Rentner mit 1.700-Euro-Mieten und ausgebeutete Junge: Spaniens Generationenkonflikt

1.500 Euro Rente bei Mindestbeiträgen, Wohnungen für 42.000 Euro gekauft und heute für 1.700 Euro vermietet: Der Fall 'Langosto' zeigt Spaniens Generationenkluft schonungslos auf.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

1.500 Euro Rente nach Jahrzehnten mit Mindestbeiträgen: das Spanien, das Empörung auslöst

Das Klischee vom 'Langosto' – jener spanische Rentner, der nach drei Jahrzehnten mit Mindestbeiträgen mehr als 1.500 Euro im Monat bezieht – ist zum Symbol der Generationenkluft geworden. Das immer wiederkehrende Bild: zwei Wohnungen, in den 80ern für 7 Millionen Peseten gekauft und heute für 1.700 Euro an ein Ingenieursehepaar vermietet, das sich zu Tode schuftet. Währenddessen schlendert der Langosto im Schneckentempo durch Einkaufszentren, blockiert den Gang und sitzt um 8 Uhr morgens bei seinem ersten Karajillo in der Bar, während die Jungen mit dunklen Augenringen zur Arbeit eilen.

Die Rente, die nicht aufgehen kann

Laut den Zahlen, auf die sich Kritiker berufen, übersteigt die durchschnittliche 'Langosto'-Rente 1.500 Euro im Monat – trotz lächerlich geringer Einzahlungen über dreißig Jahre. Dazu kommt Immobilienbesitz, der für einen Spottpreis erworben wurde – 7 Millionen Peseten (etwa 42.000 Euro) in den Achtzigern – und heute Mieteinnahmen von 1.700 Euro abwirft. Das Gesamteinkommen aus Rente und Vermietung kann 3.200 Euro monatlich erreichen, weit über dem Gehalt eines Ingenieurs um die dreißig, der genau diese Miete zahlt.

Der wachsende Groll

"Wenn man diese Videos sieht, erkennt man die Realität", fasst ein Kommentar zusammen. "Habt kein Mitleid mit den Alten, sie haben kein Mitleid mit euch." Die Kluft ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell. Während die 'Langostos' ihren goldenen Ruhestand genießen, häufen Junge in prekären Jobs Überstunden an, um eine Wohnung mit Raufasertapete und muffigem Geruch zu bezahlen. Und die Erbschaft garantiert nichts: "Die echten Langostos hinterlassen nicht mal etwas – immer mehr von ihnen verkaufen am Ende alles und verschenken es an irgendjemanden."

Ein nicht tragfähiges Modell

Das spanische Rentensystem stützt eine Generation mit niedrigen Beiträgen und hohen Leistungen, finanziert von den Abgaben einer jüngeren Generation, die kaum je gleichwertige Leistungen erreichen wird. Dazu kommt der Wohnungsmarkt, wo der Immobilienbesitz der Älteren wie eine Eintrittsbarriere für junge Käufer wirkt. Die Frage, die in der Luft liegt: Wie lange lässt sich dieses Modell aufrechterhalten, ohne einen tieferen gesellschaftlichen Bruch auszulösen?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).

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