10 % für Beamte bis 2028 bedeuten nur 2,4 % jährlich
Ein Gehaltsplus von 10 % über vier Jahre klingt großzügig. Auf das Kalenderjahr umgerechnet ergibt sich jedoch ein Satz von 2,4 % pro Jahr, was die Argumentation ins Wanken bringt. Die Regierung hat den Gewerkschaften ihre Vorschläge zur Lohnerhöhung für Staatsbedienstete zwischen 2025 und 2028 vorgelegt, wobei 5 % für das Jahr 2027 reserviert sind. Die Gewerkschaften bezeichneten dieses Angebot als Beleidigung der öffentlichen Bediensteten. Die Zahl fiel mitten in die Debatte über Inflation, Einkommensteuer (IRPF) und private Tarifverträge, und die Reaktion ist keineswegs einheitlich.
Was die Regierung den Beamten bis 2028 bietet
Der Rahmen umfasst vier Geschäftsjahre, von 2025 bis 2028. Das Angebot verteilt die Erhöhung auf die einzelnen Jahre und reserviert 5 % für 2027, gemäß dem Verhandlungskalender. Einige Analysen gehen sogar davon aus, dass 2025 als eingefrorenes Jahr gilt, was die reale Wirkung des Vorschlags weiter mindert. Parallel dazu liegt die geplante Obergrenze für die Ausgaben im Jahr 2026 bei 2 %, ein Korsett, das jede weitere Erhöhung begrenzt und von manchen als Zeichen gewertet wird, dass der haushaltspolitische Spielraum nicht mehr zulässt.
Die Gewerkschaften haben das Angebot nicht akzeptiert. Sie stufen es als unannehmbar ein und betonen, es sei eine Beleidigung für die öffentlichen Bediensteten. Der Ball liegt nun beim Ministerium, das entscheiden muss, ob es die Zahl erhöht oder an den 10 % festhält.
Die 2,4 % jährlich, die die Inflation nicht decken
Teilt man die 10 % durch vier Jahre, ergibt sich ein Satz von 2,4 % pro Jahr, der unter der offiziellen Inflationsrate (IPC) liegt und deutlich hinter der wahrgenommenen Teuerung zurückbleibt. Ein Teil der Analyse geht noch weiter: Jede Erhöhung, die den Preisindex nicht ausgleicht, ist faktisch eine Lohnkürzung, da die Kaufkraft erodiert, auch wenn das Bruttogehalt steigt. Vier Jahre sind lang.
Bei einer Inflation, die einige Experten im zweistelligen Bereich sehen, explodiert die Berechnung des Verlusts. Es wird von einem Kaufkraftverlust von fast 25 % über den gesamten Zeitraum gesprochen, sofern die Preise dieses Tempo halten. Solche Projektionen unterschreibt niemand in einem Abkommen, doch sie prägen die Bewertung jeder mehrjährigen Lohnerhöhung.
Die genaue Rechnung hängt von der Einkommensteuer (IRPF) ab. Nach einer im Umlauf befindlichen Schätzung fließen zwischen 30 % und 40 % jeder Bruttoerhöhung über die Steuerabzüge wieder an den Fiskus zurück, sodass nominale 10 % netto oft nur 6 % oder 7 % im Portemonnaie bedeuten. Wenn der Warenkorb stärker steigt als dieser Wert, löst sich der Gewinn auf, bevor er auf dem Konto eingeht.
Warum wird eine Anpassung der IRPF-Stufen gefordert?
Die sogenannte Deflactación (automatische Anpassung der Steuerstufen an die Inflation) ist das Kernthema der gesamten Diskussion. Wenn die Steuerstufen nicht mit der Inflation aktualisiert werden, kann ein nominal steigendes Gehalt in eine höhere Steuerstufe rutschen, wodurch der Arbeitnehmer einen Teil seines Lohnzuwachses verliert. Manche beschreiben dies als den Trick der Operation: Das Gehalt erhöhen, ohne die Tarife zu ändern, um später einen Prozentsatz über die Steuererklärung zurückzufordern.
Diese Kritik ist weder neu noch exklusiv für öffentliche Bedienstete, aber hier steht sie im Mittelpunkt. Es wird argumentiert, dass die Deflactación automatisch erfolgen sollte und dass bis dahin jedes Lohnabkommen hinkt. Auch die Debatte darüber, ob Tarifverträge und Mindestlohn die Inflation ausgleichen müssen, kollidiert mit einer Ausgabengrenze, die nicht mithält.
Private Tarifverträge: 3,5 % jährlich gegenüber 3,1 % Inflation
Der am häufigsten angeführte Kontrast kommt aus den privaten Tarifverträgen. Die durchschnittliche Lohnsteigerung in der Privatwirtschaft lag im Oktober bei 3,5 %, über einer Inflationsrate von 3,1 % im selben Monat. Sektoren wie die Gebäudereinigung vereinbarten 2024 allein in Spanien Steigerungen von 4,2 % – für ein Jahr, nicht für vier.
Hochgerechnet auf denselben Zeitraum ergeben 3,5 % jährlich kumuliert 14 % über vier Jahre, vier Prozentpunkte mehr als die den Beamten angebotenen 10 %. Hier liegt der Kern der Ungerechtigkeit: Die Privatwirtschaft verhandelt jährliche Anpassungen über der Lebenshaltungskosteninflation, während der öffentliche Sektor einen festen Prozentsatz für vier Jahre akzeptiert, ohne Klausel zur Korrektur bei stark steigenden Preisen.
Der Vergleich hat seine Tücken, das sei angemerkt: Nicht alle Tarifverträge steigen gleich stark, und nicht alle Branchen entwickeln sich im gleichen Tempo. Aber der Durchschnittswert, der in den Verhandlungen herangezogen wird, liegt auf dem Tisch.
Stellen, die niemand besetzen will
Das Problem ist nicht nur der Prozentsatz. Berichten aus der Debatte zufolge werden Stellen in der Zentralverwaltung und besonders in Großstädten oft über Wartelisten besetzt, weil niemand eine Prüfung ablegt, um jahrelang auf einer Stelle zu sitzen, die sich nicht lohnt. Dieses Phänomen erstreckt sich laut diesen Angaben auch auf Ärzte und medizinisches Personal; dort bleiben bestimmte Positionen leer, wenn die Vergütung nicht steigt.
Die Diskussion hat sich auf das System ausgeweitet. Manche fragen, welche öffentliche Dienstleistung sich im letzten Jahrzehnt verbessert habe, um solche Anstrengungen zu rechtfertigen, während andere entgegnen, der Vergleich mit der Privatwirtschaft ignoriere Subventionen, Rettungspakete und Unternehmen, die vom Staat leben. Eine Debatte, die mit 10 % begann, endete mit Fragen nach der Größe des Staates. Die Gesamtrechnung, unter Berücksichtigung von Tarifverträgen, IPC und IRPF, zeigt eine überraschende Differenz.
Wenn die Vereinbarung so geschlossen wird, werden die 10 % gestaffelt ausgezahlt, und der Fiskus nimmt unterwegs seinen Anteil. Ob dies ausreicht, um den Kaufkraftverlust der öffentlichen Bediensteten zu stoppen, hängt von einem Faktor ab, den niemand über vier Jahre kontrollieren kann: der Inflation. Und dabei ist jede Prognose ein Glücksspiel.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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