Rente mit 47: Grundsicherung und abbezahltes Haus vs. Gehalt

Wer mit 47 Jahren aufhört zu arbeiten, kann mit Grundsicherung (IMV) und abbezahlter Wohnung rund 600 Euro erhalten, bis zu 1.500 Euro mit Zuschüssen, im Vergleich zum häufigsten Lohn von 18.491 Euro.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Rente mit 47: Grundsicherung und abbezahltes Haus vs. Gehalt
Rente mit 47: Grundsicherung und abbezahltes Haus gegen ein Gehalt von 18.491 Euro

Ein 47-jähriger Arbeitnehmer kündigt an, dass er den "Hamsterrad" verlässt, und rechtfertigt dies mit sechs Worten: "Grundsicherung und abgezahltes Haus sind besser." Dies ist kein Einzelfall. Um ihn herum wird dieselbe Rechnung laut diskutiert: Lohnt sich Arbeit noch, wenn das häufigste Bruttogehalt in Spanien kaum über 18.000 Euro liegt und das soziale Netz Dach und Essen garantiert?

Die Diskussion spaltete sich vom ersten Moment an. Auf der einen Seite stehen jene, die berechnen, dass man mit einer abbezahlten Wohnung, der Mindestsicherung (Ingreso Mínimo Vital, IMV) und einigen Zuschüssen besser lebt, als 40 Stunden pro Woche zu schuften. Auf der anderen Seite antworten Kritiker, dass dies kein Leben sei, sondern Tag für Tag Nudeln mit Tomatensoße essen. Dazwischen steht eine unbestrittene Zahl: Das häufigste Bruttogehalt in Spanien liegt bei 18.491 Euro pro Jahr.

Wie viel Geld ist die Grundsicherung wirklich mit allen Zuschüssen?

Der reine Betrag des Ingreso Mínimo Vital täuscht. Die Berechnungen sind ambitionierter: Die Grundsicherung liegt bei rund 600 Euro, aber dazu kommen Zuschüsse der jeweiligen Autonomen Gemeinschaften, der Gemeinden und Organisationen wie dem Roten Kreuz. Ein Teilnehmer, der angibt, im Sozialwesen gearbeitet zu haben, behauptet, dass eine Familie mit Kindern bei guter Beratung bis zu 1.500 Euro monatlich erreichen kann, eine Einzelperson etwa 1.100 Euro.

Es gibt einen zweiten Weg mit weniger Bürokratie: Die Grundsicherung ist kompatibel mit der aktiven Eingliederungsrente (Renta Activa de Inserción), was den Gesamtbetrag auf etwa 750 Euro monatlich für Personen über 45 Jahre bringt, die eingezahlt haben. Abbezahltes Haus, keine Hypothek, kein Auto: Darauf basiert der gesamte Plan.

Was bleibt dem Staat von einem Gehalt von 18.491 Euro?

Zum Vergleich muss man die andere Seite der Waage betrachten. Eine in der Diskussion verbreitete Berechnung geht vom häufigsten Gehalt aus — 18.491 Euro laut INE, 18.502 Euro laut Bankinter — und multipliziert es mit 25 Beitragsjahren: 462.275 Euro brutto. Davon zahlt der Arbeitgeber knapp 30% in das System ein, und vom Nettolohn gehen zusätzlich 4,7% für allgemeine Risiken, 1,55% Arbeitslosenversicherung und mehrere Prozentpunkte Einkommensteuer (IRPF) ab.

Das Ergebnis dieser Rechnung ist, dass ein ganzes Arbeitsleben eine Summe in die öffentlichen Kassen spült, die viele als unmöglich zurückzuholen betrachten. Daher die unbequeme Frage, die die gesamte Analyse durchzieht: Gibt das System das zurück, was es verspricht, oder nur so viel, dass niemand aufhört zu arbeiten?

Pogre Einkommensteuer: Niemand zahlt 30% seines Gehalts

Der Vergleich hat einen Haken, worauf jemand hinwies. Die IRPF-Stufen werden pogre angewendet: Von 0 bis 12.450 Euro zahlt man 19%; von 12.450 bis 20.200 Euro 24%; und von 20.200 bis 35.200 Euro 30%. Wer 22.000 Euro brutto verdient, versteuert nicht die gesamten 30%, sondern nur den Teil, der die jeweilige Schwelle überschreitet. Bei Gehältern von 18.000 Euro liegt der effektive Steuersatz unter 10%.

Diese Nuance entkräftet die Erzählung der reinen steuerlichen Ausbeutung, löst aber das Kernproblem nicht. Es geht nicht darum, wie viel man zahlt, sondern wie viel übrig bleibt. Und 18.000 Euro netto sind etwa 1.300 Euro in vierzehn Monatsgehältern, eine Summe, die zwischen Miete, Einkaufskorb und einem Auto, dessen Wartung fast die Hälfte des sogenannten "Extra-Geldes" auffrisst, verdampft.

Regeln der Grundsicherung: 100.000 Euro Ersparnisse und Wohneigentum

Das Design des IMV erzeugt seine eigene Paradoxie. Wer mehr als 100.000 Euro gespart hat, erhält die Leistung nicht, obwohl das Vermögen nicht in allen Fällen gleich berechnet wird. Das Ergebnis soll sein, dass jemand ohne Ersparnisse in einer zentralen Wohnung leben und die Leistung beziehen kann, während eine Person zur Miete mit bescheidenen Ersparnissen ausgeschlossen wird. Und wer die Hilfe nicht braucht — weil er eine Familienwohnung besitzt, in die er "fallen" könnte — kommt auch hinein.

Für andere ist es gut konzipiert: Es funktioniert als Belohnung für jene, die gearbeitet, eingezahlt und ihr Haus ohne Hypothek gekauft haben, und bietet die Möglichkeit, früher aufzuhören, wenn man keine Lust mehr hat. Es ist die Lesart eines Systems, das nicht die Arbeit bestraft, sondern den würdigen Ausstieg ermöglicht.

Das Dorf, die Nudeln und die fehlende Beschäftigung

Auch der geografische Plan wird thematisiert: Wegziehen in ein Dorf, wo die Grundsicherung für Tabak, Spielautomaten, Schnaps und Lotterielose reicht, mit E-Bike und zwei Stunden Natur täglich. Andere fassen es zusammen als Nudeln mit Tomatensoße und städtisches Fitnessstudio.

Dagegen steht die Front jener, die arbeiten und nicht über die Runden kommen. "Ich arbeite, kaufe immer Eigenmarken, suche Angebote, denn trotz Arbeit komme ich nicht ans Ende des Monats", fasst ein Kommentar zusammen. Die Antwort von der anderen Seite ist hart: Es gibt Arbeit, auch wenn sie nicht die gewünschte ist, und eine Stelle als Sicherheitsbeamter löst das Problem "am nächsten Tag". Darauf wird geantwortet, dass diese Stelle in mittelgroßen Städten einfach nicht existiert oder nicht in der eigenen Provinz verfügbar ist.

Wo die Rechnung feststeckt

Die Diskussion erreicht eine Pattsituation. Vom IMV mit abbezahltem Haus zu leben ist theoretisch möglich; praktisch hängt es davon ab, dass die Waschmaschine nicht kaputtgeht, das Handy nicht ersetzt werden muss und keine ungeplanten Ausgaben auftauchen, die die Hilfe nicht deckt. Auch nach 22 Jahren Arbeit aufzuhören, ist kein sauberer Ausstieg: Es trägt sich durch Arbeitslosengeld, Ersparnisse, die sich leeren, und die Gewissheit, dass das Polster vor dem Lebensende aufgebraucht ist.

Noch hat niemand geklärt, was passiert, wenn die Beihilfe gestrichen wird und das Alter für eine Rückkehr ins Hamsterrad bereits zu hoch ist.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (218 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver