Radsport-Posing: 7.400 Euro für den Einstieg

Eine Forum-Berechnung schätzt die Mindestausrüstung für eine spanische Radtour auf 7.405 Euro. Die Wartungskosten treiben die Rechnung schnell in die Höhe.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Radsport-Posing: 7.400 Euro für den Einstieg

Es gibt eine virale Berechnung, die einen kalt lässt: Ein Mountainbike mit der minimalen Ausrüstung, um bei einer Cyclosportiva nicht verurteilt zu werden, kostet 7.405 Euro, wenn der Rahmen vollgefedert ist. Mit einem Hardtail sinkt der Preis auf 5.905 Euro. Und das, warnen sie, sei nur die Untergrenze, das Minimum, damit man auf dem Trail nicht geächtet wird. Die Epidemie des "Posings" hat sich im Mountainbiking ausgebreitet, einem Sport, der laut der Diagnose, die die Debatte eröffnet, bereits von Menschen überfüllt ist, die bereit sind, ein Vermögen auszugeben, um sozial aufzusteigen und nicht als "Poser" (Globeros) bezeichnet zu werden.

Das Phänomen hat einen Namen und einen Preis. Die Liste ist akribisch: Starrer Carbon-Rahmen für 4.000 Euro oder Vollfederung für 5.500 Euro, GPS für 250 Euro, Abonnement der angesagten App für 60 Euro pro Jahr, zwei Sommertrikots (150 Euro), zwei Wintertrikots (170 Euro), zwei kurze Hosen (220 Euro), zwei lange Hosen (250 Euro), Helm für 120 Euro, zwei Brillen für je 100 Euro, Winter- und Sommerhandschuhe (35 und 25 Euro), spezielle Socken (30 Euro), Schuhe (120 Euro), Thermojacke (100 Euro). Gesamtausrüstung: 1.420 Euro. Plus Zubehör: Satteltasche, Multitool, Ersatzschlauch, Reifenheber, CO2-Pumpe, Mini-Pumpe, Flaschen, Lichter. Weitere 175 Euro. Die Summe ist unbestreitbar.

Nicht-technische Kleidung macht dich zum Abschaum

Kritisiert wird nicht, dass jemand ausgibt, was er will. Das ist eine Tatsache, und jeder tut mit seinem Geld, was er möchte. Was als untersuchenswert hervorgehoben wird, ist, dass viele dieser Leute diejenigen diskriminieren und verachten, die weniger ausgeben. Jogginghosen, T-Shirts, normale Sneaker oder Straßenbrillen qualifizieren dich automatisch als Abschaum. Alles von Decathlon, auch wenn es radsportspezifisch ist, ist ein Ärgernis. Ein Aluminiumbike ist kein Bike, es ist perversos Schrott. Ein Carbonbike, das älter als drei oder vier Jahre ist, ist nutzlos, mit veralteter Geometrie, egal wie teuer es war.

Der Verrat verrät den Religionswechsel. Man geht nicht mehr Rad fahren, man trainiert. Es gibt keine Radfahrer mehr, es gibt Biker oder Rider. Man isst keine Banane oder Tortilla-Sandwich, man nimmt Nahrung in Form von Gelen oder Riegeln zu sich, die wie Kaviar kosten. Man trinkt nicht, man hydriert sich, und natürlich mit isotonischen Getränken. Wenn du trainierst und es nicht in der angesagten App teilst, ist es, als wärst du nicht gefahren: Du existierst nicht. Und alles ist technisch. Technische Kleidung, technische Anstiege, technische Abfahrten, technische Ausrüstung. Warum verschiedene Adjektive verwenden, wenn es reicht, alles als technisch zu bezeichnen?

Wartung: Das Kleingedruckte, das niemand liest

Die anfängliche Ausgabe ist nur die Anzahlung. Je höherwertig die Komponente, desto empfindlicher, desto anfälliger für Brüche oder Fehleinstellungen und desto mehr Wartung erforderlich. Eine 1.000-Euro-Federgabel sollte alle 120 Betriebsstunden gewartet werden, und allein die Wartung der Gabel kostet über 100 Euro. Eine 50-Euro-Kette hält 1.200 Kilometer. Nach einem Jahr häufigem Fahren mit einem Premium-Bike gibt man Hunderte von Euro für Wartung und Reparaturen aus. Wenn man die Anfangskosten plus Wartung durch die Kilometer teilt, die in den maximal drei bis vier Jahren gefahren werden, die Posing-Radfahrer ihr Rad behalten, bevor sie es wechseln, weil es aus der Mode gekommen ist, hört die Kosten pro Kilometer auf, eine Randnotiz zu sein.

Einige argumentieren, dass Gewichtsreduktion der einzige reale Vorteil von Carbon sei und dass, bei gleichen anderen Komponenten, der Unterschied zwischen dem leichtesten Carbonrahmen und dem schwersten Stahlrahmen eine lächerliche Reduktion von 2 % am Gesamtgewicht von Rad plus Fahrer (80 kg) darstellt. Für diese 2 %, fügen sie hinzu, zahle man nicht nur 3.000 Euro, sondern verzichte auch auf Komfort, Sicherheit, Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit. Das Paradoxon wird durch eine weitere Berechnung zusammengefasst: Man fährt Rad, um Sport zu treiben, sucht dann aber ein leichtes Rad, um weniger Sport zu treiben. Und die Kombination aus Radfahrer und Rad wird von den Beinen bewegt: 200 Gramm vom Rad zu nehmen kann 1.000 Euro kosten, aber danach trägt man eine 1-Kilo-Wasserflasche oder neun Kilo Fett, was so ist, als würde man das Rad auf dem Rücken tragen.

Wer mit einem 380-Euro-Rad fährt und nicht pleitegeht

Gegen die Erzählung der obligatorischen Ausrüstung steht die Erfahrung derer, die ohne Komplexe radfahren. Ein 380-Euro-Rad und weitere 200 Euro für Ausrüstung und Zubehör reichen aus, um viel Spaß zu haben, laut einem Bericht. Ein anderer nutzt seit sechs Jahren ein 500-Euro-Aluminiumrad, wartet es selbst und fährt Bergtouren von 50 bis 80 Kilometern mit billiger Ausrüstung, zwei Wasserflaschen und zwei Stück Obst, mit einem zwölf Jahre alten, gebrauchten Wander-GPS. Und er trifft "Verrückte" mit 5.000- und 6.000-Euro-Rädern. Das Kuriose, bemerkt er, sei, dass diese Mindestlohn verdienen.

Manche haben die Grenze nach Frankreich über den Coll de Ares während einer Hitzewelle überquert, auf einem niedrigen 2010-Decathlon-Rad, modifiziert mit hochwertiger Übertragung, Packtaschen, Decathlon-Helm und -Brille, einem AliExpress-Laden und einer Nacht im Wald. Die Profis lachen ihn aus. Keiner von ihnen hatte den Mut, rauszugehen. Ein anderer fasst seine Ausrüstung zusammen: 500-Euro-Mountainbike, rückwärts getragene Kappe, Sonnenbrille, Vans, Bauchtasche mit Schlüsseln, Portemonnaie und Handy. Auf Asphaltanstiegen 2.000-Euro+-Räder mit automatischer Schaltung und Vollfederung zu überholen, erzeugt eine Zufriedenheit, die man nicht kaufen kann. Auch beim Chinesen anzukommen und einen Aquarius zu kaufen, ohne Angst vor Diebstahl des Rades.

Die Materialblase und die Angst vor Obsoleszenz

Der Markt drängt. Mountainbikes sind eine Melkkuh, behauptet man: Jetzt sind alle Räder veraltet, weil die Hersteller beschlossen haben, riesige 32-Zoll-Räder zu erfinden. Rahmengeometrie, bla bla bla, sind derselbe alte Unsinn, nur um sich einzigartig zu fühlen. Hersteller und Importeure müssen weiterhin das Bedürfnis schaffen, einen Carbonrahmen eines bestimmten Moduls zu tragen, begleitet von mindestens 2.000-Euro-Rädern. Sie sind verrückt, stichelt ein anderer.

Die bleibende Frage ist, ob es ein guter Zeitpunkt zum Kauf ist oder ob man warten sollte, bis die Blase weiter platzt. Die Preise waren und sind hoch, und einige bezweifeln, dass Decathlon-Räder noch so günstig sind. Die Antwort ist nicht eindeutig. Klar ist jedoch, dass der Gebrauchtmarkt und Klassiker Alternativen bieten: ewige Stahlräder, elegant wie gute italienische Loafer, billig an sich, mit Wallapop überschwemmt von Fahrrädern für diejenigen, die gerne etwas Mechanik machen, reinigen und das Transportmittel pflegen.

Die neue Elite: Das E-Bike als sozialer Aufzug

Das Posing hat ein neues Fahrzeug gefunden. Wer mit teuren Rädern Geld zeigen wollte, während er in erbärmlicher Verfassung war, merkte bald, dass er niemanden beeindruckte, denn in diesem Bereich zählt Leistung. Sie wechselten zu E-Bikes. Jetzt fahren sie schnell, werden aber von weitem an ihrer Haltung erkannt: Sie sitzen auf einem vollgefederten Rad und sehen aus wie Damen, die mit einem Korb voller Blumen aus dem Garten zurückkehren. Klasse auf dem Rad lernt man durch Erfahrung und Stürze, aber man kann sie nicht kaufen.

Und da jeder eine Rechtfertigung hat, elektrisch zu fahren, haben sich technische Trails oder abgelegene Berggebiete plötzlich mit Leuten gefüllt, die dort nicht hingehören, laut Beschwerden, die dies als Problem des Zusammenlebens und der Sicherheit im Berg sehen. Die Grenze zwischen Sport und Transport verschwimmt, und damit auch die Geduld derer, die jahrelang mit ihren eigenen Beinen in die Pedale getreten haben.

Der "Globero" als Auszeichnung

Gegen die Verachtung steht die Rückeroberung. Manche erklären sich selbst zu "Globeros" mit Allüren oder direkt zu "Globero Pro World Tour". Das Label, geboren als Beleidigung, wurde zu einem Abzeichen des Stolzes für diejenigen, die nicht zulassen wollen, dass ihr Hobby ruiniert wird. Die vollständige Berechnung, aufgeschlüsselt nach Positionen, ergibt eine überraschende Differenz, und das Gespräch driftet hin zur Sammlung klassischer Räder, Stahlrahmen, mit Epoxidharz geklebten Aluminiumfittings und Meistermechanikern, die mit 93 Jahren noch Handarbeit leisten. Die zugrunde liegende Frage bleibt unbeantwortet: Wie viel dieser Ausgaben verbessert tatsächlich das Training, und wie viel ist reines Posing, das von Marken ausgenutzt wird?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1591 Antworten).

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