Russland-Tourismus: UnionPay akzeptiert, Bargeld dominiert

Fünf-Sterne-Hotels in Russland unter 100 Euro, doch westliche Karten funktionieren nicht. Reisen erfordern Bargeld und Flüge über die Türkei.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russland-Tourismus: UnionPay akzeptiert, Bargeld dominiert
Russland-Tourismus: UnionPay wird akzeptiert, aber makellose Scheine sind Pflicht

Man kann in Russland reisen, ohne einen Stapel Euros mit sich zu tragen. Auf dem Papier ja: Das chinesische Zahlungssystem UnionPay ist im Land laut Berichten von Rückkehrern akzeptiert, und es gibt ein E-Visum für Aufenthalte bis zu 16 Tagen. In der Praxis erzählen Reisende etwas anderes: Man reist mit Bargeld an, tauscht es bei der Bank und hofft, dass die Scheine tadellos sind. Der Ausgangspunkt ist ein Reisender, der Moskau und St. Petersburg im September besuchen möchte, nicht aus einem EU- oder NATO-Land fliegen will und zugibt, dass seine Regierung die Reise missbilligen würde. Seine Sorge ist nicht politisch, sondern wie man bezahlt.

Kann man in Russland mit Karte bezahlen?

Westliche Bankkarten funktionieren nicht. Punkt. Die chinesische Alternative UnionPay hat laut Zeugenberichten aus Kaliningrad eine gewisse Verbreitung. Dennoch dient die Karte eher als Ergänzung, nicht als Hauptzahlungsmittel.

Der häufigste Rat lautet, Bargeld mitzunehmen: Ein Teilnehmer berichtet, man könne bis zu 10.000 Dollar einführen. Doch es gibt eine Falle, die viele trifft. Die Scheine müssen völlig neu sein, ohne Flecken oder Knicke; wenn sie alt oder zerknittert sind, wird der Wechselkurs schlechter oder die Scheine werden am Schalter abgelehnt, sodass man bestimmte Staatsbanken mit ungünstigeren Konditionen aufsuchen muss. Die Anekdote eines Reisenden, der sein Ticket für eine Aufführung von Romeo und Julia im Mariinski-Theater vor Jahren aufbewahrt hat, fasst die Sarracena zusammen: Hier reist man nur mit dem, was man bei sich trägt.

Geld von außen auf ein russisches Konto zu transferieren, ist eine andere Sache. Wer Familie dort hat, nutzt oft Banken in Drittländern als Weg, sofern jemand Vertrauenswürdiges ein Konto dort besitzt.

Wie reist man nach Russland, ohne aus der EU zu fliegen?

Es gibt keine Direktflüge von der EU nach Russland. Aktive Routen führen über Serbien, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten, China oder Indien. Die türkische Route wird am häufigsten genannt: Madrid-Istanbul etwa 400 Euro und Istanbul-Moskau weitere 350 Euro, basierend auf einer manuellen Preisanalyse.

Es gibt günstigere, aber unbequemere Alternativen. Madrid-Helsinki und dann per Bus, oder die Fahrt nach St. Petersburg von Tallinn über Narva, die rund 20 Euro kostet. Im Inland verbindet der Hochgeschwindigkeitszug St. Petersburg und Moskau problemlos.

Das Visum-Thema spaltet die Meinungen. Das E-Visum gilt bis zu 16 Tage, aber es wird diskutiert, ob es sich für zwei Wochen angesichts der Flugkosten lohnt. Spanien hat ein bilaterales Abkommen mit Russland, das Touristenvisa für sechs Monate mit Aufenthalten bis zu drei Monaten erlaubt. Es gibt auch Geschäftsvisa für ein Jahr mit Mehrfacheinreise, wobei jede Agentur die Einladungsschreiben für wenige Euro besorgen kann.

Was kostet eine Reise nach Russland mit dem schwachen Rubel?

Hier liegt der Reiz. Fünf-Sterne-Hotels in Moskau und St. Petersburg werden für weniger als 100 Euro pro Nacht gehandelt. Der Zusammenbruch des westlichen Tourismus seit Beginn des Konflikts hat die Zahl europäischer Besucher reduziert und die Preise gedrückt, wie Marktbeobachter bestätigen.

Das Problem ist der Flug. Addiert man die beiden Etappen ab Madrid, kostet die Hinreise allein fast 750 Euro, was den Unterkunftsvorteil bei kurzen Aufenthalten zunichtemacht. Daher die Empfehlung, das Visum auszunutzen und länger zu bleiben, da wer nur zwei Wochen bleibt, draufzahlt.

Ist es sicher, während des Krieges nach Russland zu reisen?

Bezüglich Kriminalität sind die Berichte beruhigend: Eine Brieftasche im Gesäßtasche während des gesamten Aufenthalts in Moskau ohne Zwischenfälle. Das genannte Risiko ist anders. Drohnenangriffe auf die Hauptstadt haben Bürogebäude im Finanzzentrum getroffen, und die Möglichkeit, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, ist gering, aber real.

Der Ton verschärft sich, sobald es um mehr als Logistik geht. Manche lehnen die Reise strikt ab, weil man in einem Kriegsland Urlaub macht, und einige wünschen dem Reisenden sogar Schlimmeres. Die Gegenposition argumentiert, dass Reisen kein Verbrechen sei, das Embargo vom Staat stamme, nicht vom Bürger, und wer sich vernünftig verhält, keine Probleme haben sollte.

Welche russischen Städte lohnen neben Moskau?

St. Petersburg erhält uneingeschränktes Lob: Architektur, Kultur und eine Theaterszene auf Augenhöhe mit europäischen Hauptstädten. Moskau erscheint als brutal große Stadt, weniger interessant zum Schlendern, obwohl es Highlights gibt. Zur Liste gehören Jekaterinburg, Wladiwostok, Sotschi, Nowosibirsk, Kasan und Kaliningrad.

Vor Ort gibt es unterschiedliche Erfahrungen. Eine Person aus Nowosibirsk beschreibt ihre Stadt als vernachlässigt, mit unpassenden Hochhäusern und Kontrasten zwischen Sowjetischem und Modernem, lobt aber neue Straßen und die Sanierung außerhalb des Zentrums. Im Februar ist die Kälte extrem, und alles eingefroren zu sehen hat seinen Charme; zum Wandern ist es besser, vor der großen Kälte zu reisen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (158 Antworten).

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