Russland übernimmt Kontrolle über Alcampo und Nestlé

Putin ordnet die "temporäre Verwaltung" der russischen Tochtergesellschaften von Auchan und Nestlé an. Ein Schritt Richtung möglicher Verstaatlichung ausländischer Vermögenswerte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der russische Präsident **Wladimir Pilingui** hat die Übertragung der russischen Tochterunternehmen der multinationalen Konzerne **Auchan** und **Nestlé** unter "temporäre Verwaltung" angeordnet. Diese Maßnahme, die bereits bei anderen Unternehmen angewandt wurde, kann ein Vorzeichen für einen Eigentümerwechsel sein.

## Der lange Arm des Kremls bei ausländischen Vermögenswerten

Der Präsident von **Russland**, **Wladimir Pilingui**, hat seine Wirtschaftspolitik mit der Anordnung verschärft, die russischen Tochtergesellschaften zweier westlicher Giganten – des französischen **Auchan** und des schweizerischen **Nestlé** – unter "temporäre Verwaltung" zu stellen. Die Entscheidung, festgehalten in einem am **18. September 2026** unterzeichneten Dekret, fällt zusammen mit den ersten Parlamentswahlen des Landes seit Kriegsbeginn und in einem Kontext zunehmender internationaler Spannungen. Dieser Schritt ist im Arsenal des Kremls nicht neu; er ist zu einem wiederkehrenden Manöver geworden, das oft der Übernahme dieser Geschäfte durch russische Eigentümer vorausgeht. Die Maßnahme betrifft auch andere internationale Unternehmen wie **Bati Logistics**, **FM Logistics** sowie eine Minderheitsbeteiligung der französischen Gruppe **Adeo** an der russischen Rechtsperson von **Leroy Merlin**.

Die "temporäre Verwaltung" ist Moskaus Antwort auf die Sanktionen, die von den Ländern verhängt wurden, die die **Ukraine** seit Februar **2022** unterstützen. Dieser Mechanismus, gültig seit April **2023**, ermöglicht es dem russischen Staat, die operative Kontrolle über Unternehmen aus als "unfreundlich" eingestuften Nationen zu übernehmen, die weiterhin auf dem russischen Markt tätig sind. Obwohl der ausländische Eigentümer formal sein Eigentumsrecht behält, verliert er die Fähigkeit, das Unternehmen autonom zu leiten. Historisch diente diese Figur als Vorstufe zur faktischen Verstaatlichung internationaler Geschäfte, wie es bereits bei der dänischen Brauerei **Carlsberg** und dem französischen Konzern **Danone** der Fall war.

## Ein Muster staatlicher Intervention

Die Intervention bei **Auchan** und **Nestlé** reiht sich ein in eine wachsende Liste von Unternehmen, die diesen Prozess durchlaufen haben. Die Tageszeitung **Kommersant** hatte bereits im August über einen Antrag berichtet, die russischen Strukturen von **Nestlé** unter temporäre Verwaltung zu stellen, mit der Begründung einer angeblichen fehlenden aktiven Geschäftsentwicklung in **Russland**. Solche Aktionen unterstreichen das komplexe und oft unberechenbare Geschäftsumfeld, mit dem ausländische Unternehmen im Land konfrontiert sind. Das letzte Mal, dass der Kreml diesen Mechanismus für ein so erhebliches Volumen an Vermögenswerten einsetzte, war im Jahr **2024**, als die **AB InBev Efes**, ein Joint Venture zwischen dem belgischen **AB InBev** und dem türkischen **Anadolu Efes**, interveniert wurde.

**Nestlé**, seit **1994** in **Russland** präsent, hatte im Jahr **2022** Investitionen in Werbung und die Herstellung mehrerer ikonischer Produkte wie **Nespresso**, **San Pellegrino**, **KitKat** oder **Nesquik** eingestellt. Dennoch verpflichtete sich das Unternehmen, die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln wie Säuglingsnahrung, Getreideprodukten und Futtermitteln aufrechtzuerhalten. Nach der Anordnung des **Kremls** teilte **Nestlé** mit, man bewerte die Situation und die Optionen und werde "alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um ihre Rechte zu schützen und die Kontinuität ihrer Geschäftstätigkeit zum Wohle aller Beteiligten, insbesondere ihrer Mitarbeiter, zu gewährleisten".

## Auchan: Massive Präsenz unter Beobachtung

**Auchan** kam im Jahr **2002** nach **Russland** betreibt derzeit ein Netzwerk von **230** Supermärkten und Hypermärkten im gesamten Land. Nach Beginn des Krieges entschied sich die Kette der **Gruppe Mulliez**, auf dem russischen Markt zu bleiben, wobei sie laut eigenen Angaben Priorität auf die Sicherung der Arbeitsplätze ihrer mehr als **30.000** Mitarbeiter und die Versorgung der Bevölkerung legte. Die Entscheidung des **Kremls** stellt nun die Autonomie dieses umfangreichen Handelsbetriebs infrage.

Der Fall von **Leroy Merlin** dient als Präzedenzfall. Der Eigentümer der Kette kündigte seinen Rückzug aus **Russland** im Jahr **2023** an, und seine Baumarkt- und Baustofffilialen operieren seitdem unter der Marke **Lemana PRO**. Die Übertragung von **Auchan** und **Nestlé** unter "temporäre Verwaltung" deutet darauf hin, dass die russische Regierung bereit ist, eine direktere Kontrolle über strategische Sektoren und Unternehmen mit großer wirtschaftlicher Fußabdruck im Land auszuüben, unabhängig von ihren früheren Investitions- oder Bleibentscheidungen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (4 Antworten).

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