Polizei verhaftet Eigentümer nach Hausbesetzung in Sevilla

Die spanische Polizei übergab einem Besetzer die Schlüssel und verhaftete den Eigentümer in Sevilla; ein Richter hob die Verhaftung auf und gab dem Besitzer recht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Polizei verhaftet Eigentümer nach Hausbesetzung in Sevilla
Polizei verhaftet Eigentümer nach Hausbesetzung in Sevilla

Ricardo Román, ein 55-jähriger Eigentümer im Zentrum von Sevilla, erlebte eine Wendung vom Anzeigenerstatter zum Handfesselträger. Beamte der Nationalpolizei beschlagnahmten seine Schlüssel und übergaben sie dem Mann, der sich in seiner Wohnung eingenistet hatte. Ein gerichtlicher Beschluss hob die Verhaftung später auf und stellte fest, dass der Mietvertrag des Besetzers gefälscht war und der Zutritt mit einem falschen Schlüssel erfolgte. Weder gegen den Besetzer noch gegen die Beamten wurden bisher Maßnahmen eingeleitet.

Was am 1. Dezember in der Calle Monsalves geschah

Ricardo versuchte, seine Wohnung zu betreten, konnte aber die Tür nicht öffnen. Er dachte, seine Schwester oder die Reinigungskraft habe den Schlüssel innen stecken lassen, und rief einen Schlüsseldienst. In diesem Moment erschien ein Mann mit einem Mietvertrag, behauptete, seit dem 26. November Mieter zu sein, und warnte Ricardo, vorsichtig zu sein, da er „viel vom Recht verstehe“. Der Eigentümer besteht darauf, dass das Dokument gefälscht ist, was durch den Aufhebungsbeschluss bestätigt wird. Ricardo rief eine andere Schwester, und gemeinsam alarmierten sie die Polizei. Die Beamten lasen den Vertrag, erklärten, sie könnten „nichts tun“, und verließen das Gebäude.

Der funktionierende Schlüssel und vier Polizisten

Am folgenden Tag, dem 2. Dezember, kehrte Ricardo zurück und betrat den Innenhof, der weiterhin als Gemeinschaftsbereich diente. Von dort sah er den Besetzer allein mit Plastiktüten und einem Rucksack herauskommen. Er probierte seinen Schlüssel aus und öffnete das Schloss ohne Schwierigkeiten. Seine Schwestern betraten die Wohnung und hörten, wie jemand einen Schlüssel einfuhr und gegen die Tür trat. Kurz darauf kamen der Besetzer, ein Minderjähriger und vier Beamte der Nationalpolizei an.

Eine der Schwestern öffnete, und die Beamten forderten sie auf, die Wohnung zu verlassen, „da sie diese an den Besetzer übergeben würden“. Die vier durchsuchten die gesamte Wohnung und fanden keine einzigen Gegenstände des Besetzers. Die Familie legte Grundbuchauszüge, medizinische Unterlagen und einen Behinderungsnachweis vor, um ihre Berechtigung zu belegen. Anschließend gingen drei Beamten zur Wohnung der Nachbarn oben, luden Ricardo ein, mitzukommen, identifizierten ihn und verhafteten ihn, nachdem sie festgestellt hatten, dass seine Schlüssel den alten Zylinder öffneten.

Der Mieter gegenüber, Airbnb und Räumung am 13. Dezember

Eine der Eigentümerinnen erkannte den Besetzer wieder: Er war der Mieter der Wohnung gegenüber. Sie gab den Beamten die Telefonnummer seines Vermieters, der bestätigte, dass der Mann seit Jahren dort wohne, die Nachbarn gut kenne und wisse, dass diese die rechtmäßigen Eigentümer der besetzten Immobilie seien. Er teilte auch mit, dass der Räumungstermin für den 13. Dezember festgelegt sei.

Der Besetzer selbst gibt an, die Wohnung besetzt zu haben, beruft sich jedoch auf die Verantwortung für einen Minderjährigen, der nicht obdachlos werden dürfe. Berichten zufolge vermietet er die Wohnung über Airbnb für touristische Zwecke und schläft auf einer Matratze auf dem Dach, wenn die Wohnung gebucht ist. Im Gebäude wurden Schäden an Briefkästen und Schlössern registriert, möglicherweise im Versuch, Rechnungen für neue Strom- und Wasserverträge zu erhalten.

Verhaftung, Schlüsselübergabe und Rat zum Auto

Laut Anzeige beschlagnahmten die Beamten die Schlüssel der Familie, entfernten sie aus der Wohnung und übergaben den Besitz an den Besetzer samt Inhalt. Zudem wurde Ricardo verhaftet – die erste Festnahme in seinem 55-jährigen Leben, ohne vorherige Vorfälle. Ein bemerkenswertes Detail kam ans Licht: Man riet seiner Schwester, ihr Auto aus ihrem privaten Garagenstellplatz wegzufahren, um Vergeltungsmaßnahmen des Besetzers gegen das Fahrzeug zu verhindern.

Der spätere gerichtliche Beschluss hob die Verhaftung des Eigentümers auf. Es gibt jedoch keine Hinweise auf Maßnahmen gegen den Besetzer oder die verhaftenden Beamten.

Strom abstellen, Schloss wechseln oder Polizei meiden

Der Fall nährt eine Diskussion, die über den Vorfall hinausgeht. Kritiker argumentieren, dass es kein spezifisches Gesetz gegen Hausbesetzungen gibt, das Phänomen sich zu einem nationalen Problem entwickelt hat und öffentliche Lösungen dringend nötig sind, wobei zwischen Großvermietern, privaten Eigentümern und Familien in echten Notlagen unterschieden werden muss. Dieser Vorfall fügt eine weitere Komplikation hinzu: Der Besetzer war formeller Mieter einer anderen Wohnung im selben Gebäude und vermietet seine eigene saisonweise, was für viele Beobachter die Erzählung von plötzlicher Notlage entkräftet.

Unter Teilnehmern kursieren Rezepte des passiven Widerstands: Abmeldung von Strom und Wasser vor der Anzeige der Besetzung, mit dem Argument, der Eigentümer habe nicht gewusst, dass jemand drin sei. Vorherige Buchung der Mindestleistung, damit eine spätere Anmeldung ein Zertifikat erfordert, das der Besetzer nicht besitzt. Warnungen weisen darauf hin, dass die Wiederanmeldung einfach ist, die Abmeldung aber Bußgelder nach sich ziehen kann. Eine weitere verbreitete Vorsichtsmaßnahme ist die Registrierung der Versorgungsanschlüsse auf den Namen des Mieters bei jeder Vermietung.

Einige befürworten die Beauftragung von Entbesetzungsfirmen, während eine Minderheit den gewaltsamen Einstieg und den Austausch des Zylinders befürwortet, mit dem Risiko einer eigenen Anzeige. Der Fall zeigt, dass auch der Weg über die Polizei nicht folgenlos bleibt.

Mit der aufgehobenen Verhaftung, dem als falsch erklärten Vertrag und der weiterhin besetzten Wohnung bleibt die unbequeme Frage: Wie viele Eigentümer werden zweimal überlegen, bevor sie erneut die Polizei rufen?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (129 Antworten).

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