Die Pokémon-Blase platzt: Ein Forum schätzt verbrannte Werte auf 30 Milliarden
Pokémon-Karten sind keine Investition mehr. Laut einem Forum ist der Markt für das Set zum dreißigsten Jubiläum innerhalb einer Woche um 85% eingebrochen, und manche schätzen die in einem Jahr verdampften Werte auf 30 Milliarden. Was monatelang als alternative Anlage verkauft wurde, entpuppte sich nun als das, was es immer war: bedruckter Karton, dessen Preis nur durch den Glauben getragen wurde, dass ein anderer mehr dafür zahlt.
Der Auslöser: Die Fabrik entschied sich für höhere Druckzahlen
The Pokémon Company brach mit dem Mantra, dass Altes heilig sei, und flutete den Markt. Durch die Erhöhung der Häufigkeit, mit der hochpreisige Karten in den Boxen erscheinen, zerstörte sie das Exklusivitätsmodell, das die Preise stützte. Wenn jeder Booster das gute Stück enthalten kann, hört das gute Stück auf, gut zu sein. Niemand kündigte eine Insolvenz an: Das Unternehmen druckte einfach so viel, wie es wollte – genau das, was es schon immer tun konnte.
Die Wirkung war sofortig. Auf dem Sekundärmarkt wird das Material laut Aussagen eines Teilnehmers sofort für über 50% des empfohlenen Verkaufspreises gehandelt, ohne dass Ruin droht. Es ist die klassische Mechanik: Wenn das Angebot explodiert und die Nachfrage größtenteils spekulativ war, sinkt der Preis nicht nur, er bricht ein.
Kreditkartenschulden und Klagen gegen das Unternehmen
Unter den Geschädigten finden sich Profile, die nicht zum Narrativ des professionellen Anlegers passen. Im Thread werden Leute erwähnt, die mit Kreditkarten verschuldet sind, während ein anderer Teilnehmer Käufer beschreibt, die ganze Pueblerino mit Boostern horten und täglich in Einkaufszentren Wache halten, um auf Nachschub zu warten. Nun erwägen einige, The Pokémon Company zu verklagen, weil sie zu viel verkauft hat und die Wahrscheinlichkeiten für das Jubiläumsset verbessert hat.
Das juristische Argument hat wenig Substanz. Ein Unternehmen, das sein eigenes Produkt herstellt, ist nicht verpflichtet, seinen Wiederverkaufswert zu schützen, genauso wie der Besitzer eines exklusiven Automodells seinem Hersteller nicht verbieten kann, mehr Einheiten herauszubringen. Eine andere Sache ist das Kleingedruckte im Marketing: Wenn ein Haus andeutet, dass eine Charge selten ist und sich später herausstellt, dass sie es nicht war, gibt es durchaus Raum für Forderungen. Dies ist jedoch bisher kein bekannter Fall.
Ansteckung bei Magic und das Hasbro-Präzedenzfall
Der Einbruch beschränkt sich nicht auf Pokémon. Bei Magic: The Gathering ist der Effekt laut einer im Umlauf befindlichen Analyse eine weniger brutale, aber spürbare finanzielle Ansteckung: kleinerer Markt, dichtere Spielerbasis, aber dieselbe Abhängigkeit von der Wahrnehmung der Knappheit. Aktionäre von Hasbro, dem Markeninhaber, hatten das Unternehmen bereits wegen Überproduktion von Karten und Marketingpraktiken verklagt, die limitierte Auflagen suggerierten, die es nicht waren. Das Muster wiederholt sich, nur das Logo ändert sich.
Die Grundfrage ist nicht, ob die Karten etwas wert sind. Sie lautet, wer bestimmt, wie viel sie wert sind. Wenn die Antwort das Unternehmen selbst ist, das sie zu lächerlich geringen Kosten druckt, befindet sich der Kleinanleger nicht auf einem Markt: Er spielt ein Spiel, dessen Schiedsrichter der Hersteller ist.
Welches Sammeln hält stand und welches nicht
Ein Teilnehmer stellt eine unbequeme Regel auf: Jedes Objekt, das speziell zum Sammeln hergestellt wird, wird massenhaft konserviert und hört daher auf, knapp zu sein. Die Dinge, die fast niemand aufbewahrte – kleinere Konsolen, seltene Editionen, Krimskrams, der weggeworfen wurde –, sind heute die, die im Wert steigen. Der Rest ist Inventar, das von Tausenden angehäuft wurde.
Die Parallelen häufen sich. Lladró-Figuren, die amerikanische Damen früher zu Goldpreisen kauften, stapeln sich heute ohne Käufer, während die Fabrik vor dem Aus steht. Auch Retro-Sammeln bleibt nicht verschont: Manche nennen GameCube-Titel aus dem Jahr 2001, die für über 200 Euro gehandelt werden, und andere halten das originale Metal Slug für Neo Geo AES, das vor Jahren auf 1.500 Euro geschätzt wurde, heute für unerreichbar. Nichts Neues unter der Sonne, nur das Medium wechselt.
Holländische Tulpen, bedruckter Karton und bunte Münzen: Die Struktur ist immer dieselbe. Zu kaufen, in der Hoffnung, dass ein anderer mehr zahlt, ist keine Investition, sondern eine Kettenreaktion, bei der jemand ohne Stuhl dasteht, wenn die Musik stoppt. Die vernünftige Prognose ist, dass alte, gut erhaltene Stücke besser bestehen werden als versiegelte Neuware-Boxen. Mit Vorbehalt: Niemand weiß noch, wie viel spekulatives Material in Schränken versteckt liegt und auf einen Käufer wartet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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