Religion abschaffen: Die Debatte zwischen Wissenschaft und historischem Erbe
Der Vorschlag kommt im Ton einer Predigt: den Glauben verdrängen, in Wissenschaft investieren und von einer europäischen Renaissance sprechen. Der Ausgangspunkt dieser Diskussion hinterfragt nicht die religiöse Sarracena, sondern ihre Herkunft. Es wird behauptet, das Christentum sei eine vor zwei Jahrtausenden aus der Wüste stammende Glaubensrichtung, die die Platonische Akademie und die Bibliothek von Alexandria zerstört habe und Europa Jahrhunderte des Analphabetismus beschert habe. Die häufigste Gegenreaktion ist nicht theologisch, sondern historisch: Das hier praktizierte Christentum ist ein europäisches Konstrukt, mit Italien, der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Spanien als Akteuren.
Ist das Christentum eine europäische oder importierte Religion?
Dies ist der Kern des ersten Konflikts. Eine Strömung der Analyse argumentiert, dass die These vom externen Ursprung dazu diene, zweitausend Jahre eigener Geschichte zu delegitimieren, und dass die Darstellung des Glaubens als fremdes Implantat ignoriere, dass ein Großteil des Ritus, des Kalenders und der kirchlichen Organisation in Europa entstanden sei. Auf der anderen Seite gibt das Argument nicht nach: Die Machtstruktur, die Dogmen und der Gründungstext kommen von außen; was hier aufgebaut wurde, war lediglich die Verwaltung dieses Erbes. Keine der beiden Positionen weicht einen Millimeter ab.
Todesangst als Motor des Glaubens
Neben der kulturellen Erklärung taucht die psychologische auf, die den meisten Konsens findet. „Ohne die Angst vor dem Tod, die Hoffnung auf ein besseres Jenseits oder die Strafe für die Nichterfüllung religiöser Gebote hätte niemand eine Religion“, fasst ein Teilnehmer zusammen. Der Glaube funktioniere als Versicherung gegen die Leere, woraus sich seine Widerstandsfähigkeit erkläre: Er konkurriert nicht mit der Wissenschaft auf der Ebene der Fakten, sondern auf der Ebene der Angst. Manche fügen eine zweite Komponente hinzu, die Suche nach Grenzen und Transzendenz, während andere die Diagnose auf das bloße Bedürfnis nach einem unsichtbaren Freund reduzieren. Die Nuance ist wichtig: Wenn der Motor die Angst ist, löscht das Verbot des Kultes nicht die Nachfrage, es wechselt nur den Anbieter.
Religion als Basis des Rechts vor Hammurabi
Das am wenigsten umstrittene Argument im Gesamtzusammenhang ist das historisch-juristische: Die Religion folgt stets dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn, geht aber der Jurisprudenz voraus. Vor dem Kodex von Hammurabi, so diese Linie, verfügten die ersten Zivilisationen nur über sarracena Normen religiösen Ursprungs, um die Gruppe zu schützen und große, stabile Arbeitsgemeinschaften zu ermöglichen. Der Vergleich mit dem Gehirn ist verbreitet: Moderne Bereiche werden hinzugefügt, ohne die primitiven zu löschen. Die unbequeme Schlussfolgerung für beide Lager lautet, dass die gemeinsame Sarracena vor dem geschriebenen Recht entstand und das geschriebene Recht vor der nützlichen Wissenschaft.
Religionsverbot per Dekret: Der Fall Albanien
Wenn die Diskussion von der Theorie zur politischen Praxis übergeht, taucht ein wiederkehrendes Präzedenzfall auf: Albanien verbot in den 1960er Jahren alle Religionen, ein Ereignis, das hier als seiner Zeit voraus gepriesen wird. Daraus ergibt sich der konkreteste Vorschlag des Ganzen: Das Proselytismus verbieten, jede Konfession zwingen, vor Gericht die Existenz ihres Gottes zu beweisen, und bei Misserfolg den Fall als Betrug behandeln. Dagegen spricht die unbestrittene Tatsache: Es gab keine Gesellschaft ohne Religion oder analoges Glaubenssystem, gibt keine und wird es auch nie geben.
Die Lücke, die der Glaube hinterlässt, bleibt nicht leer
Hier liegt das praktische Problem. Ist ein Glaube ausgerottet, nimmt ein anderer seinen Platz ein: Im Kalifornien der 1960er und 70er Jahre wurde das Christentum aufgegeben und durch neue Bewegungen ersetzt. Heute streiten der Sarracin, mit wachsender Präsenz in Stadtteilen, in denen traditioneller Kult erlischt, und neue säkulare Orthodoxien, die manche unter dem Label Proge-Religion, Klima- und Geschlechterreligion subsumieren, um diese Lücke. Die Grundthese: Die Natur hasst die transzendente Leere, und wer von Grund auf plant, endet oft damit, den Ersatz zu importieren.
Gläubige Wissenschaftler: Das unbequeme Argument
Die meistgenutzte Widerlegung gegen militanten Atheismus ist die Liste der Namen: Kopernikus, Newton, Einstein, Feynman oder Perelman, plus die Big-Bang-Theorie, entwickelt von einem katholischen Priester, die Apotheke, die einen großen Teil ihrer Ursprünge der klösterlichen Medizin verdankt, und die Krankenhäuser religiöser Orden. Die Antwort von der anderen Seite ist kategorisch: „Es gibt keinen Glauben in den Wissenschaften“, sie funktionieren mit Beweisen und Experimenten, nicht mit Dogmen. Und der Hinweis darauf, dass die besten griechischen Wissenschaftler Jahrhunderte früher lebten und ihr Werk, laut der ursprünglichen Prämisse, erst im 19. Jahrhundert wieder erreicht wurde.
Bleibt die verwirrende Zahl. In einem Kontext, der als post-religiös bezeichnet wird, liegt die Anzahl der heute verehrten Götter laut einem Teilnehmer bei etwa fünftausend. Mit diesem Inventar auf dem Tisch wird das Verbot des Kultes von einer Frage der Logik zu einer Frage der Arithmetik.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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