer ist – das nehmen fast alle an –, sondern darum, ob Smart Money seit Monaten verkauft, während private Ersparnisse durch die große Tür der Indexfonds strömen.

Die dominante These unter den Skeptikern besagt, dass die geplanten Börsengänge von SpaceX, Anthropic und OpenAI wie der letzte Akt einer Vorstellung fungieren: Sie brauchen Euphorie und FOMO, um Aktien an Privatanleger zu verteilen, bevor die Musik stoppt. Manche vertreten die Ansicht, dass die UTAD – die finale Phase der Distribution – bereits läuft und die Mathematik nicht lügt. Dagegen steht das altbekannte Argument: Wir hören seit zehn Jahren, dass der Crash im Oktober kommt, und der Markt steigt weiter.



Blow-Off-Top beim Nasdaq: 35 % in einem Monat und niemand will hinschauen

Das am häufigsten wiederholte Datum ist der Nasdaq-Anstieg von 35 % in nur einem Monat, laut einem Forennutzer. Für Anhänger der klassischen technischen Analyse ist diese Vertikalität die unverkennbare Signatur eines Blow-Off-Tops, der Endphase, in der sich der Preis von jeder vernünftigen Referenz löst und den letzten Käufer anzieht. Wer glaubt, dies sei nachhaltig, sollte laut dieser Strömung sein Urteilsvermögen überprüfen lassen.

Die Euphorie beschränkt sich nicht nur auf Indizes. Das private Geld hat in Indexfonds das perfekte Vehikel gefunden, um einzusteigen, ohne über Bewertungen nachzudenken. Dieser konstante Fluss hat die größten Marktkapitalisierungen auf Höchststände getrieben, während die Marktbreite abnahm, ein Muster, das historisch ernsthafte Korrekturen ankündigt. Wenn der Bärenmarkt kommt, warnen sie, werden unvorbereitete Sparer eine Lektion fürs Leben lernen.

Das Problem ist, dass niemand ein Datum nennen kann. Die Börsengänge von SpaceX, Anthropic und OpenAI werden als Katalysatoren gesehen: Juli für den ersten, letztes Quartal für die anderen beiden, so ein Forennutzer. Die zynischste Lesart ist, dass sie dienen, um Papier an die Öffentlichkeit zu verteilen, bevor der Trend kippt. Die wohlwollendste Lesart besagt, dass die Party noch nicht vorbei ist.

Warum spricht man von einem Bärenmarkt, wenn die Wirtschaft wächst?

Der häufigste Einwand ist gesunder Menschenverstand: Wenn die USA und China um 4 % wachsen und die Arbeitslosigkeit auf Tiefständen liegt, warum sollten Aktien fallen? Wenn alles teurer wird – Essen, Energie, Wohnraum, Autos – ergibt es keinen Sinn, dass Unternehmen weniger wert sind. Nur eine intensive Rezession würde den Trend brechen, und diese Rezession wird seit einem Jahrzehnt angekündigt, ohne einzutreten.

Die Antwort der Bären ist, dass der Markt keine Rezession braucht, um zu korrigieren. Es reicht, wenn sich die Erwartungen drehen. Die aktuellen KGVs halten nur stand, wenn KI die Produktivität außergewöhnlich steigert: Ein KGV von 40 wird zu einem KGV von 4, wenn ein Unternehmen seine Produktivität verzehnfacht. Das ist die eigentliche Wette, und niemand hat eine Kristallkugel.

Ein historisches Faktum wird wie ein Dolchstoß lanciert: Im Jahr 2007, vor dem großen Absturz, wuchs das BIP und die Inflation war moderat. Märkte warnen nicht mit makroökonomischen Schlagzeilen. Sie bewegen sich durch Psychologie, Kapitalflüsse und die Belastbarkeit der Beteiligten. Und dort spielen die meisten Privatpersonen mit einem Nachteil.

Indexierung, das perfekte Instrument zum Platzieren von Aktien

Die Mode der Indexfonds ist genau in der Endphase des längsten Bullenmarkts der Geschichte gewachsen. Dies ist das Argument, das Verfechter des passiven Managements am meisten schmerzt: Unkontrollierte Indexierung war das gewählte Vehikel, um Aktien großer Unternehmen zu platzieren und den Index auf neue Höhen zu treiben, während die Marktbreite nicht mitzog.

Die Verteidigung der Indexierung ist solide und unbestritten: Die Beweislage zeigt, dass die meisten aktiven Manager den Markt nicht konsistent schlagen. Auch jene mit Fachwissen schaffen es nicht. Das bedeutet nicht, dass Indexierung immun gegen Risiko ist; es bedeutet, dass Risiko anders getragen wird. In Bärenmärkten gewinnt aktives Management an Bedeutung, weil jemand entscheidet, wann das Exposure reduziert wird. Der Indexfond entscheidet per Definition nichts.

Das Grundproblem ist, dass die meisten Sparer nicht ausgebildet sind, um zwischen einer Korrektur von 10 % und dem Beginn eines Bärenmarkts zu unterscheiden. Wenn eine große Rezession kommt und sie gezwungen sind, Teile ihres Portfolios mit Verlust zu verkaufen, wird die Indexierung ihnen eine Lektion erteilt haben, die sie nicht vergessen werden. Die Frage ist, ob diese Lektion vermeidbar gewesen wäre.

Inflation, Fiat-Geld und die Falle, den Aktienmarkt zu verlassen

Das unbequemste Argument für Bären kommt nicht von Charts, sondern von der Inflation. Den Aktienmarkt zu verlassen, zwingt einen, woanders einzusteigen, und dort beginnt das Problem. Anleihen und Einlagen können jahrelang weit unter der Inflation bleiben: Ein Höhepunkt wie 2021-22 frisst 25 % der Kaufkraft, und Verlorenes wird nicht zurückgeholt. Gold ist in den letzten Jahren genauso stark gestiegen wie der S&P 500. Immobilien bergen ihre eigenen Risiken.

Die Schlussfolgerung dieser Strömung ist, dass Aktien vielleicht das kleinere Übel sind. Langfristig sollten sie mindestens im Rhythmus der monetären Entwertung steigen. Stark verschuldete Regierungen brauchen niedrige Zinsen und Inflation, um die Staatsverschuldung zu entwerten, die älteste Form, Schulden nicht zu bezahlen. Mit diesem Ausblick sind harte Vermögenswerte nicht teuer: Es wurde einfach exzessiv Geld gedruckt.

Die Konsequenz ist unbequem für konservative Sparer. Laut einem Forennutzer verlieren in Spanien eine Billion Euro auf Konten und Einlagen Jahr für Jahr an Kaufkraft. Wer 100.000 Euro auf einem Sparbuch hat und wer sie in Aktien hält, wird das nächste Jahrzehnt nicht gleich erleben. Die Kluft zwischen Lohnempfänger und Eigentümer vergrößert sich mit jedem Prozentpunkt Inflation. Und währenddessen flirtet der S&P 500 weiter mit den 8.000 Punkten.



Mit diesen Zutaten sollte der Absturz unmittelbar bevorstehen. Wir hören dieselbe Prophezeiung seit Jahrzehnten. Der Markt hat indes noch keinen Mechanismus gefunden, der ihn zu Fall bringt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (109 Antworten).

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