Rajoy erhöhte die Mehrwertsteuer auf 21 % bei 9,4 % Defizit und leerer Kasse

Rajoy versprach, keine Steuern zu erhöhen, hob die Mehrwertsteuer dann doch auf 21 % an – bei einem Defizit von 9,4 %. Spaniens Schulden stiegen von 1,16 auf 1,76 Billionen: Wer zahlt die Zeche?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Rajoy erhöhte die Mehrwertsteuer auf 21 % bei 9,4 % Defizit und leerer Kasse
Warum Rajoy die Steuern erhöhte: Von „keine neuen Steuern“ zur Mehrwertsteuer von 21 %

Am 23. Dezember 2011 trat Mariano Rajoy als spanischer Ministerpräsident an, mit einem Wahlkampfslogan noch warm auf den Lippen: keine neuen Steuern. Fünfzehn Tage später beschloss seine Regierung eine Erhöhung der Lohnsteuerabzüge. Sieben Monate danach stieg die Mehrwertsteuer von 18 % auf 21 %. Die Frage, die bei jedem Jahrestag dieser Wende in der Luft liegt, ist nicht, ob es ein Wahlbetrug war —es sieht so aus—, sondern ob es bei einem außer Kontrolle geratenen Defizit und faktisch unter Aufsicht stehenden Staatskassen eine echte Alternative gab.

Der Ausgangspunkt: 9,4 % Defizit und ausgesetzte Zahlungen

Bei Amtsübertritt schleppte Spanien ein Defizit von 9,4 % des BIP und einen drohenden Bankenkollaps mit sich. Der Bericht der staatlichen Rechnungsprüfung (Intervención General del Estado) vom April 2012 brachte ein zusätzliches Fehl von 20.000 bis 30.000 Millionen Euro ans Licht, wobei die Autonomen Gemeinschaften mit Defiziten über 9 % dastanden und die Zahlungen bereits fällig waren. Die offizielle Version der Regierung lautete: „Die Realität zwingt uns, Dinge zu tun, die wir nicht tun wollten“: Steuern erhöhen, Banken verstaatlichen und 10.000 Millionen Euro an Ausgaben kürzen.

Die Steuerreform von 2012 umfasste die Anhebung der Mehrwertsteuer von 18 % auf 21 %, eine Erhöhung der Einkommensteuer um bis zu sieben Punkte —die größte in der spanischen Demokratie— sowie neue Steuern auf Mineralöle, Tabak, Alkohol, Energie und Lotteriegewinne. Das Tempo lag im ersten Jahr bei einer Steuererhöhung alle fünfzehn Tage. Die Nettoeinnahmen stiegen um mehr als 31.000 Millionen Euro.

Senkte das Spaniens Staatsschulden?

Nein. Die Gesamtverschuldung stieg von rund 1,16 Billionen Euro im Jahr 2018 auf 1,76 Billionen im Jahr 2026, ein Anstieg von 52 %. Unter Pedro Sánchez beschleunigte sich die Neuverschuldung bis auf ein Tempo von 260 Millionen Euro täglich im Jahr 2023, 20 % über dem Durchschnitt der Rajoy-Ära. Das prozentuale Wachstum fiel unter den Sozialisten stärker aus: 42-46 % in Sánchez' ersten Jahren gegenüber 47 % kumuliert in Rajoyys fast acht Jahren.

Manche halten dagegen, das Problem sei nicht die Erhöhung, sondern das Versprechen gewesen: „keine neuen Steuern“ zu unterschreiben, ohne unter die Motorhaube zu schauen. Dagegen steht das Argument, das Fehl sei absichtlich verschleiert worden, um die Wahl nicht zu verlieren. Beide Lager lügen, die einen durch Handeln, die anderen durch Unterlassen, und der Wähler zahlt in beiden Fällen die Runde.

Wer ist schuld an den Schulden: strukturelle Faktoren

Für die Staatsschulden gibt es nicht nur einen Verantwortlichen. Eine regressive Besteuerung und Straflosigkeit bei Steuerbetrug schmälerten historisch die Staatseinnahmen. Die Immobilienblase (2000-2008), angetrieben von niedrigen EZB-Zinsen und einer laxen Regulierung durch die Banco de España, verwandelte private in öffentliche Schulden. Aufeinanderfolgende Regierungen häuften Defizite an: Das Defizit unter Sánchez verzeichnete im letzten Jahr (2023-2024) einen kumulierten Anstieg von 71.878 Millionen und trieb die Pro-Kopf-Verschuldung auf rund 8.000 Euro.

Die Zusammensetzung der Gläubiger hat sich radikal verändert. Vor der Krise hielten Deutschland und Frankreich jeweils fast 20 % der Anlagen. Seit 2015 hat die EZB durch Ankaufprogramme rund ein Drittel der Staatsschulden angehäuft. Nichtansässige: 41-44 %. Kreditinstitute: 15-24 %. Versicherungen und Pensionskassen: 8-15 %. Privatpersonen: weniger als 1 %.

Wie ließen sich Spaniens Staatsschulden senken?

Eine vollständige Tilgung ist unrealistisch. Der wirksamste Weg ist ein anhaltendes Wirtschaftswachstum, das das Schuldenwachstum übersteigt, wie in der Periode 1996-2007. Danach folgen fiskalische Anpassungen mit Primärüberschüssen und Strukturreformen, die die Wettbewerbsfähigkeit steigern. In Extremszenarien wird eine Umschuldung der Fälligkeiten oder sogar ein Zahlungsausfall erwähnt, allerdings mit schweren systemischen Risiken.

Die vollständige Aufrechnung, Posten für Posten, wo das Messer angesetzt werden soll —Renten, Gesundheitswesen, Verwaltung—, ergibt einen überraschenden Unterschied. Doch jede Kürzung stößt an dieselbe Wand: jeder Ausgabenpunkt ist eine Stammwählerstimme.



Es bleibt die verstörende Zahl: Die Regierung, die versprach, keine Steuern zu erhöhen, nahm 31.000 Millionen Euro mehr ein, und trotzdem stiegen die Schulden weiter. Das Messer kam nie an die Wurzel.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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