Platz für Drei Erwachsene und Zwei Babys

Die 135 cm Breite der zweiten Reihe im Scenic von 2017 zeigt, warum Familien-SUVs bei zwei Babys und drei Erwachsenen scheitern.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Platz für Drei Erwachsene und Zwei Babys
Fünf echte Plätze: Die Rechnung, die den Familien-SUV entlarvt

Die fünf Sitzplätze, die eine Familie mit zwei Babys braucht, existieren in den meisten Autos, die als Familienfahrzeuge verkauft werden, nicht. Es gibt sie zwar, aber nicht dort, wo die Werbung es verspricht. Die Suche beginnt immer mit derselben Prämisse: zwei Kindersitze seitlich verankert und ein Erwachsener, der in der Mitte Platz finden muss. Dort fällt die halbe Kandidatenliste weg.

Die Zahl, die die Illusion bricht, ist eine Breite von 135 Zentimetern in der zweiten Reihe des Renault Scenic von 2017. Mit diesem Datenpunkt auf dem Tisch hören die drei Rücksitze auf, drei zu sein. Der Käufer, der nach Platz für drei Erwachsene und zwei Babys sucht, stellt fest, dass er eigentlich einen Mittelsitz wählt.

Wie breit ist ein Rücksitz wirklich?

Viele kompakte SUVs prahlen mit Geräumigkeit und reservieren den Mittelsitz dann für zehnminütige Erledigungen. Der Schlüssel liegt nicht im Kofferraumvolumen, sondern darin, ob die drei Sitze unabhängig sind – jeder mit Isofix-Verankerung – oder ob der mittlere ein Anhängsel mit kürzerer Rückenlehne und durch den Getriebetunnel gewölbtem Boden ist.

Modelle wie der Peugeot 308 SW oder der Ford S-Max lösen das Problem über drei unabhängige Sitze. Der S-Max deklariert zudem 850 Liter Kofferraumvolumen und ein Verhalten wie eine Limousine, „ein bisschen höher“. Es ist kein Minivan mit fragwürdiger Ästhetik: Es ist eine gestreckte Limousine mit drei echten Rücksitzen. Der Kia Carens spielt dieselbe Karte mit sieben Sitzen: Zwei Kindersitze und ein Erwachsener passen, laut täglichen Nutzern.

Der entscheidende Test wird nicht mit technischen Daten gemacht. Er wird beim Händler durchgeführt, mit montierten Sitzen und Maßband in der Hand. Man kauft nicht jeden Tag ein Auto, und es ist leicht, sich für einen großen Bildschirm zu entscheiden, nur um auf der ersten Fahrt festzustellen, dass niemand in der Mitte sitzen möchte.

Minivans sterben aus, SUVs erben die Lücke

Der Toyota Verso wurde eingestellt. Die Marke entschied sich, sich auf Hybride zu konzentrieren, statt ein Modell neu zu gestalten, das das „Gefühl gab, ein Auto aus der Vergangenheit zu kaufen“. Auch der Opel Zafira existiert nicht mehr: Seine Lücke füllt nun der Grandland X, ein SUV. Und der Peugeot 5008 hat aufgehört, der spektakulär geräumige Minivan zu sein, der er war, und ist zu einem teureren SUV geworden, der weniger Rücksitzplatz bietet, als seine Größe verspricht.


Die Paradoxie hat einen Namen: Autos nehmen mehr Platz ein, wiegen mehr und bieten weniger Raum. Verbraucher zahlen den Trend mit Zentimetern. Siebensitzer lösen weiterhin gelegentliche Reisen, aber mit zwei Nuancen, die niemand in die Broschüre schreibt: Die dritte Reihe ist gefälscht, und die Versicherung steigt allein dadurch, dass man sieben Sitze angibt. Der Skoda Kodiaq, der in diese Formel passt, häuft zudem schreckliche Wartelisten an.

Was kostet jede Option?

Hier drücken die Zahlen. Der Skoda Yeti Black Pack wurde für 15.700 Euro als Benziner und 16.900 als Diesel abverkauft, voll ausgestattet, gerade weil Lagerbestände geleert werden mussten. Der Toyota Verso mit 6.000 Kilometern lag bei etwa 14.500 Pfund, und die Automatikversion kostete 3.000 mehr bei nur 120 PS. Der Peugeot 5008 näherte sich den 30.000 Euro.

Die optimistischste Berechnung geht davon aus, dass ein gut gewählter Minivan die Hälfte eines vergleichbaren neuen SUVs kostet. Das pessimistische Szenario geht davon aus, dass dieser Minivan nicht mehr hergestellt, nicht aktualisiert wird und sein Wiederverkaufswert sinkt. Geld ist Geld, aber auch der Markt ist es. Manche erinnern sich, dass der 5008 vor einigen Jahren über die Leasing-Seite der Marke für 16.000 Euro – die Hälfte – zu bekommen war, und dieser Abstand erklärt allein den Sinneswandel vieler Käufer.

Warum ändert eine 20-Zoll-Felge die Rechnung?

Weil Reifen die Ausgabe sind, die im Angebot nicht auftaucht. Ein großer Reifen einer bekannten Marke kostet online rund 108 Euro, ein Preis, der nur dank Vereinbarungen zwischen Hersteller und Lieferanten gehalten wird. Ohne diesen Pakt schießt der Spaß in die Höhe. Die Alternative, etwa 90 Euro bei sinnvolleren Größen, macht alle drei bis vier Jahre den Unterschied.

Der Rest ist die alte Rechnung: Je größer das Auto, desto teurer die Versicherung, desto teurer die Wartung und desto schwieriger das Parken in der eigenen Garage.

Lohnt sich ein Automatikgetriebe?

Das hängt vom Getriebe ab, und dies ist ein Minenfeld. Wandlerautomaten gelten als gut bewertet; automatisierte Schaltgetriebe mit einer Kupplung deutlich schlechter. Die vernünftige Empfehlung lautet, zwei Tage lang ein Automatikfahrzeug derselben Marke zu mieten und es normal zu nutzen, als wäre es das eigene Auto. Am Ende des zweiten Tages kommt die Antwort meist von selbst. Und im Fall der Beifahrerin, die kurze Strecken mit Kindern zurücklegt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das nächste Auto ebenfalls ein Automatikwagen sein wird.



Die unbequeme Frage bleibt: Wenn der Rücksitzraum entscheidend ist, warum belohnt der Markt genau das Gegenteil? Wer drei echte Sitze braucht, muss sich entscheiden, entweder mehr für einen SUV zu zahlen, der sie vortäuscht, oder ein Auto zu kaufen, das niemand mehr herstellt. Die Prognose ist einfach und unangenehm: Minivans werden weiter aussterben und Preise steigen. Obwohl Autotrends sich schon früher gedreht haben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (112 Antworten).

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